Segel-Video: Die Faszination der großen Freiheit an Bord

Der reichste Mensch der Welt

[youtube http://youtu.be/sF9TNM9R-iw?list=UUFqmkD4e1ny5Z8M5Ub9rFYQ]

David Welsford hat keine Wohnung. Er hat ein Boot. In einem sehr schön gemachten Dokumentarfilm spricht er über die Vor- und Nachteile vom Leben auf See.

“Schon als Kind habe ich kleine Räume zum Leben geliebt, Baumhäuser und sowas gebaut. Für mich war ein Raum, der einem ein gutes Gefühl gibt, schon immer wichtiger als ein großes Haus,” sagt Welsford in seinem Video.

Die Lizzy Belle @David Welsfort

Die Lizzy Belle
@David Welsford

Er lebt an Bord einer 28 Fuss Ketch, Baujahr 1968. Das ist der Raum, den er braucht, den er liebt. Seine Lizzy Belle, eine Herreshoff 28, fand er 2009 an Land. Sie war verlassen, vergessen und fast verrottet. Kein Mast, kein Motor, kein Leben mehr im Schiff. Liebevoll nahm er das Schicksal des kleinen Kreuzers in seine Hände. Und nun leben beide zusammen auf See. “In 20 Jahren wirst du mehr über die Dinge enttäuscht sein, die Du nicht getan hast, als über das, was du getan hast”, schreibt Welsfort auf seinem Blog.

Der Film ist nicht nur schön. Er lässt einen am dauerhaften Leben auf See teilhaben. David kann in berührenden Formulierungen ausdrücken, was das Einhandsegeln so besonders macht: “Allein auf See zu sein bedeutet, mitten auf dem Ozean ins Wasser zu pinkeln. 40 Meilen um dich herum ist niemand. Und wenn Du Probleme hast, musst Du die selbst lösen. Und mit dem Boot reden.”

Zu Geld hat er ein sehr entspanntes Verhältnis: “Wenn ich Bier habe, im Supermarkt Lebensmittel einkaufen kann und Diesel in den Tank füllen kann bin ich der reichste Mensch der Welt.”

Prädikat: Wundervoller Film.

 

 

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier
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8 Kommentare zu „Segel-Video: Die Faszination der großen Freiheit an Bord“

  1. avatar Firstler sagt:

    Der Junge macht alles richtig!

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    • avatar Axel sagt:

      Bei solchen Lebensentwürfen frage ich mich immer: Was passiert wenn die Aussteiger alt und oder krank geworden sind? Legen sie sich dann an den Strand und sterben oder erinnern sie sich an die Annehmlichkeiten der Gesundheits- und Sozialsysteme, zu deren Finanzierung sie selbst nichts beigetragen haben? Dieses Leben funktioniert nur, weil andere brav die Hälfte des Einkommens abgeben und selbst nicht in der Sudsee chillen.

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      • avatar Firstler sagt:

        Verstehe ich nicht. Viele solcher Leute werden irgendwann wieder sesshaft und kellnern dann in einer Strandbar, arbeiten in einem Kiosk, schreiben Bücher oder sonstwas. Davon kann man auch prima leben und glücklich sein, wenn man genügsam ist. Er wird natürlich kein Geschätfsführer mehr und niemals in die Zielgruppe unser Autoindustrie fallen.

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        • avatar Axel sagt:

          Schon klar, er wird nie reich sein und das ist ja auch ok. Ich will darauf aufmerksam machen, dass unser Gemeinwesen (Gesundheit, Renten, staatl. Verwaltung, Infrastruktur, Bildungseinrichtungen etc.) viel Geld kostet, das erstmal verdient werden muss. Ich arbeite in einer onkologischen Klinik in Deutschland und sehe täglich, welche unglaublichen Summen z.B. in die Behandlung von Krebspatienten fließt.
          Wer wie David Welsford in jungen Jahren seine Arbeitsleistung in die Selbstverwirklichung investiert und zur Gemeinwesenfinanzierung nichts beiträgt sollte eben auch später autark sein und nicht nach der Solidargemeinschaft rufen. Von ein paar Jahren kellnern ist unsere westliche Zivilisation jedenfalls nicht zu finanzieren.

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          • avatar Firstler sagt:

            Du hast natürlich recht, dass nicht jeder so leben kann, wie er, denn sonst gäb es keine nennenswerte Onkologie. Wenn jeder so wäre wie ich aber auch nicht und wenn jeder so wäre wie Du gäbe es vielleicht keine leckere Eiscreme (nur ne Arbeitshypothese). Die Essenz der Gesellschaft ist, dass wir aller unterschiedlich sind und frei wählen können. Vielleicht bring er einige von uns auf positive Gedanken (was vielleicht gerade in Deiner Klinik besonders wichtig ist) und hilft damit allen viel mehr, als wenn er Rechtsanwalt wäre.

            (BTW: Hochachtung vor Deinem Beruf!)

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      • avatar pl_johaa sagt:

        Solche Menschen werden kaum krank.

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  2. avatar Alex sagt:

    @Axel, da haben wir andere Baustellen, die wir vor der Handvoll Leute vom Schlag eines David bereinigen sollten.

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    • avatar dani sagt:

      Wenn Amazon, Starbucks, etc. usw… ihre Gewinne dort versteuern würden wo sie anfallen könnte vermtl. jedes 2000-Seelendörfchen eine eigene Onkologie bekommen.

      Lassen wir ihm doch seinen Spass und nehmen wir seine Lebensform als kleine Flucht vom Alltag…

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