Olympia Rio: Bärenstarker Auftritt von Erik Heil und Thomas Plößel – Rang Zwei knapp hinter den Kiwis

„Ergebnisliste sch…egal – wir segeln super!“

Rio, Olympia, 49er, Heil, Plößel

Richtig starker Auftritt der deutschen 49er-Männer! © sailing energy

Eine Medaille in Rio haben sie seit vier Jahren im Auge. Und bisher liefern sie auch ab, was sie sich nicht zuletzt selbst versprochen haben.

Erik Heil und Thomas Plößel segelten am Sonnabend drei sehr starke 49er-Wettfahrten und konnten das einzige etwas missglückte Nachholrennen streichen. Zur Halbzeit liegt das Duo vom Norddeutschen Regatta Verein Hamburg auf dem zweiten Platz nur drei Zähler hinter den Topfavoriten Peter Burling und Blair Tuke aus Neuseeland. Der Vorsprung auf die drittenplatzierten Dänen Jonas Warrer und Peter Christian Lübeck beträgt sogar schon 15 Punkte.

„Davon will ich gar nichts wissen. Die Ergebnisliste ist mir scheißegal“, wiegelte Heil etwaige Vorschusslorbeeren ab. „Wir haben einfach super gesegelt. Und das ist erstmal das Einzige, was zählt.“ Bereits zum Tagesauftakt waren die Deutschen gut drauf und führten das Feld von der Spitze an die Luvtonne. „Rechts war mehr Druck, und darauf hatten wir auch gesetzt“, so Plößel, „es ist schon hilfreich, früher als die anderen zu wissen, wo es lang geht.“ Am Ende stand ein Tagessieg.

Über Layline mehr Druck

Der Steuermann ergänzte: „Über der Layline (Anliegelinie) war sogar noch mehr Druck, so dass es sich immer lohnte, darüber hinaus zu fahren.“ Das ging auch im zweiten Rennen noch weitgehend auf (3.). Der Vorteil bröckelte im dritten nur leicht (5.). „Aber die anderen sind im Verlauf schneller geworden. Unser Trimm war anfangs optimal. Später hatten wir mit stärker zunehmendem Druck gerechnet und vielleicht etwas zu weit runtergedreht“, analysierte der Vorschoter.

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Voll konzentriert und immer den Überblick behalten – sogar hinter der Layline © sailing energy

In der letzten Tageswettfahrt wurde dann nochmal richtig gewürfelt. Heil: „Wir kamen gut aus den Startlöchern direkt am Schiff, aber das war schon die schlechtere Seite der Linie.“ Auch bei den Kreuzschlägen hatten die Kieler kein Fortune – und waren am Luvfass sogar Letzter. Verschiedene Aufholversuche brachten nicht mehr als den 14. Platz. „Da war ich auch ziemlich platt und habe schon zu Erik gesagt, ich sei fertig, er solle mal übernehmen“, so Plößel mit einem Augenzwinkern.

Dagegen erholten sich die Neuseeländer noch auf Rang sechs und bauten den Gesamtvorsprung von einem auf drei Punkte aus. „Es war sehr trickreich heute, ein harter Tag. Da können wir mit unserem Abschneiden zufrieden sein“, so Blair Tuke. Ach ja „natürlich haben wir mit Erik und Thommy als Verfolger gerechnet“, meinte Burling lapidar, aber unterm Strich seien sie doch „on track“.

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Die FX-Girls lassen ebenfalls nichts anbrennen: Starke Top Ten Präsenz © sailing enrgy

Konstanz beibehalten

Auch die 49er-FX-Frauen Victoria Jurczok und Annika Lorenz durften mit ihrem Tag zufrieden sein. Mit vier Top-Ten-Plätzen (8/7/6/7) schoben sich die Berlinerinnen, die durch das DSV-Leistungszentrum in Kiel wohnen, auf den achten Gesamtplatz vor. Die Konstanz müssen sie jetzt beibehalten, da seit dem ersten Rennen schon eine Frühstartqualifikation als Streicher zu Buche steht. Den haben die Däninnen Jena Hansen und Katja Steen Salskov-Iversen auch, aber danach ohne einen Tagessieg mit insgesamt vier zweiten und einem vierten Platz die Führung übernommen.

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Starker Auftritt für Victoria Jurczok und Annika Lorenz © sailing energy

Top Ten für die Youngster

Ebenfalls unter die Top Ten kletterte die Nacra 17-Crew Paul Kohlhoff/Carolina Werner als Gesamtneunte, die den Sonnabend mit einem zweiten Rang im neunten Rennen krönten. Doch zufrieden waren sie gerade mit der Wettfahrt nicht. „Eigentlich lagen wir ganz vorne, sind aber zum Schluss unter die Layline gefahren. Da kamen die Franzosen von links und haben uns noch abgezogen.“ Der Gesamtstand ist kurios: Jason Waterhouse und Lisa Darmanin aus Australien führen trotz der Plätze 14 und zweimal elf. Die französischen Topfavoriten Billy Besson und Marie Riou sind nach einem Zweiten und zwei Tagessiegen erst Siebte.

Victoria Jurczok und Annika Lorenz

Im Nacra17-Feld teils kuriose Ergebnisse © Sailing energy

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Ein Kommentar „Olympia Rio: Bärenstarker Auftritt von Erik Heil und Thomas Plößel – Rang Zwei knapp hinter den Kiwis“

  1. avatar bowman sagt:

    Und Nils Kaben faselt: Das muss er doch merken, dass er schon viel zu weit über der Layline ist, der Erik Heil.

    Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 2

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