Lärmendes Surf-Video, Boris fehlen vier Meilen zur “Mirabaud”

Gaumenfreuden aus der Tüte

Nach dem kurzzeitigen Rückschlag haben sich Boris Herrmann und Ryan Breymaier wieder an die „Mirabaud“ heran gekämpft. Die Reparatur und Segelsuche hatte sie 40 Meilen gekostet, aber am Sonntag war „Neutrogena“ wieder bis auf zwei Meilen dran am erfahrenen schweizfranzösischen Pärchen.

Boris ist beim Essen erschöpft eingeschlafen. Oder macht er nur kurz die Augen zu? © FNOB

Allerdings halste Mirabaud dann früher auf die Vorwind-Anliegelinie zum nächsten Tor und Boris nahm einen Umweg in Kauf, um etwas tiefer in den Süden vorzustoßen. So wuchs der relative Rückstand erst auf 40 Meilen. Aktuell liegt er aber inzwischen wieder bei vier Meilen. Beim nächsten Positionsreport dürfte “Neutrogena” vorbei sein.

"Mirabaud", seit Tagen der direkte Gegner. "Boris und Ryan sind nette Jungs..." © FNOB

Das Duo hat bei dem Duell allerdings dramatisch auf die vorderen Plätze verloren. Während die ersten vier Boote den Tanz durch die Tore fast auf direktem Weg absolvieren konnten, wurde das Verfolgerfeld von die Windrichtung genau aus West zum Zickzack-Kurs gezwungen.

An der Spitze profitierte „Virbac“ vom frühen Durchsegeln des Kurses. In drei Tagen wuchs der Vorsprung zur zweitplatzierten „Mapfre“ von knapp über 400 Meilen auf jetzt 744. Die Eistore lassen den Teams keine Chance, bremsende Wettersysteme zu umfahren. Es geht um Glück und Pech.

Die Situation am 7.2. "Neutrogena" und "Mirabaud" müssen zum Eistor hoch. Die Konkurrenz konnte einen direkteren Weg segeln. "Virbac" zieht vorne immer weiter davon.

Aber die Beschwerden der Segler halten sich in Grenzen. Ryan Breymaier beschreibt vielmehr sehr eindringlich das Gefühl, wie es ist, in der Nähe eines Eisbergs zu segeln: „Wir passieren einen Eisberg, der auf unserer Karte in einem Abstand von 20 Meilen erscheint. Ich sehe alle zehn Minuten genau nach vorne, in der Hoffnung, nichts zu sehen.

Es ist nervenaufreibend. Denn wenn die Satelliten einen großen Eisberg sichten, dann bedeutet es, dass viele kleinere abgebrochene Stücke drumherum im Wasser schwimmen, die kaum zu erkennen sind. Die Satelliten erfassen nur Stücke bis zu 140 Metern Größe.

Ryan repariert unter Deck die gebrochene Wasserleitung... © FNOB

Wir erreichen gerade 25,7 Knoten. Wenn man mit diesem Speed auf ein Stück mit der Größe eines Autos trifft, würde es den vorderen Teil des Schiffes so weit zerstören, dass wir es verlassen müssen. Es würde sinken. Wir glauben fest daran – und hoffen – dass diese Growler nachts nicht existieren.“

Derweil äußert sich der Gegner Dominique Wavre (56) mit seiner schnellen „Mirabaud“ begeistert über den Zweikampf mit der „Neutrogena“. „Es ist ein herrlicher Kampf. Wir kommunizieren per email von Bord zu Bord und prüfen die eingehenden Informationen zusammen. Es ist cool, ein Boot so nahe dabei zu haben. Es motiviert und stimuliert. Boris und Ryan sind wirklich nette Jungs. Wir haben sie vor zwei Tagen unter Spi auf parallelem Kurs gesehen.“

...bis er erschöpft im Sitzen einschläft. © FNOB

Boris hat unterdessen die Zeit gefunden, seine Fan-Gemeinde in die Kunst der guten Küche an Bord eines Open 60 einzuführen. In seinem aktuellen Blog-Eintrag berichtet er über die Gaumenfreuden aus der Tüte. Manchmal gibt es sogar frisches Getier. „In den Tropen hat Ryan fliegende Fische mit Zitronensaft gegart – gar nicht schlecht!“

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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