America’s Cup World Series: In San Francisco muss sich die Attraktivität beweisen

Gestutzte Flügel

Am Mittwoch beginnen in San Francisco die ersten Rennen auf dem echten Cup Revier, wo es 2013 beim echten Cup mit den 72 Fußern um die Wurst gehen soll. Dabei dürfte es besonders spannend sein, wie sich Ben Ainslie beim Ersteinsatz an der Pinne eines AC45 Katamarans schlägt.

Der Wing von Luna Rossa Swordfish hängt in Fetzen nach einer Kenterung bei 25 Knoten im Vorstart-Duell. © Gilles Martin-Raget

Der Wing von Luna Rossa Swordfish hängt in Fetzen nach einer Kenterung bei 25 Knoten im Vorstart-Duell. © Gilles Martin-Raget

Der frisch dekorierte Olympiasieger hat 2011 zwar schon ein erstaunliches Kat Debut bei der Extreme Sailing Series hingelegt aber die Flügelkatamarane bei dem erwarteten Starkwind vor Alcatraz sollten doch noch etwas schwerer zu handhaben sein.

Immerhin hat er von Russell Coutts ein erfahrenes Oracle Team zur Seite gestellt bekommen, zu dem Simon Daubney gehört, Mitglied der “Faboulous Five” Crew mit der Coutts dreimal den America’s Cup gewonnen hat.

Totalschaden an dem Flügel von Paul Campbell James Kat. © Gilles Martin-Raget

Totalschaden an dem Flügel von Paul Campbell James Kat. © Gilles Martin-Raget

Das BAR Ainslie ist also de facto ein drittes Oracle Team. Der viermalige Olympiasieger soll als Sparringspartner für James Spithill aufgebaut werden. Das Steuer des dritten Kats wird erneut Russell Coutts himself übernehmen. Multihull Champ Darren Bundock scheint seine Chancen als Steuermann verspielt zu haben.

Interessant wird es auch sein, wie sich der zweite Olympiasieger Nathan Outteridge (49er) am Steuer des Korea Bootes schlägt. Er hat schon einige starke Rennen gezeigt und greift erneut auf Giles Scott in der Crew zurück, der einzige Finn-Segler, der Ainslie vor seinem Olympiasieg schmerzhafte Niederlagen zufügen konnte.

Ben Ainslie bei seinen ersten Trainingseinheiten auf dem AC45 Kat. © Gilles Martin-Raget

Ben Ainslie bei seinen ersten Trainingseinheiten auf dem AC45 Kat. © Gilles Martin-Raget

Dem Korea Team fehlt aber wichtige Trainingszeit, nachdem es am Wochenende beim Training mit dem französischen Energy Team gekentert ist. Den Italienern von Luna Rossa ging es genauso nach einem Überschlag, der den Flügel komplett zerstörte. Sie haben aber größere Ressourcen für Ersatz. Artemis hatte sich schon in der Woche zuvor die Flügel gestutzt. Im Wettkampf werden noch einige Kenterungen erwartet.

Erstmalig wird der Argentinier Santiago Lange das Steuer eines zweiten Artemis Kats übernehmen. Der zweimalige Bronze-Medaillengewinner im Tornado zudem Rigg- und Konstruktions-Spezialist hat ein erfahrenes America’s Cup Team zu großen Teilen aus Alinghi Beständen an seiner Seite.

Der Match Race Weltmeister Ainslie startet mit seinem neu gebrandeten quasi Oracle Boot zuerst gegen seinen Finn-Widersacher Giles Scott.  © Gilles Martin-Raget

Der Match Race Weltmeister Ainslie startet mit seinem neu gebrandeten quasi Oracle Boot zuerst gegen seinen Finn-Widersacher Giles Scott. © Gilles Martin-Raget

Auch das China Team scheint noch nicht ganz tot zu sein. Der junge erfolgreiche Match Racer Phil Robertson aus Neuseeland darf noch einmal für das Reich der Mitte starten.

Damit gehen elf Boote an den Start. 55 Segler aus zwölf Nationen. In San Francisco muss Renn Direktor Iain Murray endgültig liefern. Er muss dem US-Publikum zeigen, dass die Katamaran Rennen das Spektakulärste sind, was der Cup bisher erlebt hat.

Dafür hat er das komplizierte Format der World Series etwas entzerrt. Match und Fleet Races werden entzerrt. Die Duelle bekommen ein größeres Gewicht. Sechs Teams müssen sich zu Beginn durchsetzen, um im Viertelfinale gegen die fünf gesetzten Teams segeln zu dürfen.  Dabei trifft Ainslie sofort auf Outteridge mit seinem Finn-Widersacher Scott.

Team New Zealand in Nöten. © Gilles Martin-Raget

Team New Zealand in Nöten. © Gilles Martin-Raget

Am Donnerstag sieht das neue Format die Viertel-Finals und die ersten von insgesamt sieben geplanten Fleet Races vor. Das letzte Fleetrace am Sonntag wird erneut deutlich stärker gewichtet.

Eventseite

Der Rennkurs vor San Francisco. © americascup.com

Der Rennkurs vor San Francisco. © americascup.com

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Carsten Kemmling

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