America’s Cup Update: Ainslie beim harten Wintertraining – die neuen Cupper foilen am Wind

Hoher Chill Faktor

Winter training on T1Fast, furious and freezing on the Solent #BringTheCupHome

Posted by Land Rover Ben Ainslie Racing on Montag, 18. Januar 2016

Das BAR Team von Ben Ainslie kämpft sich über den eiskalten Solent während die Konkurrenz in Bermuda wichtige Test-Meilen hinter sich bringen kann. Ende Februar startet die erste Regatta.

“2016 wird der America’s Cup entschieden”, sagt Kevin Shoebridge, COO vom Team New Zealand auch wenn die Regatten um den 35. Cup erst 2017 stattfinden. Aber es geht insbesondere um die Fortschritte, die bei der technischen Vorbereitung gemacht werden. Da hängen die Kiwis mit ihrem von Luna Rossa übernommenem Testboot noch weit hinter Oracle zurück, die gerade im Begriff sind, ihr drittes neues Schiff in Betrieb zu nehmen.

Immerhin haben es die Neuseeländer in Auckland deutlich wärmer, als die Briten, die auch Anfang Januar bei Minusgraden auf dem Solent trainieren. Für das Darstellen der eigenen Härte mag das sinnvoll sein, aber die Effektivität solcher Einheiten mit brutalem Chill Faktor dürfte sich doch in Grenzen halten im Vergleich zur Konkurrenz, die schon in Bermuda segelt. Die Limits dieser Art des Segelns haben die Briten schon Ende Dezember erfahren, als sie ihren Foiler Kat umwarfen.

Oracle zieht schon auf dem zukünftigen AC Revier in der Wärme seine Bahnen im Two Boat Modus und ist im Begriff, der Konkurrenz technisch zu enteilen. Aber auch Artemis und jetzt auch die Japaner sind schon auf der Insel häuslich eingerichtet.

Franzosen in Lorient

Die Franzosen haben die Arbeit vor Lorient aufgenommen und müssen den Ausfall von Steuermann Franck Cammas verschmerzen. Aber mit dem Neuseeländer Adam Minoprio, ehemaliger Match Race Weltmeister und zweiter beim Volvo Ocean Race 2012 mit Camper, steht erstklassiger Ersatz bereit.

Er übt aber bisher noch auf dem AC45, der bei der World Series (ACWS) eingesetzt wird. Das ist hilfreich für die Regatta, bei der die Franzosen nach drei Veranstaltungen abgeschlagen auf dem letzten Platz liegen. Aber für den America’s Cup bringt das noch wenig.

Ben Ainslie

BAR am Limit Ende Dezember. Kenterung auf dem Solent. © BAR

Denn immer mehr stellt sich heraus, wie wenig die bei der ACWS eingesetzten AC45 Versionen mit den Turbo Kats zu tun haben, mit denen die Teams experimentierten. So ist schon jetzt klar, dass sie ohne Probleme an der Kreuz foilen. Der Schlüssel für die beste Leistung dürfte später insbesondere bei den Wenden liegen.

Die neuen “Rennwagen”

Chris Draper vom japanischen Softbank Team sagt zu den beiden AC45 Versionen: “Das ist wie ein Spielzeug LKW im Vergleich zu einem Rennwagen.” Die Japaner haben einen der ersten Oracle AC45 erhalten und mit der neuen Technik ausgerüstet. Sie sind spät dran, aber Draper sagt: “Wir fühlen uns jetzt schon mit vorne dabei in diesem Konstrukionsrennen. Bald werden wir unser neues Domizil beziehen und die notwendige Test-Routine etablieren.”

Zwei japanische Segler stoßen zum Team, die als Sieger aus einem umfangreichen Auswahlverfahren hervor gegangen sind. Yuki Kasatani (26) hat auf höchstem Niveau gerudert, und dürfte am Grinder eingesetzt werden, Yugo Yoshida (32) segelt ist seit acht Jahren 470er Vorschoter war 2012 bei den Olympischen Spielen und belegte 2014 bei der WM Rang sechs.

2015 sind bisher vier Veranstaltungen für die Louis Vuitton America’s Cup World Series fest eingeplant:

Muscat, Oman – Februar 26-28
New York, USA – Mai 6-8
Chicago, USA – Juni 10-12
Portsmouth, UK – Juli 22-24

Zwei weitere Regatten sollen Ende des Jahres stattfinden, Mitte September in Europa und Mitte November an einem asiatischen Standort.

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Carsten Kemmling

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