Kieler Woche: IDM Seesegeln endet „tricky“

Wolkenstudium zahlte sich aus

Kieler Woche, IDM See,

Mit 0,2 Punkten Vorsprung zum IDM-Titel: „Sportsfreund“ (Axel Seehafer/Heiligenhafen). © segel-bilder.de

Dramatischer Regattaverlauf in der Konvergenz-Zone. Max Gurgel siegt in ORC II, Axel Seehafer triumphiert bei ORC I. Zuletzt wurde es eng…

Von den Yacht-Crews wurde noch einmal Gespür für den Wind gefordert, so dass die Meisterschaft mit einem Programm unter allen Bedingungen abgerundet wurde. In der ORC III landete die bereits als Siegerin feststehende „Bachyachting Racing Team“ von Jascha Bach (Niederlande) noch einen weiteren Sieg. In den beiden anderen Klassen wurde es eng. Lediglich 0,2 Punkte trennten schließlich ORC I-Sieger „Sportsfreund“ (Axel Seehafer, Heiligenhafen) von Verfolger „Silva Neo“ (Dennis Gehrlein, Kiel). In der ORC II eroberte die „X-Day“ von Max Gurgel (Hamburg) durch den abschließenden Tagessieg doch noch den Meistertitel.

Richtiges Gespür

IDM-Wettfahrtleiter Stefan Kunstmann freute sich, dass sein Risiko belohnt wurde, dem schwierigen Wetterszenario getrotzt zu haben. Wegen des engen Zeitplans hatte er sich entschlossen zu starten, obwohl sich die Druckgebiete noch stabilisieren mussten. „Damit war es trickreich für die Segler, und sie mussten die Wolken sehr genau lesen. Aber es war keineswegs eine Lotterie. Wer das richtige Gespür hatte, der konnte einiges daraus machen“, so Kunstmann. Insgesamt befand der Wettfahrtleiter die Tage vor Kiel als sehr würdige Meisterschaft: Strategie und Durchhaltevermögen waren in einer landschaftlich interessant ausgelegten Langstrecke gefragt, schnelle und reibungslose Manöver wurden bei den Up-and-downs gefordert. „Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr sich das intensive Training der Teams im Frühjahr ausgezahlt hat. Die Mannschaften scheinen gut vorbereitet für die Weltmeisterschaft in Kopenhagen.“

“Beim ersten Downwinder herangesaugt”

Auf der „X-Day“ von Walter Watermann (Dortmund) wurden im Abschlussrennen der ORC II alle Register der Wetterbeobachtung gezogen: Stratege Sven Gauter stand bis kurz vor dem Start auf der Saling im Mast, um die Windstriche zu entdecken, und sorgte so für einen guten Start seines Schiffes. Dazu wurde Segelflieger Kai Rohse Brandenburger in die Interpretation der Wolkenbilder einbezogen. Das zahlte sich aus: „Auf dem ersten Downwinder haben wir uns an die ,Sydbank’ herangesaugt, sind auf dem zweiten an ihr vorbeigegangen“, berichtete „X-Day“-Steuermann Max Gurgel. So hielt die „X-Day“ die Verfolger von der „Sydbank“ auch in der Gesamtwertung auf Distanz. Auf Platz zwei des Podiums positionierte sich sogar noch die „Arxes-Tolina BM Yachting“ von Peter Beck Mikkelsen (Flensburg).

Kieler Woche, IDM See,

Die Crew der „X-Day“ von Walter Watermann (Dortmund) zog alle Register der Wetterbeobachtung. © segel-bilder.de

Das kollektive Durchatmen auf der „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) wurde nach dem Blick auf die Ergebnisliste deutlich. Platz drei zum Abschluss direkt hinter der „Silva Neo“ (Dennis Gehrlein) reichte zum knappen Gesamterfolg. „Unser Dank geht an die Frauen von der ,Tutima’, die in dem Rennen vor der ,Silva’ geblieben sind. Sonst hätte es für uns nicht gereicht. Es war toll zu sehen, wie die in den Rennen Gas gegeben haben.“ Die „Tutima“ musste sich trotz einer starken Serie von drei Siegen auf den Up-and-Downs zum Abschluss mit Rang drei begnügen. „Wir hätten noch einen Tag mehr gebraucht“, so Steuerfrau Kirsten Harmstorf.

Nach dem vorzeitigen Titelgewinn der niederländischen „Bachyachting Racing Team“ sichertesich Knut Freudenberg (Bad Laer) mit seiner „Halbtrocken“ den zweiten Rang der ORC III/IV. Die Medaillenambitionen von Vorjahressieger Jürgen Klinghardt (Hamburg) endeten im Abwind der schwedischen „Malin“ von Patrik Forsgren.

Zufrieden mit den Ergebnissen der IDM zeigte sich der DSV-Seesegel-Chef, Wolfgang Schäfer. Der Lüneburger Arzt war nach Kiel angereist, um die letzten Wettfahrten zu verfolgen. „Enge Rennen auch zwischen Gennaker- und Spi-Yachten zeigen, dass die Formal stimmt“, so der Farr-40-Skipper.

Ergebnisse IDM See

ORC I: 1. „Sportsfreund“ Axel Seehafer (Heiligenhafen,2,4/2(3)1/2/2/3) Punkte 12,4; 2. „Silva Neo“ Dennis Gehrlein (Schwetzingen,3,6/1/1/2/3(4)2) Punkte 12,6; 3. „Tutima“ Kirsten Harmstorf (Hamburg,4,8/3(4)4/1/1/1)14,8; 4. „Tonnerre de Breskens“ Piet Vroon (NED,1,2(4)2/3/4/3/4)17,2; 5. „Aquis Granus IV“ Rolf-Hendrik Wittenberg (Aachen,7,2/5/5(8)8/8/5)38,2; 6. „Broader View Hamburg“ Katrin Hilbert (Ratzeburg,6(8)8/8/8/8/8)46;

ORC II: 1. „X-Day“ Max Gurgel (Hamburg,1,2/4/4/4,5(6)3/1) Punkte 17,7; 2. „Arxes-Tolina BM Yachting“ Peter Beck Mikkelsen (Flensburg,3,6/2/6/4,5/1/2(18))19,1; 3. „Sydbank“ Torsten Bastiansen (Flensburg,8,4/3/3/2(4)1/2)19,4; 4. „Dockenhuden“ Thomas Jungblut (Hamburg,4,8/5(7)1/2/7/4)23,8; 5. „Sporthotel“ Karl Dehler (Greifswald,6/6/1/3(7)6/6)28; 6. „Sirena“ Henrike Söderlund (DEN,9,6/1/2/6/8/4(18))30,6;

ORC III/VI: 1. „Bachyachting Racing Team“ Jascha Bach (NED,2.4/1/1/1(3)1/1) Punkte 7.4; 2. „Halbtrocken“ Knut Dr. Freudenberg (Bad Laer,10.8/2/2(3)1/2/2)19.8; 3. „Malin“ Patrik Forsgren (SWE,13.2/3/3/2/4/4(18))29.2; 4. „Patent3“ Henning Tebbe (Hamburg,1.2/4/9/4/6/6(15))30.2; 5. „Extreme“ Alstis Kalanavicius (LUT,9.6/5(12)9/8/3/4)38.6; 6. „Chinook“ Johann Friedrichsen (Flensburg,7,2(11)8/10/7/5/6)43,2;

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