Olympia Disziplinen: Noch mehr Männer und Frauen auf einem Boot? – Entscheidung für 2024

Viermal Mixed-Modus?

Vor dem World Sailing Mid Year Meeting im Mai (12. bis 15.) in den Räumen des Londoner Fußballvereins Chelsea wird wieder einmal heftig diskutiert, wie in Zukunft die Olympiaklassen aussehen sollten.

Es geht um die Entscheidung der “Events” für das Olympia-Programm 2024 in Paris, also zum Beispiel “Einhand Dinghy” oder “Mixed Katamaran”. Welche Bootsklassen die Vorgaben erfüllen sollen, wird dann bei einer weiteren Konferenz im November entschieden.

Mixed Event NAcra17. Versuch einer durchgefoilten Halse. © sailing energy

Nach dem vergangenen Treffen im Novemer 2017 war ein Ausschuss gegründet worden, der nun dem Events Committee seine Empfehlungen aussprechen soll. Diese wurden nun kurz vor der Konferenz auf veröffentlicht (Report). Dabei wird bestätigt, dass die Klassen Finn, 470er und RS:X Surfer auf der Kippe stehen.

Es besteht Handlungsbedarf, weil auch nach den jüngsten Disziplinen-Änderungen immer noch nicht die Vorgabe des IOC erfüllt ist, für beide Geschlechter gleich viele Disziplinen anzubieten

Befürworter der Mixed Philosophie

World Sailing Präsident Kim Andersen präsentiert seine Favoriten. Demnach bestätigt er, dass die traditionellen Events unter großen Druck geraten sind. “Jegliche Entscheidung, den Sport weiter zu entwickeln fällt nicht leicht. Aber wir müssen daran denken, was am besten ist.”

Kim Andersen.

World Sailing Präsident Kim Andersen. © Laura Carrau / World Sailing

Dabei bereitet er schon harte Entschlüsse verbal vor. “Aktuelle Trends zeigen, dass Olympische Klassen auf nationalem Level eher schwächer werden. Dagegen verstärkt sich ihre Aktivität auf dieser Ebene, wenn sie den Olympia-Status verloren haben – davon profitiert der Segelsport als Ganzes.”

Der Däne meint offenbar den Drachen, das Starboot, möglicherweise auch den FD. Eine echte Stärkung ist aber schwer nachzuvollziehen. Vielmehr zeigen Soling oder Tempest, dass Klassen nach dem Olympia-Verlust durchaus in der Versenkung verschwinden.

Andersen outet sich als großer Befürworter der Mixed-Philosophie, mit der das Geschlechter-Problem elegant gelöst werden könne. Zurzeit wird allein der Nacra17 von  Mixed Teams gesegelt, aber diese neue Regelung hat sich zu einem Erfolg entwickelt.

 

Der Präsident spricht nun davon, dass 2024 gleich vier Disziplinen im Mixed Modus ausgetragen werden sollten, um die Geschlechter Balance zu gewährleisten. “Dadurch schließen wir mehr Menschen ein und erfassen mehr verschiedene Nationalitäten, Religionen und kulturelle Hintergründe für unsere zehn olympischen Events.”

Option für schwere Männer und leichte Frauen

Interessant ist der Vorschlag bezüglich der Gewichtsproblematik. Wenn das Finn Dinghy aus dem Programm fallen sollte, wird es keine realistische Olympia-Möglichkeit mehr für Männer geben, die schwerer sind als 85 Kilogramm. Und für Frauen um ein Körpergewicht zwischen 50 und 60 Kilogramm gibt es aktuell ebenfalls keine Disziplin.

Auch vor diesem Hintergrund hält Andersen ein neues Offshore Mixed Event für sinnvoll und zielt offenbar auf die Figaro 3 ab, mit der ab 2019 auch der französische Einhand-Zirkus bestritten werden soll.

Als zweite Option sieht er die Möglichkeit zwei Einhand-Disziplinen zu definieren. Eine würde die schweren Männer involvieren, und wohl den Verbleib des Finn Dinghys im Programm bedeuten. Die andere würde eine neue Jollen-Klasse für Frauen um 50 Kilogramm notwendig machen.

“Diese Events würden neben den bestehenden Events eine größere Abdeckung der Physiognomie von Männern und Frauen abdecken. Außerdem wäre das positiv für die weltweite Förderung des Frauensegelns.” In einer Woche wird sich zeigen, welchen Weg die Delegierten befürworten. Die Diskussion ist eröffnet.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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