Highspeed-Unfall: Boris Herrmann rast am Gardasee mit GC32-Foiler über Gummiboot

Vor die Rümpfe geraten

Boris Herrmann hat an Bord des GC32 Katamarans Malizia einen furchteinflößenden Zusammenstoß erlebt. Im Highspeed-Foiling-Modus überfuhr er mit Prinzensohn Casiraghi ein Presseboot.

Der Vorfall ereignete sich bei der GC32 Racing Tour vor Malcesine am Gardasee, bei der zehn Hochgeschwindikgeitskatamarane vom Typ GC32 am Start sind. Im fünften von neun Rennen geriet dem Malizia Steuermann Pierre Caziraghi, für den Boris Herrmann den Traveller bedient, ein Fotoboot in den Weg, auf dem der maritime Star-Fotograf Carlo Borlenghi arbeitete. Der Kat raste mit maximalem Speed über das Hindernis und überschlug sich.

Boris Herrmann, GC32

Wie Prinz Casiraghi mit Boris Herrmann das Fotoboot überfährt. © Oscar Lindley Smith

“Gott sei Dank wurde niemand verletzt”, sagt Boris Herrmann. “Aber der Unfall hat einen technischen Schaden am Boot verursacht.” Das Rennen wurde abgebrochen und tatsächlich ist es fast ein Wunder, dass die Gummiboot-Besatzung nicht von einem der Foils erwischt wurde.

Franck Cammas hatte sich schon eine schwere Fußverletzung durch seine eigene Tragfläche zugezogen, Artemis erlitt einen Crash mit dem Schiri-Boot in Bermuda  und bei einem ähnlichen Unfall mit dem Mega-Tri Spindrift, hat ein Mitglied der Rennleitung ein Bein verloren.

Unfälle häufen sich

Herrmann mahnt: “Für zukünftige Veranstaltungen ist es besonders wichtig, dass die Sicherheitsbestimmungen von akkreditierten Bootsbesatzungen und Zuschauern eingehalten werden.”

Boris Herrmann GC32

Malizia wird nach der Kollision mit dem Fotoboot wieder aufgerichtet. © Max Ranchi

Tatsächlich häufen sich die Unfälle mit den Highspeed-Segelgefährten. Die Segler selber gewöhnen sich schnell an die verschiedenen unterschiedlichen Winkel, die im Foiling-Modus gesteuert werden müssen. Aber gerade für Zuschauer sind sie schwer zu antizipieren, wenn sie mit ihren Booten vor die Rümpfe geraten.

Die Ergebnisse sind angesichts des dramatischen Vorfalls schon fast in den Hintergrund getreten. Aber es ist bemerkenswert, dass es dem schweizer Team Tilt erstmalig gelang, das französische Cup Team von Franck Cammas in die Schranken zu weisen. Möglich wird das durch die Kooperation mit dem Team New Zealand und dem Kiwi-Skipper Glenn Ashby an Bord.

Auch Boris Herrmann ist nach dem Schock durch die Kenterung und einigen schweißtreibenden Reparaturen noch mit einem starken fünften Platz belohnt worden. Er segelt Seite an Seit mit dem französischen Cup-Spezialisten Sébastien Col.

Ergebnisse GC32 Racing Tour

Das Malizia Team aus Monaco mit Boris Herrmann an Bord:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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6 Kommentare zu „Highspeed-Unfall: Boris Herrmann rast am Gardasee mit GC32-Foiler über Gummiboot“

  1. avatar Stefan Scherf sagt:

    Für mich sieht es so aus, als würde der Kat zum Motorboot hin abfallen. Ist das ein Ausweichversuch, oder wird wegen einer Böe abgefallen?

    Der Kat ist ziemlich schnell, das Motorboot steht, bzw. macht kaum Fahrt.

    Der Unfallbericht würde mich interessieren.

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    • avatar Fakt sagt:

      Ein Ausweichversuch ist das sicher nicht. Eher ist zu vermuten, dass die tiefgeschnittene Fock die Sicht auf das Gummiboot versperrte so dass es nach dem Runden der Luvtonne zu dem Unfall kam.

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  2. avatar Jörg sagt:

    Foilende Kats sind beim Ausweichen lange nicht so flexibel wie herkömmliche Kats. Das liegt an dem schmalen Grat der Balance zwischen Über- und Unterwasseranhängen. Also mal eben Last-second um 45 Grad abfallen oder anluven ist eher schwierig. Bei den Mobo´s eines Fotografen geht man als Segler wohl eher davon aus das dieser seine 150 Pferde kurz bemüht um weg zu kommen…..

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 4

    • avatar Manfred sagt:

      @ Jörg: Ich weiß nicht warum Du einen dislike bekommen hast, denn im Kern ist deine Aussage richtig. Das Mobo gehört da garnicht hin.

      Den Aufnahmen nach zu urteilen, fiel wohl eine Bö ein und dann heißt es zügig abfallen oder umfallen. Egal ob man einen Blick nach Lee hat. Bei einem hektischem Ausweichmanöver nach Luv (was keiner macht auf diesem Kurs) wäre der G32 Cat wohl flach auf das Mono gefallen…oder daneben, je nach Fliehkraftmoment.

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      • avatar Fakt sagt:

        Von Ausweichen oder einem Ausweichmanöver kann doch keine Rede sein. Stattdessen ändert der Kat seinen Kurs und nimmt unabsichtlich das Schlauchboot aufs Korn, welches offenbar durch die Vorsegel verdeckt war.

        Auch wenn das Schlauchboot da nicht hingehörte, wer einfach drüberbrettert gehört nicht auf die Regattabahn…

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  3. avatar eku rochla sagt:

    Ich bin ja nicht SR-Club Mitglied und habe das Video daher erst gerade auf der Yacht Seite gesehen.
    Habe auch keine Ahnung ob das jetzt noch jemand liest .., aber mir gefällt die Diskussion eigentlich nicht.

    Es sollte immer eines klar sein: Egal welche Gründe, es darf niemand dabei verletzt werden (bis hin zu dem Vorfall mit Spindrift – Bein weg)

    Ihr (SR) und andere hattet in letzter Zeit einige Berichte über Kollisionen:
    1. Crash 1+2 bei dem Event in Marstrand (Vorläufe Artikel zur Entscheidung + jetzt Finale)
    2. Crash von Spindrift
    3. dieser Crash jetzt (mit dem Boris vermutlich nichts zu tun hat, weil nicht verantwortlich)
    4. (Dafür gibt es jetzt reichlich “rot”) ist schon etwas länger her: Das Mobo vor Pelzerhagen (oÄ)

    ME sollten da immer gleiche Kriterien angelegt werden. Eben wie auch in dem ersten Fall hier auf SR betr Marstrand. Es hat nicht nur etwas mit Regatteregeln zu tun. Während meines SSZ (Z!) Kurses an der hiesigen HS für Nautik wurde das immer wieder hervor gehoben: Recht heißt nicht einfordern können. (Bei der Radarsimulatorfahrt am Ende des Kurses hat uns der Hochschullehrer, der das nebenbei machte, ganz schön vorgeführt was das subjektive Rechtsempfinden und die realen Regeln angeht – 2x 2-300m versenkt)
    Wir können es auch anders formulieren:
    Fußgänger missachtet das ROTE Signal.
    Autofahrer beachtet (oder gehorcht dem Grünen..) das GRÜNE Signal.
    Fußgänger danach tot.
    Wer hat Schuld? (Ehtische Fragen mal beiseite lassend – oder Religiöse ..)

    Zu den oben angeführten Crachs:
    1: absolut richtige Entscheidungen! Habe ich auch schon erlebt. Vorfahrt hilft nichts, ich habe so zu reagieren, dass es keine Kollision gibt. Es ist egal, ob ich dadurch die ganze Regatta versaue.
    2.: ME absolute Fehleinschätzung von Spindrift. Ich habe mir das Replay vom Start auf der VO-Race Seite angesehen: Da ist kein Segler unter Vollzeug zu sehen – alle nur mit Groß- oder Vorsegel und Maschine um jederzeit reagieren zu können.
    3.: Entweder gibt es eine abgesperrte Bahn (was mW bei keiner Regatta der Fall ist) oder ich muss hinreichend Audkuck gehen um solche Vorkomnisse zu verhindern. Wenn das Vorsegel zu tief geschnitten ist, muss halt ersatzweise eine Kamera oder sonstwas dafür sorgen, dass ich ein Boot in Lee hinter den Segeln erkenne. (ich weiß, dass so etwas passieren kann! – Aber darf es das auch?)
    4.: Denkt euch jetzt mal die Argumente weg von dem Mobo auf ein echt schnelles Sebo. Nur als Startbutton: Eingeschränkte Sicht ….?

    Ich habe viel Spaß an den Regatten in Marstrand gehabt – toll anzusehen etc – viele Details gesehen etc. Aber ob die Kisten foilen oder nicht und ob sie 3 oder 30 kn Speed machen: Es sollte niemand verletzt bzw gefährdet werden.

    Grüße
    eku

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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