Megayachten: Drei Hundert-Meter-Masten für die „White Pearl“

Die Längsten für die Größte

White Pearl, Karbonmasten

Drei 100-Meter-Karbon-Palmen auf dem Weg zur “White Pearl” © magma structures

Eine Woche benötigte der Transport von Portsmouth zur Nobiskrug-Werft in Kiel. Entwicklung und Bau der Masten dauerten drei Jahre. Segelfläche „wie ein Fußballplatz.“

Die nach Angaben des Herstellers Magma Structures in Portsmouth weltweit bislang längsten, freistehenden Masten sind jeweils 100 Meter lang und sollen zusammen später eine Segelfläche von der Größe eines Fußballfeldes tragen.

White Pearl, Karbonmasten

Beim Aufladen auf den Schleppverband in Portsmouth © magma structures

Die Karbon-Palmen der Superlative wurden gestern in einem Schleppverband mit zwei Tagen Verspätung (Wetterlage im Ärmelkanal) zur Nobiskrug-Werft in Kiel gebracht und sind für die „White Pearl“ bestimmt. Die weltweit größte Segelyacht (140 Meter Länge) liegt derzeit vor neugierigen Blicken mehr oder weniger gut geschützt hinter einem Gerüst mit Sichtschutz. Dem Vernehmen nach wird gerade ein Holzdeck verlegt.

Höher und stärker als Windräder

Die Riggs, die von „Dykstra Naval Architects“ gezeichnet wurden, halten mehr als der zweifachen Belastung stand, die etwa die Flügel einer Boeing Dreamliner 787 ertragen würden.

Nach Aussagen der Hersteller zählen die drei Masten zu den technisch anspruchvollsten, freistehenden Karbonstrukturen der Welt. An ihrer Entwicklung arbeiteten über drei Jahre hinweg 70 Spezialisten, die bereits Erfahrungen beim Bau von Brückenstrukturen, Stadien etc. sammeln konnten.

White Pearl, Karbonmasten

Vor dem Aufrichten bitte Verklicker nicht vergessen! © magma structures

Alle drei Masten sind mit Sensoren gespickt, die sicherstellen sollen, dass materialbedingte Ermüdungserscheinungen an besonders kritischen Stellen rechtzeitig entdeckt werden. Außerdem erhofft sich „Magma Structures“ wichtige Daten für die Zukunft – die nächsten Auftraggeber mit ähnlichen Größenvorstellungen warten offenbar schon.

Die Masten für die „White Pearl“ übertreffen übrigens auch die derzeit größten Windräder – in punkto Länge und Biegebelastung im Einsatz. Jeder der Masten wiege nicht mehr als 50 Tonnen, betonen die Konstrukteure.

White Pearl, Karbonmasten

Die 140 Meter lange White pearl, größte Segelyacht der Welt vor der Nobiskrugwerft in Kiel © ndr

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4 Kommentare zu „Megayachten: Drei Hundert-Meter-Masten für die „White Pearl““

  1. avatar wet rabbit sagt:

    das schiff erinnert mich irgendwie an die wasa ;o)

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

  2. avatar pl_bvh sagt:

    wie kommt man damit aus der Ostsee raus?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 1

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