Wasserwege: Kipp-Schleuse – Holländische Ingenieurskunst zum Wohle der Segler

Irre Kipp-Konstruktion

Holländische Erfinder haben eine Alternative zur Klappbrücke erdacht. Die Schiffe werden mit stehendem Mast kurzzeitig unter die Wasseroberfläche gebracht.

Es ist faszinierend, welche Gedanken sich die Niederländer um das Wohlbefinden der Segler machen, damit sie sich auf ihren Revieren mit stehendem Mast fortbewegen können.

Kipp Schleuse

Ein Schiff wartet vor dem verschlossenen Tor. © Royal HaskoningDHV

Die gemeine Klappbrücke ist bis ins letzte Detail ausgereizt, aber das genügt den Nachbarn nicht mehr. Sie verlegen Autobahnen unter die Wasserfahrwege und basteln sogar an einer neuartigen Schleuse, die so weit unter Wasser kippen soll, dass der Mast nicht gelegt werden muss.

Um 32 Grad könne sich die Konstruktion verdrehen, sagen die Ingenieure. Dann würde eine Yacht acht Meter tiefer unter der Brücke hindurch kommen. 15 bis 30 Yachten sollen pro Stunde abgefertigt werden.

Der Aufwand lohnt sich laut dem Konstruktionsbüro Royal HaskoningDHV, weil an Hauptverkehrsadern die Autos nicht mehr gestoppt werden müssen. Das spart Zeit und Geld. Das Projekt soll 60 Millionen Euro kosten und könne sich zum Beispiel bei der Brücke über den Haringvliet in 12 Jahren rentiert haben.

Das aufwendig scheinende Design hat aber offenbar noch keine offenen Ohren bei Investoren gefunden. Ein Jahr nach der Vorstellung sind ernsthafte Bemühungen zur Umsetzung noch nicht bekannt geworden.

Kipp Schleuse

Der Wasserweg ist auf einer Seite abgesenkt. © Royal HaskoningDHV

Kipp Schleuse

Einfahrt in die Schleuse. © Royal HaskoningDHV

Kipp Schleuse

Die klassische Variante. Klappbrücke in Holland. Der Autoverkehr muss anhalten. © Royal HaskoningDHV

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