Shosholoza Rauswurf

„Wie zur Zeit des Apartheid Systems“

Shosholoza 2007. Das erste AC-Segelteam aus Südafrika schrieb eine der großen Erfolgsgeschichten des 32. Cups © Shosholoza

Das südafrikanische America´s Cup Team Shosholoza wird von der spanischen Polizei aus dem Hafen von Valencia gejagt. Laut der Internetseite Valenciasailing ist die Halle im Darsena Hafen versiegelt und das Team von Salvatore Sarno, mit einem Vollstreckungsbefehl aufgefordert worden, die Basis umgehend zu leeren.

Damit endet vorerst eine der positivsten Geschichten des vergangenen America´s Cup Zyklus. Und es ist offensichtlich, dass sich Valencia jetzt keine Hoffnung mehr macht, eine weitere Rolle im America´s Cup Zirkus spielen zu dürfen.

Salvatore Sarno ist aufgebracht. In einem offenen Brief an das für die Räumung zuständige Valencia Konsortium weist er darauf hin, dass der 28. März als Datum für das Verlassen der Basis abgemacht gewesen sei. Es

Shosholoza erreichte Platz sieben von elf Teams beim Louis Vuitton Cup 2007. Ein großer Erfolg. Es wäre sogar mehr möglich gewesen. © Shosholoza

seien keine offenen Zahlungen fällig gewesen. Einige Arbeiten hätten nicht erledigt werden können, weil

BMW Oracle Racing Container vor den Shosholoza-Türen abgestellt hätte.

Schäumend schreibt Sarno an J Gisbert vom Valencia Konsortium: „Diese Aktion erinnert mich an das alte Apartheid Regime, das unser Land vor zwanzig Jahren regiert hat. Das gleiche System, die gleiche Art. Wahrscheinlich sind Sie jetzt sehr stolz darauf, den Afrikanern eine Lehre erteilt zu haben.“

Es gebe keine Außenstände, die Situation sei erklärt und die Lösung gemeinsam beschlossen worden. Die Räumung war für den 28 März festgelegt. Er gehe an die Öffentlichkeit, weil er kaum glauben könne, dass jemand diese Vorgehensweise gegen ehrliche Menschen wie die von Shosholoza, gutheißen könne.

„In drei Monaten ist ihre Fußball Nationalmannschaft in unserem Land zu Gast. Möchten Sie, dass unsere Behörden sie genauso behandeln? Herr Gisbert, Sie haben Ihre Macht missbraucht und wir erwarten eine formelle Entschuldigung.“

Valencia Sailing berichtet, dass nach diesem Brief die Polizei-Siegel entfernt wurden und Shosholoza seine Basis räumen kann. Salvatore Sarno beteuert nach dem Vorfall: „Das ist nicht das traurige Ende von Shosholoza.“

Tatsächlich stand Sarno immer treu an der Seite von BMW Oracle. Und der Sieg der Amerikaner dürfte die Chancen der Südafrikaner steigen lassen, beim 34. Cup wieder an den Start gehen zu können. Schließlich ist Shosholoza eine der wenigen positiv besetzten Marken des America´s Cups.

Sarno bezahlte seinen Steuermann Paolo Cian in den vergangenen Jahren, um ihn auf der internationalen Match Race Tour einzusetzen. Dem Italiener gelangen einige große Siege. Allerdings ist es in letzter Zeit ruhig um Cian geworden. Und sein Erfolgstaktiker Tommaso Chieffi segelt inzwischen mit dem starken Azzurra Team.

Es wird nicht leicht für Sarno, wieder ein starkes Team an den Start zu bringen. Aber es wäre traurig für die Cup-Veranstaltung wenn dem charismatischen Teamchef dieses Kunststück nicht mehr gelänge.

Carsten Kemmling

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