Kite Foiling: Gold-Cup-Event weist Richtung Olympia – Spektakuläre Bilder aus Italien

Auch so sieht Segeln aus

Man sollte sich schon mal dran gewöhnen. An den Kite-Foils geht für Olympia 2020 kein Weg vorbei. Beim ersten Gold-Cup-Event mischt auch ein Deutscher ganz vorne mit.

Kite Foil Gold Cup

Die Männer-Flotte nach dem Start. © Alexandru Baranescu/IKA

Der Anblick mag für Segel-Puristen etwas gewöhnungsbedürftig sein. Aber der Vormarsch der Kite-Foiler ist nicht mehr aufzuhalten. Und es gilt als sicher, dass sie schon 2020 in Japan ihren Olympia-Spot in der Segel-Familie erhalten werden.

Nach den Spielen in Rio wird entschieden. Und das Rennen der Klassen um die begehrten Plätze ist wieder völlig offen, seit das IOC dem Weltseglerverband World Sailing ordentlich Druck macht.

Kite Foil Gold Cup

Die Kite-Foiler haben unter dem Brett eine mächtige Tragfläche montiert. © Alexandru Baranescu/IKA

So muss man genauer hinsehen, ob die junge Disziplin schon reif ist für olympische Weihen. Das wollten die Organisatoren bei dem ersten Stop der neu ins Leben gerufenen World Tour zeigen, auf der am Ende des Jahres einen Weltmeister-Titel vergeben wird.

200.000 Dollar Preisgeld in Katar

So traten am italienischen Hang Loose Beach in Gizzeria die 62 besten Kite-Foiler der Welt aus 26 Nationen an, um zu zeigen, was ihr Sport zu bieten hat. Vier Stopps sind auf der Tour geplant. Der zweite in der Türkei ist wegen er politischen Unruhen abgesagt, aber danach geht es im Oktober nach Süd-Korea und im November nach Katar.

Kite Foil Gold Cup

Leetonnenrundung. © Alexandru Baranescu/IKA

Alle Top-Surfer werden erwartet. Denn im Unterschied zu den Segel-Disziplinen, die aufwändig ihr Material per Container durch die Welt schleppen müssen, passt das Gepäck der Kiter locker ins Flugzeug. Außerdem wird Preisgeld ausgeschüttet. Allein beim Finale in Qatar sind es 200.000 US Dollar.

Wie jung die Szene ist, zeigt das Ergebnis von Italien. Der französische Sieger Axel Mazella ist erst 18 Jahre alt. Auch der deutsche Shooting-Star Florian Gruber aus Garmisch-Partenkirchen ist mit 22 Jahren noch ganz am Anfang seiner Karriere. Das Mitglied beim Altmühltal-Segelclub wird von seinem Vater betreut, mit dem er in Absberg am Kleinen Brombachsee eine Surfschule betreibt.

Verheddern mit den Schnüren

Am Hang Loose Beach holte sich der Kite-Race-Weltmeister von 2013 Rang fünf auf dem neuen Foiler und zementierte damit seinen Platz in der jungen Klasse, die sich immer rasanter entwickelt.

Kite Foil Gold Cup

Auf dem Kreuzkurs. © Alexandru Baranescu/IKA

Auch bei den großen Wellen im Mittelmeer gingen die Rennen relativ problemlos über die Bühne. Die Kite-Foils können extrem hoch am Wind segeln und reiten auch die größten Brecher kontrolliert ab. Vor dem Wind wird ein Speed von bis zu 35 Knoten erreicht. Hin und wieder geraten sich die Piloten zu nahe und verheddern sich mit Schnüren und Drachen , aber das Problem scheint keine übergeordnete Rolle zu spielen.

So scheint der Weg bereitet für 2020. Wer dafür weichen muss ist nicht klar. Aber die RS:X-Windsurfer machen sich große Sorgen. Schon haben sie auch eine Foil-Version auf den Markt gebracht. Aber die Kiter sind da deutlich weiter.

Ergebnisse Kite Foil Gold Cup

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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