Schiffsbergung: Der polynesische Weg – vom Bagger übers Riff gezerrt

Zuständig fürs Grobe

Die Werft Carénage Services auf der Insel Raiatea hat sich unter anderem auf die Bergung gestrandeter Yachten spezialisiert. No. 123 gelang kürzlich – mehr oder weniger erfolgreich.

Es gibt sie in den meisten Häfen auf der Welt: kleine Werften, Reparaturbetriebe oder einfach nur den Zusammenschluss von ein paar „handwerklich Begabten“, die im Prinzip für alles und jeden eine Lösung finden. Ganz egal ob man nun dieses eine Kabel für den streikenden Autopiloten braucht, ein mysteriöses, unauffindbares Leck literweise Seewasser in die Bilge lässt oder gleich die Yacht fatalerweise auf ein Riff rockte und dort nun festsitzt.

Mit dem vielversprechenden Slogan „Ihr habt ein Problem? Wir kümmern uns drum!“ wirbt auch die Reparatur-Werft Raiatea Carénage Services auf der polynesischen Insel Raiatea (Nachbarinsel von Tahiti) für das bootsbauerisches Geschick und Bastel- bzw. Improvisationstalent ihrer Mitarbeiter. Dem Vernehmen nach machen die Herren grundsätzlich einen „sauberen“ Job und gelten in der polynesischen Szene als höchst zuverlässig.

123 Bergungen

Nun ist es so, dass quasi vor ihrer Haustüre das Arutua-Riff liegt, auf dem die Yachten der weltenbummelnden Fahrtensegler aller Nationen offenbar gerne stranden. Anders formuliert: Kürzlich gelang den Jungs von „Raiatea Carénage“ die 123. Bergung einer Yacht vom besagten Riff.

Eine besonders spektakuläre Aktion wurde in jeder Phase auf Fotografien und im Film festgehalten. Manche der Bilder wirken „gnadenlos“, was das Schicksal der Yacht anbelangt. Doch letztendlich sind die mitunter ziemlich grob wirkenden Maßnahmen vor allem… effizient! Denn schließlich schwimmt „der Patient“ nach Einsatz eines Baggers, der auf einer Schute von der Raiatea auf das Riff gebracht wurde,  glücklich wieder im azurblauen Wasser.

Dass zuvor ziemlich große Löcher, die dem Rumpf bei der unkonventionellen Bergung zugefügt wurden, mal eben schnell zulaminiert werden mussten… okay, das sind Feinheiten, um die man sich später näher kümmern wird. Hauptsache die Yacht kam frei und der Eigner wie auch die Versicherung sind glücklich und zufrieden.

Versenkt, Bergung, gescheitert, Riff

Die “Morning Dove” wurde auf 500 Meter Tiefe versenkt © domtomnews

Es geht auch anders

Dass so eine Strandung allerdings auch anders ausgehen kann, zeigt das Schicksal der Yacht „Morning Dove“, die vor zwei Wochen auf Arutua strandete. Zwei rasch eingeleitete Bergungsinterventionen schlugen fehl.

Im Laufe der darauf folgende Tage und Nächte wurde die „Morning Dove“ vollständig ausgeplündert. Mehrere Versicherungsgutachter sowie die zuständigen Behörden beschlossen angesichts der Plünderungen und der in der Zwischenzeit am Rumpf entstandenen Schäden, dass die Yacht nicht mehr zu retten sei. Nach Ausbau aller umweltschädigenden Teile wie Batterien, Motor etc. wurde das Wrack der „Morning Dove“ gestern vom Riff herunter gezogen und gleich davor auf 500 Metern Tiefe versenkt. Ende eines Südsee-Traums.

Falls ihr mal in der Nähe seid und ein Problem habt:

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