Francois Gabart Interview: Neue Mega-Multi-Regatta – Auf Tragflächen um die Welt?

+++ Um die Welt "fliegen" +++

Während Thomas Coville bei seinem Einhand Rekordversuch um die Welt eingeparkt und 250 Meilen zurück liegt (Tracker), plant Francois Gabart eine neue Nonstop-Solo-um-die-Welt-Regatta. Er baut am 100-Fuß-Trimaran der neuen Generation. Im SR-Interview wagt er einen Blick in die Zukunft.

Trimaran Macif

Das Rendering weist auf keine radikale Flugmaschine hin © Macif

2013 wurde der Segelsport einen neuen Superstar geboren. Als Debütant gewann der damals 29-jährige Franzose Francois Gabart das Vendée Globe. Dabei stand er nicht nur auf der Ergebnisliste ganz oben, sondern er gewann auch die Gunst der Medien und des Publikums.

Viele reden nun über Francois Gabart als den Mann der Zukunft. Er wird für eine Art Messias gehalten, der mit seinem intuitiven Verständnis für die vielen Facetten des Sports, seiner großen Leidenschaft und seiner Jugend, im Stande sein könnte, den Segelsport nachhaltig zu erneuern.

Francois Gabart

Gabart ist bereit für neue extreme Aufgaben. © Macif

Sein neues Projekt deutet darauf hin, daß er schon auf dem besten Weg ist. Gabart will die IMOCA Klasse nach der Route du Rhum 2014 verlassen und seinen Vendée Globe Titel 2016 nicht verteidigen, aber sein Hauptsponsor Macif , finanziert einen 100-Fuss-Trimaran, der für eine Nonstop Solo-Weltumsegelung speziell entworfen und gebaut wird.

Dieses neue Boot soll nicht nur versuchen, den Weltrekord zu schlagen, es soll eine ganz neue Bootsklasse kreieren, mit der eine der spektatulärsten Weltumsegelungsregatten überhaupt absolviert wird. Øyvind Bordal hat für SR mit Gabart über sein neues Projekt gesprochen:

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Wie kamen Sie auf die Idee für die neue 100-Fuss-Klasse?

Francois Gabart

Gabart ist der neue Star am Einhand Himmel. © Macif

”Ich glaube daran, wenn du einen Traum hast, dann hast du auch die Chance diesen zu verwirklichen. Als ich das Vendée Globe segelte, habe ich meinen Traum realisiert. Unterwegs entstanden neue Träume in meinem Kopf. Ich dachte: Ich muss wieder eine Weltumsegelung machen! Aber es sollte mit einem Mehrrumpfboot sein.

Ich denke wirklich, dass in den Mehrrumpfbooten die Zukunft steckt. Sie segeln ganz einfach viel schneller. Darum wurde das mein neuer Traum. Als ich nach dem Vendée Globe angelegt hatte, teilte ich ihn meinem Sponsor, Macif, mit. Jetzt sind wir damit beschäftigt, ein neues Projekt zu entwerfen, bei dem wir eng zusammenarbeiten.

Könnten Sie etwas mehr über dieses Projekt berichten?

”Wir bauen einen 100-Fuss-Trimaran nach modernen Anforderungen. Die großen französischen Trimarane, wie zum Beispiel ‘Banque Populaire’, sind für eine große Besatzung gebaut. Aber unser Boot wird speziell für das Solo-Segeln ausgerichtet. Ich bin selber Ingenieur und weiß, dass es eine große Herausforderung ist, ein neues Boot wie dieses durchzudenken und zu konstruieren. Aber wenn ich die Boote vom Americas Cup sehe, gibt es so viele neue Gedanken, so viele neue Ideen!

Alles was zur Zeit um das Design der Mehrrumpfboote passiert, gibt unserem neuen Projekt viele interessante Perspektiven. Das Feld ist weit offen und und wir müssen alles aufs Neue durchdenken.

Trimaran Macif

Der geplante 100 Fuß Trimaran für Francois Gabart. © Macif

Wir sind gerade dabei, das Design fertigzustellen. Wir werden im Frühjahr 2014 mit der Herstellung des Bootes anfangen und es im Jahre 2015 vom Stapel laufen lassen. Wir rechnen damit, dass wir das ganze Jahr damit verbringen, mit dem Boot vertraut zu werden. Es ist ein fünf Jahres Projekt, und das Ziel soll sein, jährlich an drei Regatten teilzunehmen.

Wir werden auch Sponsor Incentives auf dem Boot abhalten können. Es wird leicht sein Leute an Bord einzuladen, denn es ist ja sehr groß! Wir wollen ein exklusives Gefühl davon vermitteln, wie diese Art Boote segeln.”

Welche Art von Wettfahrten ist geplant? 

”Unser großer Traum ist die Schaffung einer Regatta ähnlich der Vendée Globe, aber ausschließlich für Mehrrumpfboote ohne Größenbegrenzung. Ich denke, es kann das größte Ereignis auf dem Meer werden, das wir uns vorstellen können! Aus meiner Sicht ist das Vendée Globe momentan weltweit die schwierigste Wettfahrt, die größte Herausforderung. Unsere Wettfahrt kann da noch etwas draufsetzen. Es kann der neue Höhepunkt werden.

Es ist etwas ganz Neues, und ich glaube, dass ein riesiges Publikum eine solche Wettfahrt verfolgen wird. Es ist ein Märchen, etwas Universelles. Ein Mensch jagt mit seinem riesigen, extrem schnellen Boot um die Welt.”

Werden wir die neuen Trimarane foilen sehen?

Francois Gabart

Vendée Globe Sieger Francois Gabart verleiht der alten Hochsee-Riege neuen Glanz. © Macif

”Ich denke wir werden neue Ideen von der neuen, fliegenden Epoche sehen, die gerade vor uns liegt. Ich sage nicht, dass das neue Boot auf Foils um die Erde fliegt. Aber ganz sicher wir es es eines Tages möglich sein. Ob es in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren, weiß niemand.

Aber es wird ein Boot geben, dass um die Welt fliegen kann. Ich weiß nicht, ob ich derjenige sein werde, der die Möglichkeit bekommt, dann am Steuer zu stehen, aber ich hoffe wenigstens, dass ich es zu sehen bekomme. Ich bin allerdings sicher, dass Foiling in der Zukunft die richtige Art zu segeln wird.”

Wann startet die Regatta an? 

”Ich glaube nicht, dass es möglich ist, vor 2017 anzufangen, jedenfalls nicht für uns. 2016 findet ein Vendée Globe statt, und wir versuchen einen Konflikt zu vermeiden. Das ist wichtig. Der Winter im Jahre 2017-18 wird wohl ein guter Zeitpunkt sein.

Wie viele Boote werden am Start sein?

Es soll eine einfache und gleichzeitig außergewöhnliche Wettfahrt werden. Meiner Meinung nach darf es keinen leichten Zutritt dafür geben. Der Start beim Vendée Globe wird leichter sein. Aber wir brauchen keine fünfzig Boote. Es sollten nicht zu viele Boote teilnehmen. Ich schätze, dass sechs bis acht  Multihulls ausreichen.”

Wissen Sie, ob es andre laufende, konkrete Projekte gibt?

”Ja, Banque Populaire und Sodebo sind im vollen Gang, wir sprechen viel miteinander. Skipper wie Marc Thiercelin und Francis Joyon sind interessiert. ‘Spindrift’, die alte ‘Banque Populaire’ ist involviert. Viele große Segler sind interessiert. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass es funktionieren kann. Wir haben viele Gespräche und Diskussionen in Frankreich gehabt, und wir schauen alle in dieselbe Richtung.

Ich bin mir sicher, daß mindestens drei Segler antreten werden, einschließlich meines Bootes. Wenn es 2017 nicht klappt, wird es 2019 einen neuen Versuch 2019 geben. Es ist eines der wichtigsten Dinge überhaupt für mich, an diesem Traum weiterzuarbeiten. Das ist der Grund, warum ich an diesem Sport festhalte. Wir brauchen neue Ideen, damit das Märchen weitergeht!”

 

 

 

 

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