Barcelona World Race: Erklärungen von Bord – Sicherheit geht vor

"Kein unnötiges Risiko"

In einem weiteren Statement von Bord bestätigt Sébastien Audigane, dass offenbar die für die Reparatur des Ruderblatts vorgesehene Vorrichtung nicht funktioniert hat.

Dabei handelt es sich um eine Art Socke aus Karbon, die über das Blatt gestülpt wird. Bei 25 Knoten Wind und einem Windwinkel von 140 Grad entwickele sich ein solcher Ruderdruck, dass das Schiff unkontrolliert nach links und rechts ausbreche.

Jörg Riechers

Jörg Riechers und Sébastien Audigane © Riechers/Audigane

Später hätten sie Richtung Kap Hoorn gehalst und mit dem intakten Backbord-Ruder bei nachlassendem Wind etwas entspannter gesegelt. Sogar eine Mahlzeit sei drin gewesen. Dann frischte der Wind allerdings wieder auf 35 Knoten auf und das Schiff sei erneut unkontrollierbar gewesen. Dabei wird der Grund nicht klar. War das beschädigte Ruder immer noch im Wasser und sorgte für Turbulenzen? Kann es in der Luvposition nicht hochgeklappt werden?

“Zu diesem Zeitpunkt haben wir beschlossen, einfach nur den vierten Platz zu sichern”, sagt der Franzose. “Denn in diesem Zustand war es klar, dass wir ‘Gaes” und ‘Neutrogena’ nicht halten könnten.”

Schwere Entscheidung

Audigane berichtet über das zusätzliche wiederkehrende Problem mit dem Kiel. Nach der Patenthalse am Tag zu vor habe es drei Stunden gedauert, bis der Kiel wieder in Position war.

“Nach den Gesprächen mit dem Technik-Team haben wir dann entschieden nach Neuseeland abzudrehen. Es ist klar, dass diese Entscheidung schwer ist. Aber es ist eine Frage der Sicherheit für uns und für das Boot. Nach meinen Erfahrungen bei diesen Bedingungen wäre es nicht schlau, den Weg mit einem Boot fortzusetzen ohne zuverlässige Steuerung.

Wir wissen, dass es im Pazifik kaum eine echte Rettungsmöglichkeit gibt. Da möchten wir  am Kap Horn nicht in Schwierigkeiten kommen mit einem beschädigten Ruder in großen Wellen. Wir wollen auch nicht das zweite Ruder verlieren, das bei diesen Bedingungen ja den gleichen Belastungen ausgesetzt ist.

Wir haben beide Familie , ein Team,  Sponsor und eine Rennleitung, die uns unterstützen bei unserem Abenteuer. Aber wir gehen keine unnötigen Risiken ein. Wir schützen uns und überlegen in der Zwischenzeit, wie das Problem zu beheben ist.”

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