Knarrblog: Outtake vom Drachensegeln – Bord-Chaos an der Leetonne

War was?

Letztens bei der Drachenregatta. Ich dachte, die Kopf-Kamera wäre eine gute Idee. Mal einen netten schönen Film machen über entspanntes Segeln mit dem eleganten Bleitransporter. 

Es geht um den Bajazzo-Pokal auf der Alster. Die Stammcrew hat zwar keine Zeit, und schon gar nicht am Freitag, an dem schon die Norddeutsche Meisterschaft startet. Aber eigentlich wäre es doof, dieses Wochenende zu verpassen. Die Vorhersage verspricht schönes Wetter, schönen Wind,  35 Drachen stellen eine stattliche Flotte dar und die eingebettete Meisterschaft verspricht hohe Qualität.

Auf den letzten Drücker telefonieren wir ein Team zusammen. Es soll ein schöner Männertörn auf der Alster werden. Am Start läuft es noch etwas holprig. Im Vergleich zur J/70 sind die 1,7 Tonnen dann doch etwas schwieriger zu beschleunigen. Aber links steht eine hübsche Kante, wir schäumen über das Feld und liegen vorne.

Wenn nur am Leetor dieses Tuch in die Trompete rutschen würde. Irgendwie hakt es an allen Enden. Wie haben wir das nur im vergangenen Jahr gemacht? Hätten man doch etwas üben sollen? Es kann doch nicht so schwierig sein.

Dauerhafter Beep Ton

Langsam wird es besser. Im vierten Rennen wage ich dann auch, die Kamera aufzusetzen. Aber das hätte ich besser nicht getan. Fies, wenn man sich selbst fluchen hört. Was läuft da nur falsch beim Spibergen?

Eigentlich will ich ein hübsches Filmchen zusammen schneiden, aber dann müsste man einen dauerhaften Beep-Ton über einige Szenen legen. Nur am Ende habe ich noch ein Stück gefunden, in dem ich nicht so präsent bin 🙂

Wir liegen hinten, überlegen schon, ob wir nicht besser einen Streicher einkalkulieren, und erst mal ein paar Übungsrunden drehen. Es hält auch niemand an, um uns Hilfe anzubieten. Eigentlich sollten wir auf der Kreuz nach links, nun dümpeln wir mit flatternder Genua nach rechts.

Es dauert seine Zeit, bis das Chaos behoben ist. Spifall und Genua haben sich verdreht. Immerhin ist das Vorwind-Tuch einigermaßen verstaut. Aber es fühlt sich alles nicht besonders positiv an.

Privatböe von Rechts

Also gut, weiter geht’s. Etwas lustlos halten wir raus auf die rechte Seite, und plötzlich wie aus dem Nichts kommt da dieser magische Dreher. Er zieht und zieht und zieht. Ziemlich unverdient. In so einer Situation sitzt man immer auf dem Schiff und wagt es nicht, zu atmen. Sonst mag der Privatböe unvermittelt die Luft ausgehen.

Pramann, Waak, Hellriegel, Berliner räumen auf der Alster ab. © NRV

Aber sie hält. Ein achter Rang in diesem Lauf bedeutet Rang zwei, da am Sonntag nicht mehr gesegelt wird. Hinter den überlegenen Siegern Dirk Pramann, Stefan Waak und Stefan Hellriegel vom VSaW in Berlin, die zu den besten deutschen Drachenseglern gehören, kann man sich auch guten Gewissens einordnen und schon überlegt man: War was? Was war eigentlich?

Das mit den Leetonnen-Problemen verflüchtigt sich ganz schnell in der Erinnerung. Und am Ende glauben wir noch selber, dass man diese Windentwicklung doch ganz gut auf dem Wasser sehen konnte.

So gestaltet sich Männertörn beim Aprés-Sail-Bier noch sehr amüsant. Was bleibt ist nur dieses Filmdokument.

Ergebnisse Bajazzo PReis 2017

Ergebnisse Norddeutsche Meisterschaft 2017 (parallel)

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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