Laser EM: Svenja Weger holt sensationell den Sieg in Split – Buhl auf Platz 23.

Titel ist Titel

Die 20-Jährige Laser Seglern Svenja Weger vom Potsdamer Yacht-Club hat überraschend die EM der olympischen Laser Radial Klasse in Split gewonnen. Allerdings kam nur ein Goldfleet-Rennen zustande.

Svenja Weger

Svenja Weger auf dem Weg zum EM Titel. © Tom Thouw

Wenn Svenja Weger einmal auf ihre Karriere zurück blickt, wird sie vermutlich auf schönere Regattasiege, als diesen in Split zurückblicken können. Denn bei Leichtwindbedingungen kam nur die Hälfte der geplanten zwölf Rennen zustande.

Nach sechs Qualifikationsläufen sollte noch weitere sechs Regatten der besten 46 von 92 Teilnehmern in der Goldgruppe gegeneinander antreten. Aber nur ein Rennen kam zustande.

Svenja Weger behauptete bis dahin sensationell eine knappe Führung vor der holländischen Olympia Silbermedaillen-Gewinnerin Marit Bouwmeester und viele erwarteten von der Berlinerin den Einbruch.

Stattdessen gewann die Junioren Welt- und Europameisterin von 2013 nervenstark aber auch dieses Rennen gegen die besten der Welt und baute ihren Vorsprung mit der Serie 1, (4), 2, 1, 4 und 1 auf erstaunliche 13 Punkte aus. Sie  konnte schließlich entspannt mit ansehen, wie der letzte Renntag der Flaute zum Opfer fiel.

Goldrennen nicht streichbar

[ds_preview] (Ab hier Text für SR Clubmitglieder)

Svenja Weger

Schland!… © Tom Thouw

Das traf besonders die Favoritin Bouwmeester, denn in den Finalläufen darf nur ein Rennen gestrichen werden. Die Holländerin musste deshalb ihren 20. Platz in die Wertung nehmen und fiel auf Rang fünf zurück.

Weger jubelte dagegen: “Ich kann es selbst kaum fassen. Mit diesem Titel habe ich überhaupt nicht gerechnet.” Das konnte sie auch nicht als 45. der Weltrangliste. Aber zuletzt hatte das Talent schon beim Weltcup in Hyères als 21. bei zum Teil starkem Wind (Weger im Video) Ansprüche auf einen Vorstoß in die Weltspitze angemeldet.

Svenja Weger

Die Titelgewinnerin mit Tina Mihelic (2. CRO, l.) und Cloe Martin (GBR). © Tom Thouw

Bei den Rennen vier und fünf in Split zeigte sie schließlich auch bei 10 bis 14 Knoten Wind, dass sie extrem schnell sein kann.  Vielleicht lagen ihr die extrem heißen Bedingungen von bis zu 32 Grad im Schatten.

Die wichtigste Zutat für den Erfolg ist aber die harte Winterarbeit der gesamten jungen Trainingsgruppe von Jürgen Brandstötter. So wollen sich auch Chiara Steinmüller (24.), Constanze Stolz (38.), Pauline Liebig (58.) und demnächst noch Lena Haverland an die Weltspitze heranpirschen.

Schwächste DSV Disziplin

Titel ist Titel. Die 20-Jährige Svenja Weger ist nun Europameisterin in der Olympischen Laser Radial Klasse. Das muss man erst einmal schaffen. Schließlich gilt der Laser Radial  seit einiger Zeit als eine der schwächsten DSV Segeldisziplinen. Und da war seit dem Generationenwechsel 2012 auch für 2016 nicht viel erwartet worden.

Svenja Weger

Die besten Laser Seglerinnen Europas. © Tom Thouw

Coach Brandstötter sagt: “Ich weiß, dass sie sehr gut ist. Svenja ist eine smarte Seglerin. Doch dass sie ihre Leistung unter EM-Druck so beständig und zielorientiert abrufen kann, das hat mich sehr beeindruckt. Das war ganz schön frech.” Er relativierte aber auch die Leistung: “Bei stärkeren Winden ist es immer noch schwer für sie. Es gilt jetzt natürlich mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben und mit der Gruppe konsequent weiterzuarbeiten.”

Die Qualifikation für Olympia wird der Laser Radial Klasse nicht schwerfallen, da sich 39 Nationen qualifizieren. Aber dieser unerwartete Titelgewinn zeigt, dass die deutschen Athleten im Winter nicht untätig waren. Bei dem Titelgewinn mag der leichte Wind geholfen haben, aber Glück kann man das sicher nicht nennen bei dieser eindrucksvollen Serie.

Da Rio 2016 eher als Leichtwindrevier eingeschätzt wird, kristallisiert sich mit Weger plötzlich eine neue Hoffnungsträgerin für den DSV heraus. Aber es muss sich erst zeigen wie sehr sie mit solchen Erwartungshaltungen umgehen kann. Den Titel allerdings kann ihr niemand mehr nehmen.

Buhl verpatzt Goldfleet-Rennen

Genauso ist es mit Laser Bronze WM Gewinner Philipp Buhl, der an dieser Leistung gemessen wird. Der deutsche Segler des Jahres landete auf einem für ihn enttäuschenden 23. Platz. Er hat seine Stärken bisher klar bei Starkwind gezeigt, kann aber auch bei wenig Wind punkten, wenn es gut läuft.

Philipp Buhl

Philipp Buhl landete vor Split auf Platz 23. © Tom Thouw

Er erklärt seine Leistung so: “In jedem Sport hängt der Sieg zu einem Teil auch von der Tagesform bzw. vom Glück ab. In Freiluftsportarten wie dem Segeln, ist dieser Faktor manchmal sogar etwas größer. Die Tatsache, dass bei der EM 2014 in 3 Gruppen gesegelt wurde machte die Punktedifferenz aller Segler extrem knapp, so dass die Meisterschaft sehr stark von den Ergebnissen im Goldfleet abhing.

Aufgrund des Windes war aber leider nur ein Goldfleet-Rennen möglich, das nicht gestrichen werden durfte und somit die Gesamtergebnisse stark beeinflusste. Die Rechnung ist ganz leicht: Ich lag 20 Punkte hinter Platz 1. Dann kam das Goldfleet-Rennen, bei dem ich auf die rechte Seite setzte.

Richtig war es aber links. Das warf mich auf Platz 31 zurück und im Gesamtergebnis auf Rang 23. Die Enttäuschung über das Ergebnis ist da, aufgrund der Umstände aber erträglich. Ich habe trotzdem wieder einen Schritt vorwärts gemacht und blicke freue mich schon auf die Kieler Woche. Svenjas Sieg im Radial  ist der Hammer!!!”

Opfer der unglücklichen Rennausfälle wurde auch Laser Weltmeister Robert Scheidt. Der Brasilianer lag bis zum Goldfleet-Rennen erneut in Führung, fiel nach dem nicht streichbaren Platz 18 aber auf Rang fünf zurück.
Ergebnisse Laser EM Radial Frauen

Ergebnisse Laser EM Standard Männer

Eventseite Laser EM 2014 Split

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Laser EM: Svenja Weger holt sensationell den Sieg in Split – Buhl auf Platz 23.“

  1. avatar Lyr sagt:

    Wahnsinn!! Riesen Glückwunsch an Svenja!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 0

  2. avatar Sven 14Footer sagt:

    Wow, das ist ein SUUUUPER Ergebnis Der schlechteste Lauf sidn 2 4. Plätze bei 46 Starterinnen ist das Ergebnis absolut eindeutig. Die Zweite hat nur einen Lauf unter die besten 4 bringen können. Eindeutiger konnte sie kaum gewinnen.
    HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum Titel!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

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