Volvo Ocean Race: Telefonica stoppt, nur Groupama und Puma regulär im Rennen

Volvo wird zur Farce


Telefonica hat beim Volvo Ocean Race als vierte von sechs Yachten einen Reparaturstopp angekündigt. Die gesamtführenden Spanier wollen im argentinischen Ushuaia an Land gehen. Nun wird das Volvo Ocean Race auf der fünften Etappe tatsächlich zur Farce.

Der verletzte Casey Smith kann schon wieder mitarbeiten bei Puma aber noch nicht auf dem Bug. © Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

 

 

Nur noch zwei von sechs Yachten segeln im Rennmodus. Erst fiel Abu Dhabi mit einem Schottbruch nach wenigen Meilen aus, drehte um, reparierte und ist inzwischen wieder auf der Verfolgung. Dann hebelte Sanya ein gebrochener Ruderstock das Achterschiff auf und das Schiff segelte drei Tage lang zurück nach Neuseeland. Es soll per Frachter nach Savannah gebracht und nach Miami gesegelt werden, verpasst also auch die sechste Etappe.

Camper humpelt mit delaminierten Schotts und Stringern im Vorschiff ebenfalls zur Westküste von Chile nach Puerto Montt, und nun auch noch Telefonica. Das gesamtführende Boot hatte schon vor Tagen angekündigt, den Speed aus dem Schiff nehmen zu müssen, nachdem sie von einem Brecher getroffen worden waren. Der Bug zeigte Delaminationen.

“Wir könnten so weitersegeln“, sagt Skipper Iker Martínez. “Aber wenn wir weiter heftig in die Wellen krachen, könnte sich der Schaden vergrößern. Diese Möglichkeit wollen wir vermeiden.”

“An Land wäre es kinderleicht”

Das Team habe versucht, einige Segellatten am Deck zu fixieren, um die Bug-Sektion zu stabilisieren. Aber der Kleber habe kaum trocknen können. “An Land wäre es kinderleicht gewesen, aber hier draußen auf See ist es komplizierter.”

Nur Groupama und Puma segeln noch ein Match Race. Beide Schiffe haben Richtung Kap Hoorn gehalst. Puma liegt 50 Meilen zurück. Groupama hat allerdings auch schon einen Verletzten an Bord.  Der 32-Jährige Australier  Phil Harmer stürzte schwer auf seine Schulter, als er unter Deck Wasser pützte und das Schiff in einer Welle stoppte.

Wenige Tage später passierte das Gleiche. Harmer stürzte unter Deck auf die lädierte Schulter, als Groupama heftig unterschnitt. Er kann nur noch einen Arm benutzen und verbringt viel Zeit in der Koje.

Den verletzten Puma-Seglern Thomas Johanson und Casey Smith soll es dagegen besser gehen. Johanson sei wieder bei 100 Prozent und Smith erhole sich gut, auch wenn er noch nicht wieder seine Pflichten auf dem Bug erfüllen könne.

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Carsten Kemmling

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10 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Telefonica stoppt, nur Groupama und Puma regulär im Rennen“

  1. avatar Holger sagt:

    Chris Nicolson humpelt jetzt mit CAMPER nach Chile, Casey Smith verletzt auf PUMA…
    sollen sich beide aufs Ende dieses VOR freuen, denn direkt danach segeln dei beiden gemeinsam im Juli die 505er WM in LaRochelle 2009 in san Fracisco wurden die beiden gemeinsam 3.

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  2. avatar Hurghamann sagt:

    Wenn es hält war es zu schwer???
    Tja, GROUPAMA und PUMA scheinen deutlich zu schwer zu sein…….

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  3. avatar stefan sagt:

    …quatsch! GROUPAMA und PUMA sind nahezu baugleich mit TELEFONICA. Aber vielleicht hat man auf GROUPAMA und PUMA etwas mehr Erfahrung ressourcenschonender im Southern Ocean zu segeln.

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  4. avatar Ketzer sagt:

    Die Franzosen wissen halt, wie man materialschonend segelt und Langstreckenrennen gewinnt. Mit den Spaniern geht vielleicht das Temperament durch. Das geht auf Kurzstrecken, aber um die Welt halt nicht.

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  5. avatar Hans Genthe sagt:

    Ich finde es cool und gar nicht eine Farce. Bei dem Rennen werden Grenzen neu ausgelotet, die Schiffe werden max. gepuscht und das fast wie bei Inshore-One-Design-Regatten, nur eben rund um die Welt bei jeder Bedingung. Das ist echt Hochleistungssport.
    Solange die Schiffe ohne Hilfe in irgendeinen Hafen kommen, finde ich das auch seemännisch vertretbar. Und das Sicherheitsprogramm während des Rennens ist einmalig, z.B. mit Notarzt-Zuschaltung via Videokonferenz.

    Noch ist es leider via Computersimulation noch nicht möglich bei der Konstruktion, die Lastgrenzen bei Welle richtig zu berechnen. Da hilft eben nur Try und Error. Spannend finde ich da Entwicklungen wie bei der Elena Nova von Jude/Vroijk, wo die die Belastungen durch im Rumpf einlaminierte Glasfaserkabel messen können. Vielleicht gibt es bald so eine Art Notprogramm, das die Schoten löst, bevor die Kiste delaminiert?

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    • avatar Lyr sagt:

      genau meine Meinung und selbst bei der hochentwickelten Formel 1 fallen ständig Teilnehmer aus oder fallen zurück, weil sie repariert werden müssen… das wird es im Rennsport immer! geben. Auch wenn die Technik noch so gut ist.

      Spannung ist auch, wenn man mitfiebern muss, ob der Karren auch hält 🙂
      Leider sind in der Formel 1 nur mehr Teilnehmer so dass es doch noch etwas spannender ist. Dies ist dem VOR für die Zukunft definitiv auch zu wünschen!!

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  6. avatar Wilfried sagt:

    aus der Ferne wissen zu wollen welche “Nation” !!!!! materialschonender Segeln kann ist schon mehr als vermessen. Vieles ist letztendlich auch einfach Glückn oder Pech.
    Das wesentliche Problem ist glaube ich die Kurswahl durch den Veranstalter. Im Gegensatz zu den “echten alten VOR´s) muss das Schiff auch auf Leichtwind optimiert werden. Damit befindet man sich dann im Southern Ocean eben an der Grenze und manchmal auch dahinter. Das springen über eine Welle und dann hart landen ist ja auch gerade kein spezielles Southern Ocean Problem sondern entsteht bei harten Kreuzkursen und durch Kreuzseen nach Frontdurchzügen. Und jeder von uns – zumindestens die Segler – wissen wieviel härter der Einschlag ist wenn man das Boot nicht mit der richtigen Schräglage in die Welle oder das Wellental setzt. Das meine ich dann mit Glück oder Pech. Und ehe die oberschlauen sagen, nein das ist Können, sage ich direkt Nachts und bei Kreuzseen hauptsächlich Glück.

    Hoffen wir das noch ein paar Boote bis ins Ziel durchhalten und dann haben Mannschaften und Konstrukteure wieder ne Menge gelernt.

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    • avatar Hurghamann sagt:

      Ach Wilfried, komm runter.
      Groupama segelt nun mal unter französischer und Telefonica unter spanischer Flagge. Und das Frank Cammas mehr offshore Erfahrung hat als Iker Martinez ist wohl unbestritten. Jetzt ohne die seglerische Kompetenz einer der beiden schmälern zu wollen.

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    • avatar Ketzer sagt:

      Guckst Du Dir die Vendee Globes an, da hat auch oft der umsichtig segelnde Mann gewonnen, statt derjenige, der sein Boot gnadenlos geprügelt hat. Du sagst es selbst: Ich kann (gerade nachts) den Dampf etwas rausnehmen, damit materialschonender fahren und am Ende siegen. Ist alles eine Frage der Strategie.

      Aber bittesehr für die Vorlage, da durftest Du Dich mal ein bisschen aufregen. 😀

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  7. avatar bläck sagt:

    Ich habe ganz am Anfang dieses “Rennens” an dieser Stelle mal geschrieben, dass die ganze Veranstaltung “nicht geglückt” sei und dass sich diese Seemänner besser anderen Dingen widmen würden als einem Volvo Rennen…..Ich wurde ganz schön ausgeschimpft hier…. 🙂
    Jetzt steht im Titel des beitrages das Wort “Farce”….
    Das meinte ich schon damals…

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 4

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