Barcelona World Race: Riechers nach Problemen mit Spi auf Rang Fünf

Vor den Säulen des Herakles

Nach gutem Start bei sehr leichten Winden, musste Audigane für Reparaturen in den Mast der “Renault”. Heute Nachmittag durch die Straße von Gibraltar.

Hier geht’s raus: Kurz vor den berühmten „Säulen des Herkules“ hat sich nach relativ flotter Durchquerung des Mittelmeers unter den IMOCA des Barcelona World Race bereits eine Spitzengruppe gebildet, die sich, eng beieinander segelnd, erwartungsgemäß nichts schenkt.

Noch ein Küsschen von Freundin Karen und "tschüss" für mindestens drei Monate Weltumseglung © martin-raget

Noch ein Küsschen von Freundin Karen und “tschüss” für mindestens drei Monate Weltumseglung © kubisch

Die Nacht der Zweihand-Nonstop-Regatta rund um die Welt war geprägt von stark drehenden Winden, die in moderater Stärke bliesen. Es galt, die 60-Fuß-IMOCA im Dauerzustand optimal zu trimmen. Taktische Finessen konnten nicht ausgespielt werden – zumindest die vier Boote an der Spitze des Feldes blieben relativ dicht aufeinander.

Lediglich Anna Corbella, einzige Skipperin in der sieben Boote starken Flotte, fuhr auf ihrer „Centro Auditivos“ einen Ausreißversuch in Richtung nordafrikanische Küste, der sie allerdings (zunächst) ihren hervorragenden dritten Rang kostete. Doch da dürfte noch was „drin“ sein, denn auch Bernard Stamm hat mit seiner „Cheminée Poujoulat“ mittlerweile den direkten Weg in Richtung „Straße von Gibraltar“ verlassen und sucht weiter südlich einen taktischen Vorsprung in der Thermik Nordafrikas.

Eher flaue Winde beim Start © martin-raget

Eher flaue Winde beim Start © martin-raget

Derzeit segeln die Führenden bei 14-16 Knoten Windstärke mit 10-12 Knoten Bootsgeschwindigkeit auf die legendären „Säulen des Herakles“ zu, wie die alten Seefahrer die markanten Felsen von Gibraltar/Spanien und den gegenüber thronenden Berg Dschebel Musa in Marokko nannten.

Die großen Favoriten Thomson/Ribes führen auf der „Hugo Boss“ die Flotte an. Noch ca. 80 Seemeilen von der berühmten Meerenge entfernt, die das Meer vom Ozean trennt, sind die beiden am besten durch die vergangene Nacht gekommen und zeigen, dass ihr favorisiertes VPLP-Design (ex „Virbac Paprec“) durchaus hält, was es als Sieger des letzten Barcelona World Races versprach.

Doch auch die Spanier Altadill/Munoz auf „Neutrogena“ sowie der Schweizer Bernard Stamm sind auf schnellen Schlitten unterwegs und dürften jetzt schon sehnlichst die (hoffentlich) stabilen Nord-West-Winde entlang der Atlantischen Küste Marokkos erwarten. „Das Rennen wird eigentlich erst im Atlantik beginnen,“ hat Jean Le Cam, Stamms Co-Skipper, vor dem Start verlauten lassen.

Bernard Stamm checkt die Lage kurz nach dem Start © martin-raget

Bernard Stamm checkt die Lage kurz nach dem Start © martin-raget

Umso besser, wenn man diese imaginäre, neu gezogene Startlinie in guter Position überquert.

Von einer guten Ausgangslage bei der Einfahrt in den Atlantik träumte auch das Duo Riechers/Audigane. Sie hatten vor dem Start erklärt, dass sie in den prognostizierten moderaten Winden des Mittelmeers Akzente setzen wollten, da hier das „Bruch-Risiko“ auf der „Finot/Conq“-Konstruktion, die ihnen von Bertrand le Broc relativ kurzfristig vor dem Start überlassen wurde, deutlich geringer sei als im „großen Atlantik“.

Ärgerlich, dass sich ausgerechnet die beiden, nach einem sauber gesegelten Start auf Rang drei an der Luvtonne, als erstes Team mit einem Schaden herumärgern mussten. Jörg Riechers erklärt. “Es lief ziemlich gut aber dann hatten wir ein Problem mit dem Spinnakerfall und verloren gut 12 Meilen. ”

Sein Partner Sebastien Audigane kletterte in den Mast und klarierte das verdrehte Fall. Das Manöver dauerte nahezu zwei Stunden. “Dann mussten wir die ganze Unordnung aufräumen segelten also gut drei Stunden ohne Spinnaker und machten nur 7 bis 8 Knoten statt 12 bis 13. Ein sehr teurer Fehler!”  So verlor „Renault Captur“ den Anschluss an die vier Spitzenboote.

Kurz nach dem Start musste Audigane in den Mast der "Renault" © martin-raget

Kurz nach dem Start musste Audigane in den Mast der “Renault” © martin-raget

Derzeit segeln die beiden mit einem Rückstand von 62,9 Seemeilen auf „Hugo Boss“ auf Rang Fünf, liegen allerdings 40 Meilen vor dem nächsten Verfolger, der „One Planet/One Ocean“.

Die „Spirit of Hungary“ dümpelt förmlich mit einem Speed von 1,3 Knoten mehr als 100 Seemeilen hinter den Führenden am Ende des Feldes, auf dem achten Rang.

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Michael Kunst

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