52 SuperSeries: “Platoon” verpasst knapp den Saison-Titel – Bald Spielfeld für die Cup-Stars?

Die alte Garde hofft

Nach dem Ausfall des Finaltages ist die 52 SuperSeries mit dem Gesamtsieg des Azzurra-Teams zuende gegangen. Harm Müller Spreer hatte keine Möglichkeit mehr, das Ergebnis zu drehen.

Im packenden Dreikampf zum Saisonabschluss zwischen Azzurra, Quantum, und Platoon entschied die italienische Crew die 52 SuperSeries eindrucksvoll für sich. Nach einer konstanten Serie über die Saison führte Italo-Profi Vasco Vascotto das Schiff von Alberto Roemmers, der 2012 zusammen mit Doug DeVos (Quantum) und Niklas Zennström (Ran) die 52 Serie gegründet hatte, zum Sieg in Menorca und in der Gesamtwertung.

Vasco Vascotto

Der italienischen Segelprofi Vasco Vascotto (mit Pokal) führte das Azzurra-Team zum Erfolg. © Martinez Studio

Die Segelserie, die von vermögenden Eignern getragen wird, die oftmals selber am Steuer stehen, ist mehr in den Fokus gerückt, nachdem die neuen America’s Cup-Organisatoren beschlossen haben, in Zukunft wieder mit Einrumpfern segeln zu wollen. Die TP52-Klasse produziert im Rahmen ihrer Box Rule einen der modernsten Monohulls, auch wenn Tragflächen und Neigekiele bisher nicht zum Einsatz kommen.

Aber der Sieg-Taktiker Vasco Vascotto (47), einer der härtesten Ellison- und Coutts-Kritiker nach deren Wechsel zum Mulithull, bringt seine neuen Hoffnungen schon zum Ausdruck. “Diese Serie war immer die beste, aber in dieser Saison war es am schwierigsten. Für mich ist es der wichtigste Sieg. Und nächstes Jahr mit dem neuen America’s Cup wird es noch besser.”

Nah dran an der Formel 1

Die alte Garde der Cup-Strategen hofft wieder auf eine Perspektive im AC. Und da die Italiener mit Luna Rossa großen Einfluss auf den nächsten America’s Cup haben, ist Vascotto plötzlich auch wieder ganz nahe dran an der Formel 1 des Segelsports.

platoon

Platoon wird nach dem WM-Sieg zweiter der Saison-Wertung. © Martinez Studio

Ob Harm Müller Spreer in dieser Hinsicht auch Ambitionen hat, ist nicht bekannt. Er äußert sich aber zufrieden mit seinem zweiten Platz in der Serie. Schließlich hat er nach dem Wechsel zu John Kostecki in der Taktiker-Position die Weltmeisterschaft gewonnen. “Ich fühle mich großartig. Wenn mich am Anfang der Saison jemand gefragt hätte, wäre ich mit Platz zwei sehr zufrieden gewesen. Wir hätten auch den Sieg schaffen können, aber das konnten alle drei Boote.”

52 SuperSeries

Die 52 SuperSeries hat sich mit dem Geld der Eigner gut gehalten. © Martinez Studio

Nun bereitet sich die Rennserie offenbar darauf vor, dass sie wieder als Spielplatz für den America’s Cup dienen wird. Vascotto und Müller-Spreer gehen darauf ein, dass sie Cup Teams erwarten. Das wird die Machtverhältnisse in der Klasse deutlich verändern. Was genau passiert, kann aber erst nach der Verkündung des neuen Cup-Boots erkennbar werden.

Sailson-Ergebnis 2017. Die Punkte bei den Regatten werden zusammengezählt

 

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Carsten Kemmling

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