ORCi WM: Böen bis zu 40 Knoten

Der Trick: Die Tüte bleibt im Sack

Von Gero Brugmann, Lobster One

Die holländische Ker 11.3 "Daikin Airco" beim Abflug vor Flensburg © Daikin Sailing Team

Der Flensburger Segel-Club (FSC) ist bekannt dafür, dass er keine halben Sachen macht, und seine Hausgewässer lassen so manchen Spaß zu, den andere nicht bieten können. Dass die diesjährigen ORCi Worlds etwas besonderen werden, war also zu erwarten (zusätzlich dazu, dass sie in unseren Gewässern stattfinden), und so kam es auch:

55 Boote bei Winden in den 20ern und 30 ern, und Böen bis in die 40 Knoten, da war Pogo vorprogrammiert, und die Segler konnten sich nicht nur dadurch auszeichnen, dass sie schnell sind, sondern auch dadurch, dass sie am Stück vom Kurs zurückkommen.

Besonderes Augenmerk richtet sich beim Studium der Pressemitteilungen (und Vernachlässigung jeglicher Cronologie der Ereignisse) auf Dr. Friedrich Hausmanns UIJUIJUI, der mit seiner zugegeben nicht ganz taufrischen, aber mächtig auf Speed gezeichneten Rainbow 42 im Middle-Distance Offshore (Punktefaktor 1.25) am Mittwoch den ersten Platz in der Alpha Division holte.

Sein Trick war, auf den Downwindern die Tüte im Sack zu lassen und mit seinem Monsterhaften Großsegel mit 20+ kn Speed am Feld vorbeizurauschen, während andere mit ihren Spinnakern die Blutgrätsche probten. Weniger kann da sehr viel mehr sein, besonders, wenn man solch einen Schlitten am Start hat – egal wie alt. Mancher wird sich da erinnern, als das Boot noch ROY hieß und Werner Schulz damit auf unkonventionelle, aber zielorientierte Weise über die Bahn prügelte.

Aber zurück zur WM: Zuverlässig arbeitet sich der 2009er ORCi-Europameister Christian Plump mit seiner Rodman 42 BELUGA SAILING TEAM auf dem ersten Platz der Division Alpha mit 2, 2, 5, 1 entlang, wobei die “5” mit gebrochenen Baum ersegelt wurde. Hut ab!

Ebenso setzte sich Jürgen Klinghardt in der Division Beta mit 1, 1, 3 an die Spitze, und mußte erst seit seinem 4 Platz im Long-Distance Offshore Race (67 sm, Punktefaktor 1.75) die holländische Salona 37 von Eric van Vuuren (1, 5, 2, 2) punktgleich neben sich ertragen. Mal sehen wie es heute weitergeht.

Die Rogers 46 SHAKTI beschädigte sich den Mast leider schon vor dem ersten Start. Es wäre interessant gewesen, wie sich ein solches Boot in diesem Umfeld schlägt. Schön anzusehen ist auch die holländische Ker 11.3 DAIKIN AIRCO, die vor dem Wind recht schnell abhebt.

Das Beste (oder zumindest das Schönste) zum Schluss: Unser aller liebstes All-Girls-Team TUTIMA (DK 46, Kirsten Harmstorf) holte sich im Long-Distance den 4 Platz. Die Freude war unüberhörbar, weit über Glücksburg hinaus.

Eventseite

Ergebnisse

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Spenden
http://nouveda.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *