Audi Laser World Championship: Slingsby mit Hattrick, Grotelüschen 8. Buhl 11.

Der Kampf ist zu Ende

Der Kampf ist zu Ende. ISAF Weltsegler des Jahres 2011 Tom Slingsby aus Australien hat seinen fünften Weltmeister-Titel in der Laserklasse gewonnen. Bei der Audi Laser World Championship konnte er das letzte Rennen aussitzen und gewann dennoch mit 28 Punkten Vorsprung.

Aber auch der Kroate Tonci Stipanovic durfte den letzten von 14 Läufen mit zwei Streichern aufgeben und blieb dennoch 12 Punkte vor dem Neuseeländer Andrew Maloney. Der verdrängte am letzten Tag noch Juan Maegli aus Guatemala vom Bronzeplatz.

Simon Grotelüschen gibt zum Schluss noch einmal Gas. Ein DQ kostet Bronze. © Nils Bergmann

Simon Grotelüschen zeigte mit einem zweiten Platz im Abschlussrennen noch einmal sein Potenzial und schob sich auf einen starken achten Platz vor. Er dürfte sich aber besonders über die Disqualifikation im neunten Rennen, dem ersten Finallauf, ärgern. Mit dem vierten Platz in der Wertung hätte er einen Punkt hinter Silber Bronze geholt.

Auch für Philipp Buhl war mehr möglich als der gute elfte Rang nach durchwachsenem Beginn. Ihm gelang mit 1 und 9 der beste Schlusstag aller Athleten. Und niemand sonst erreichte zwei Tagessiege im Finale. Die Pump-Strafe im zweiten Finalrennen kostete eine mögliche Top-Acht-Platzierung.

Die Rennwoche war geprägt von leichtem Wind, der aber zum Ende der Serie auffrischte. Umso bemerkenswerter ist der überlegene Sieg von Tom Slingsby, der bisher seine Stärken im Schwerwetter-Bereich hatte. “Genau deshalb freue ich mich so sehr über diesen Sieg”, sagt Slingsby, der bei seinem WM-Sieg in Perth noch 86 bis 87 Kilo wog, sein Gewicht für Boltenhagen und die Olympiasaison aber reduzierte.

Große Siege nach großer Enttäuschung

Der Australier hat vor vier Jahren noch für eine der größten Enttäuschungen der olympischen Segelgeschichte gesorgt, als er als Doppel-Weltmeister und Top-Favorit für die Goldmedaille nur auf Rang 22 landete. Er verschwand danach Monate lang von der Bildfläche, segelte die WM und überlegte schon, die Karriere zu beenden.

Aber inzwischen hat er der Superstar seine Segelaktivitäten deutlich breiter aufgestellt. Er wurde 7. bei der Flügel-Moth-WM 2011 und auf Anhieb 11. bei der australischen A-Cat-Meisterschaft. Inzwischen gehört er auch zum America’s Cup Team Oracle und segelte als Taktiker von Darren Bundock.

In Venedig wir er nächste Woche allerdings nicht am Start sein. Russell Coutts übernimmt seine Position, während sich Slingsby verstärkt der Olympia-Vorbereitung widmet.

Maegli aus Guatemala überrascht als 4.

Die schönste Geschichte dieser WM ist die von Juan Maegli (23) aus Guatemala, der zwar am letzten Tag noch Bronze um drei Punkte verlor aber einen unglaublichen vierten Platz belegte. Maeglis Vater hat dreimal bei den Olympischen Spielen teilgenommen (470er 1976, Finn Dinghy 1980, 84; Plätze: 26, 19, 19), aber sein Sohn ist offenbar noch viel besser.

Im Hobie 16 holte Maegli Junior als 14-Jähriger schon eine vielbeachtete Bronze-Medaille im Hobie 16 bei den Pan-Amerikanischen-Spielen. 2008 nahm er erstmals an den Olympischen Spielen teil und wurde mit zwei Disqualifikationen 33.

Nun hat er er mit dem Kanadier Lawrence Lemieux als Trainer, einem ehemaligen Weltklasse Finn-Segler, offenbar ein absolutes Weltklasse-Niveau erreicht. WM-Rang vier konnte von der Nummer 28 in der Welt und dem 32. der Perth-WM 2011 nicht erwartet werden.

Aber auch für andere Segelnationen erfolgte in Boltenhagen ein Happy End. So waren 12 weitere Olympia-Plätze zu vergeben. In der Laserklasse gehen in Weymouth 48 Boote an den Start. Es ist die größte Olympiaflotte. Die Tickets sicherten sich Portugal, Irland, Litauen, Tunesien, Ukraine, Tschechien, Kolumbien, Venezuela, Malaysia, Trinidad/ Tobago, Mexiko und El Salvador.

Vom 15. bis zum 20. Mai 2012 starten ebenfalls in Boltenhagen im Laser Radial 135 Frauen mit der Olympia-Startertin Franziska Goltz.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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