Nord Stream Race: Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein gewinnt die Ostsee-Langstrecke

"Die haben uns nicht viel zugetraut"

Team Deutschland gewinnt das Nord Stream Invitational Race 2016. Die “SGM” ist der mit Skipper Alexander Holstein ist der große Überraschungssieger vor Favorit Tim Kröger.

Ankunft in Warnemünde. © Sven Juergensen

Ankunft in Warnemünde. © Sven Juergensen

Nach 3 Tagen, 8 Stunden und 13 Minuten Segeln ohne Pause überquerte die „SGM“ von Team Deutschland die Ziellinie der zweiten Etappe des Nord Stream Invitational Race 2016 in Warnemünde. Mit diesem ersten und einem dritten Platz aus der ersten Etappe von Sankt Petersburg nach Helsinki, ist das Team Deutschland Gesamtsieger der fünften Ausgabe dieser prestigeträchtigen Hochseeregatta.

„Als reine Amateurcrew, die vorher noch nie in dieser Konstellation zusammen gesegelt ist, haben wir definitiv nicht erwartet, jetzt hier zu stehen und diesen Pokal in den Händen halten zu dürfen“, sagte ein überglücklicher Skipper Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein bei der Siegerehrung kurz bevor seine Crew ihn ein zweites Mal überraschte – dieses Mal mit einer ehrlichen Champagnerdusche.

Wind mit bis zu 25 Knoten, Temperaturen im einstelligen Bereich, aber auch weite Strecken mit absoluter Flaute – die Ostsee mit all ihren widrigen Bedingungen brachte die Teilnehmer auf der 700 Seemeilen langen Strecke von Sankt Petersburg über Helsinki nach Warnemünde bis an ihr Limit.

Die "SGM" am Wind. © Hannu Bask

Die “SGM” am Wind. © Hannu Bask

Neben der Fähigkeit, ihr Boot richtig zu trimmen und es so schnell wie möglich zu segeln, brauchten die internationalen Crews an Bord der fünf Gazprom Swan 60-Yachten auch gute taktische Fähigkeiten, um vorne mit dabei zu sein. Laut SGM-Navigator Ove Franck war der Erfolgsfaktor die genaue Analyse der Wetterdaten und der daraus entwickelte Schlachtplan: „Wann immer es ging, haben wir uns Informationen und Updates über die Wetterverhältnisse besorgt und daraus unsere Strategie entwickelt.”

Sein Skipper ergänzt: „Wir wussten, dass nördlich von Rügen ein großes Flautenfeld sein würde und haben darauf gesetzt, indem wir eine weitaus nördlichere Route drumherum gewählt haben. Außerdem wussten wir, dass die SPIRIT OF EUROPE und die TSAAR PETER sich vorne belauern und sich nicht von der Seite weichen würden. Die haben uns wohl nicht so viel zugetraut und dass haben wir ausgenutzt, um uns davon zu schleichen.

Das finnische Team auf der TSAAR PETER in Helsinki. © Hannu Bask

Das finnische Team auf der TSAAR PETER in Helsinki. © Hannu Bask

Die Erleichterung und Freude an Bord waren riesig, als wir einigermaßen sicher waren, dass wir sie im Griff hatten und unser Plan aufgehen würde.” Als weitere Erfolgsfaktoren nennt er keine größeren technischen Fehler gemacht und mit den Energiereserven der Crewmitglieder vernünftig gehaushaltet zu haben.

Der zweitplatzierte Tim Kröger, der mit seinem Team Europa an jedem Nord Stream Race seit 2012 teilgenommen hat, nannte die Jubiläumsausgabe „das bisher härteste und kälteste Rennen“. Besonders für die jungen Crewmitglieder muss es nicht einfach gewesen sein, aber „alle haben einen fantastischen Job gemacht.“ Auch in den vergangenen Jahren haben die Organisatoren des Rennens schon einen Fokus auf die Förderung des Nachwuchses gelegt. In diesem Jahr maßen sie dem Thema besondere Bedeutung zu, indem sie es zur Voraussetzung machten, dass jedes Team mindestens drei Crewmitglieder unter 25 Jahren an Bord haben muss.

Die Sieger vom Team Germany. © Hannu Bask

Die Sieger vom Team Germany. © Hannu Bask

Nach der Crew der SPIRIT OF EUROPE folgt Team Russland mit Skipper Sergey Borodinov an Bord der BRONENOSEC. Ein Sieg der ersten Etappe, zusammen mit einem vierten Platz in der zweiten Etappe bedeutete fünf Gesamtpunkte. Da die zweite Etappe im Falle einer Punktgleichheit entscheidend ist, schlägt Team Europe mit einem zweiten und einem dritten Platz Team Russand um Haaresbereite. An vierter Position ist das Team aus Finnland an Bord der TSAAR PETER mit Skipper Samuli Leisti, gefolgt von Team Großbritannien uns Skipper Adrian Lower auf der PETITE FLAMME.

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Nord Stream Race: Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein gewinnt die Ostsee-Langstrecke“

  1. avatar segler sagt:

    Laut SGM-Navigator Ove Franck war der Erfolgsfaktor die genaue Analyse der Wetterdaten und der daraus entwickelte Schlachtplan: „Wann immer es ging, haben wir uns Informationen und Updates über die Wetterverhältnisse besorgt und daraus unsere Strategie entwickelt.”

    Was hätte er auch sonst machen sollen? Einem Frosch im Glas beim Leiter hoch und runter Klettern zugucken sollen?

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  2. avatar segler sagt:

    Ich hab die Segelanweisung nicht gelesen, aber müsste nicht eigentlich Bronenosec zweiter und Spirit of Europe dritter sein?
    Beide sind punktgleich, allerdings hat Bronenosec einen ersten Platz als beste Wettfahrt und Spirit of Europe einen zweiten.

    Oder zählt beim Nordstreamrace dann, wer die geringere gesamt Zeit in beiden wettfahrten gesegelt ist?

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