ISAF-Jahrestagung: Weichen für Rio 2016 sind gestellt

Weiter Sorge um Olympia-Kloake

Die Sauberkeit der Guanarama-Bucht vor Rio de Janeiro als olympisches Segelrevier lässt knapp zwei Jahre vor den Spielen weiter zu wünschen übrig.  © Secretaria de Estado do Ambiente do Rio

Die Sauberkeit der Guanarama-Bucht vor Rio de Janeiro als olympisches Segelrevier lässt knapp zwei Jahre vor den Spielen weiter zu wünschen übrig. © Secretaria de Estado do Ambiente do Rio

Knapp zwei Jahre vor den nächsten Olympischen Spielen wächst die Befürchtung, dass Brasilien das Segelrevier vor Rio de Janeiro nicht sauber bekommt. Auf der Jahrestagung des Weltsegelverbands ISAF wurden weitere Maßnahmen angekündigt, um die verdreckte Guanamara-Bucht in einen akzeptablen Zustand zu verwandeln.

Drei neue Abwasserreinigungsstationen, die Säuberung von Flüssen und ein Sanitärsystem sollen neben zahlreichen Öko-Barrieren und -Booten für eine reinliche Regatta sorgen. So die Pläne.

Mit solchen Müll-Sammel-Böötchen will man 2016 vor Rio de Janeiro klare Fakten schaffen © meu rio

Mit weiteren fünf noch größeren solcher Müll-Sammel-Boote wollen die Organisatoren 2016 vor Rio de Janeiro klare Fakten schaffen © meu rio

Walter Boddener, Segelmanager für Rio 2016, hatte bei den ISAF-Delegierten in Palma de Mallorca einen schweren Stand. Obwohl logistisch in der Marina de Gloria alles bestens vorbereitet scheint, klagten die Funktionäre weiter die miserable Wasserqualität unter dem Zuckerhut an.

Bei der Ankündigung, mit sieben weiteren Öko-Barrieren und fünf zusätzlichen, größeren Öko-Booten zum Einsammeln von schwimmendem Müll einen “Abwassergürtel” zu konstruieren, wurden Erinnerungen an die ungezählten chinesischen Seegrasfischer von Qingdao 2008 wach. Künftig sollen zweimal pro Monat Wasserproben entnommen und getestet werden, um den Fortschritt zu überwachen.

Aus für spektakuläre “Theater-Rennen” im 49er

Der Korridor-Kurs bei der EM. © SEIKO 49er

Passé: Korridor-Kurs der 49er. © SEIKO

Fortschritt sollte auch der Final-Modus der 49er-Regatten mit drei Medaillenrennen im Theaterstil (begrenzte Wasserfläche) sein. Diesen Sonderstatus hat die ISAF im Sinne einer einheitlichen Austragung der Segelwettbewerbe gekippt. In Rio wird es für die 49er-Männer und die 49er-FX-Frauen wie in allen anderen Klassen nur noch ein Medal Race geben, das doppelt zählt und rund 20 Minuten dauert.

Mit der klaren Reglung soll das Segeln vereinfacht  und die Spannung erhöht werden. Die größere Anzahl von einzelnen Skiff-Wettfahrten vor dem Finale im Vergleich zu den anderen Booten bleibt davon unberührt.

49er

Beide 49er-Klassen werden in Rio nur noch eins statt drei Medaillenrennen segeln. © Sailing Energy

Die letzten ein bis zwei (je nach Disziplin) europäischen Nationenplätze für die Spiele werden bei der Prinzessin Sofia Regatta 2016 in Palma de Mallorca vergeben. An diesen Strohhalm könnten sich auch alle deutschen Aktiven klammern, die es nach der Enttäuschung von Santander dieses Jahr auch bei ihrer nächsten WM nicht schaffen, einen Startplatz zu ergattern.

Qualifikationsmodus für Olympia

Damit wäre allerdings nur die erste Hürde des dreistufigen Qualifikationsmodus genommen, den der DSV Ende Oktober beschloss. Wer nach Rio will, muss mindestens bei einer vorgegeben EM, WM oder internationalen Regatten unter die Top zwölf und unter die besten zehn Nationen kommen. Schafft das mehr als einer in derselben Klasse, wird der Bessere geschickt.

Viel Rauch, aber vorerst keine Änderung gibt es beim Weltverband zur so genannten Profi-Reglung. Mit der Eingabe 025-14 sollte die gesamte Klassifizierung (Einstufung Profi/Amateur) von Seglern durch die ISAF gestoppt und diese Hoheit den einzelnen Klassen übertragen werden. Kritiker sahen einen unkontrollierbaren Missbrauch durch den verstärkten Einsatz bezahlter Segler in vermeintlich regulierten Regatten kommen. Gleichwohl sollen die Kriterien überdacht und weiter diskutiert werden.

Bis auf weiteres ohne deutschen Event bleibt der Segelweltcup, der durch Qualifikationsveranstaltungen für die einzelnen Regatten der Serie aufgewertet werden soll, damit wirklich nur die Besten der Besten teilnehmen. Das war auch in dieser Saison noch längst nicht überall gelungen.

Gleichwohl hält die ISAF 2015 am Weltcupfinale Ende Oktober in Abu Dhabi in den Vereinten Arabischen Emiraten und europäischen Weltcup-Austragungsorten Ende April in Hyères/Frankreich und Mitte Juni in Weymouth/Großbritannien kurz vor der Kieler Woche fest. Letzteres muss Segeldeutschland weiter wurmen.

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