A-Cat WM: Achter Titel für Glenn Ashby – Ein Vogel hätte ihn fast gestoppt

+++ Achtung Vogelflug! +++

Der Australier Glenn Ashby, eine der Schlüsselfiguren beim Team New Zealand, hat überlegen den achten Titel bei der A-Cat Weltmeisterschaft vor seinen America’s Cup Teamkollegen gewonnen.

A Cat Tonne

Dumm gelaufen. A-Cat nimmt die Tonne zwischen die Hörner. © sailingeventstakapuna

Glenn Ashby entwickelt sich immer mehr zum Multihull-Guru der Neuzeit. Der 36-Jährige Australier stand lange Zeit im Schatten seines ex Steuermanns Darren Bundock, an dessen Tornado Vorschot er 2008 Olympia-Silber gewonnen hat.

Die WM Titel, die Ashby schon damals im A-Cat sammelte, hatten für die Anerkennung in der internationalen Segelwelt noch keinen großen Wert. Der Einmann-Cat galt als von Amateuren gesegelter Exot und wurde ähnlich wie die Moth überwiegend von Tüftlern um die Bojen bewegt.

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Übungsgerät für Cup Profis

Aber die Entwicklung in der relativ offenen Konstruktionsklasse hat das Sportgerät immer attraktiver gemacht. Die Meldezahlen sind gestiegen – selbst bei der WM Downunder waren 81 Boote am Start – und im Zuge des America’s Cup Design-Wechsels ist der A-Cat das Boot, auf dem sich die Profis im Katamaran-Segeln schulen. Während sie früher auf dem Match Race Circuit ihre Sinne schärften, müssen sie jetzt das Schnnellsegeln auf Kufen lernen.

Silber-Gewinner Blair Tuke foilt durch einen Schwarm Jungvögel. © Cathy Vercoe

Silber-Gewinner Blair Tuke foilt durch einen Schwarm Jungvögel. © Cathy Vercoe

So bekamen plötzlich die Kenntnisse eines Glenn Ashbys großen Wert. Er wurde für die 2010 Multihull Kampagne von Oracle geheuert und brachte James Spithill das Schnellsegeln bei. Dann wechselte er zum Team New Zealand und war als Wing-Trimmer einer der wichtigsten Männer für den Fast-Erfolg in San Francisco.

Wie gut er wirklich ist, zeigte er jetzt noch einmal auf dem Sportgerät, mit dem sein Namen untrennbar verknüpft ist. Trotz der Tragflächen-Pionierarbeit, die zurzeit die Hierarchien in der A-Cat Klasse stark verändert, bleibt Ashby eindrucksvoll an der Spitze.

Team New Zealand überlegen

17 Punkte Vorsprung für den WM-Sieg sind eindrucksvoll, zumal er die härteste Konkurrenz im eigenen Rennstall mit den gleichen Waffen ausrüstete. Das gesamte Team New Zealand trat mit Foils an und zeigte mit vier Seglern unter den Top Fünf seine Überlegenheit.

Glenn Ashby

Glenn Ashby springt geradezu über die Ziellinie zum achten WM-Titel. © Cathy Vercoe

Aber die jungen Wilden drängen. Das zurzeit alles beherrschende 49er Team Peter Burling und Blair Tuke, die aktuellen Weltmeister, Youth America’s Cup Sieger und Neu-Mitglieder im Team New Zealand landeten auf den Plätzen zwei und drei. Dabei trat Tuke aus dem Schatten von Burling, indem er seinen Steuermann besiegte.

Auch die Leistung von Team New Zealand-Taktiker Ray Davies als Fünfter ist aller Ehren Wert und war dem vermeintlichen Big Boat Spezialisten nicht zugetraut worden. Er konnte sich knapp vor Artemis Skipper und 49er Olympiasieger Nathan Outteridge retten, der mit Davies Ersatzschiff ohne viel Training nur bei wenig Wind punktete, weil ihn das extremere Explorer Design dann besser auf Tragflächen hob als die Konkurrenz.

Als einziger Nicht Foiler in der Spitzengruppe konnte sich Klassenpräsident Andrew Landenberger auf Rang vier halten. So groß kann die Überlegenheit der Tragflächen also auch wieder nicht gewesen sein.

Foiler für die Zukunft?

Aber für die Klasse beginnt jetzt die wichtige Frage, wie in Zukunft mit der Foil Technik umgegangen wird. Will man das Flug-Segeln? Sind die Foiler nur noch von Profis zu beherrschen? Wird die Klasse zu teuer?

Die Moth Segler haben den Weg schon hinter sich. Sie sind den radikalen Schritt gegangen und haben der Tragflügel-Technik Tür und Tor geöffnet. Seitdem hat sich die Klasse bestens entwickelt. Wäre das auch der Weg für die A-Cats? Oder überlassen sie anderen Designs das Feld?

Ashby steht jedenfalls zurzeit an der Spitze der Entwicklung. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, wann er von den jüngeren Kollegen eingeholt wird. Diesmal aber wäre er nur von extrenen Faktoren zu stoppen gewesen.

Vogel-Alarm

So geriet die WM-Flotte am vorletzten Tag in zahlreiche Schwärme von Jungvögeln. Es gab zahlreiche Kollisionen, die für die Tiere nicht immer glimpflich ausgingen. Und Ashby hätte auch das zweite Rennen des Tages gewonnen, wenn ihm nicht ein Vogel unter die Foils geraten wäre.

“Glenn kam aber immerhin noch als Dritter ins Ziel. Thilo, wahrscheinlich auch Georg und mich kostete die gleiche Erfahrung eher über zehn Plätze, arme Viecher…”, schreibt der deutsche Teilnehmer Reinhard Bohrer aus Utting am Ammersee. Er landete auf Rang 33. Bester Deutscher wurde Thilo Keller auf Platz 24.

Ergebnisse A-Cat WM

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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