America’s Cup: Team New Zealand reißt Ruder ab – Oracle und Softbank auf Augenhöhe

Ruder in Fetzen

Nach dem ersten Trainingstag der letzten Session zehn Tage vor dem Start der AC Qualifiers ergeben sich weitere Erkenntnisse zur Formkurve der America’s Cup Teams.

Das Team New Zealand wollte sich ursprünglich am neuen Practice-Day erstmalig mit der Konkurrenz messen. Aber am Morgen vor den Rennen ist ein Ruder abgerissen. Der Vorfall ist im Video oben zu sehen. In voller Fahrt tauchen plötzlich die Bugspitzen ins Wasser, und danach hängen nur noch Kohlefaser-Fetzen am Backbord-Heck des Kiwi-Bootes. Der frisch platzierte Sponsor-Name auf gelbem Grund ist nicht mehr zu erkennen.

Emirates Team New Zealand

Kohlefaser-Fetzen am Heck der Kiwis. © ETNZ

Was genau den Unfall verursacht hat, ist noch nicht klar. Einen offiziellen Kommentar dazu gibt es vom Team nicht. Möglich ist eine Kollision mit Treibgut oder einer Wasserschildkröte, was schon zu Schäden bei anderen Teams geführt hat.

Neuseeländische Medien wollen aber verstanden haben, dass ein Trimmfehler des Ruders zur Überbelastung geführt hat. Die Kiwis beeilten sich darauf hinzuweisen, dass es sich um ein altes Ruder handele und ohnehin neue Blätter nachgerüstet werden sollen.

Groupama segelte chancenlos gegen Japan. © ACEA / Ricardo Pinto

Bei den Rennen bestätigte sich das zuletzt bekannte Bild. Oracle segelt solide, aber alles andere als überlegen. Gegen die japanischen Stallgefährten, die nach dem Späteinstieg viele der Oracle-Entwicklungen übernehmen durften, gelang nur ein äußerst knapper Sieg.

Große Probleme zeigen weiterhin die Briten. Ainslie gelang es jeweils, die Starts gegen Oracle und Softbank zu dominieren, ihm fehlte aber der Speed, um den Vorsprung zu verteidigen. Die Franzosen zeigten bei ihren Auftritten, dass sie nach wie vor noch weiter zurück hängen.

Softbank Team Japan

Oracle gewinnt knapp gegen Softbank. © ACEA / Ricardo Pinto

Artemis hat noch nicht in das Training eingegriffen. Es werde noch am Boot gebastelt heißt es vom Team. Aber die Schweden sind im Moment auch nach wie vor die Stärksten in Bermuda. Beobachter glauben nach den Trainingseindrücken, dass die Neuseeländer zurzeit am nächsten dran sind, und sich dahinter erst Oracle einreiht nahezu gleichauf mit dem Softbank-Team. In wie weit diese Hackordnung Bestand hat, wird sich dann in zehn Tagen zeigen.

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Carsten Kemmling

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