Olympia Weltcup Hyères: Grotelüschen mit größtem Erfolg für Audi Sailing Team Germany

Die strahlenden Sieger

Die spanische Weltseglerin des Jahres Blanca Manchon surfte mit elf Punkten Vorsprung ins Ziel. © Guillaume Durand DPPI/FFV

Der Lübecker Simon Grotelüschen hat mit Platz vier bei der Semaine Olympique Française in Hyères den größten Erfolg seiner Laser Karriere erreicht. Das Resultat ist im vorolympischen Jahr und im Weltklassefeld der 155 Laser noch höher einzuschätzen als sein fünfter Platz bei der vergangenen Kieler Woche.

Damit hatte sich der 31. Der Weltrangliste beim Weltcup in Palma nach einem unglücklich verpassten Medalrace  aber einem sehr ordentlichen 12. Platz nun endgültig in der Weltspitze etabliert. In Hyères konsolidierte er mit einem zweiten Rang im Medalrace (Replay) den Spitzenplatz.

Dabei dürfte dem 24-Jährigen besonders die Tatsache Hoffnung machen, dass er offenbar bei Starkwind mühelos Spitzenplätze einfährt. Er segelt auf einem ähnlich hohen Niveau wie der Superstar und Weltsegler des Jahres Tom Slingsby. Der Australier gewann an den ersten Tagen drei Rennen, Grotelüschen zwei.

Damit entwickelt sich die traditionell beim DSV eher ungeliebte Laserklasse überraschend zum Hoffnungsträger des Audi Sailing Team Germany. Denn mit Malte Kamrath auf Platz 14 zeigte sich ein weiterer Deutscher in guter Form. Philipp Buhl hat auch schon mehr größeres Potenzial gezeigt, als sein 31. Rang diesmal ausdrückt.

Grotelüschen hatte zweimal in der Finalserie mit den Plätzen 33 und 24 schwere Schläge hinnehmen müssen, aber jeweils mit zweiten Plätzen eindrucksvoll in die Spur zurück gefunden. Im doppelt zählenden Medalrace zeigte er ebenfalls mit Rang zwei Nervenstärke. Der Abstand zum gesamt zweiten Rang hinter dem überlegenen Spanier Javier Hernandez betrug nur vier Punkte.

Annähernd gut schlug sich wieder einmal nur die Starboot-Flotte. Stanjek/Kleen zeigten mit Rang acht, dass ihr zweiter Platz in Palma kein Zufall war. Babendererde/Jacobs verzeichneten die besseren Einzelplätze mit zwei Siegen und einem zweiten Platz, aber ein erneuter Frühstart und zwei Zwanziger-Wertungen ließ sie das Medalrace auf Platz elf knapp verpassen.

Polgar/Koy sind in Hyères nach der Zwangspause von Markus Koy noch nicht in Tritt gekommen, zeigen aber mit Rang drei im letzten Lauf eine aufsteigende Tendenz.

Jan Kurfeld beendete die Serie in Hyères mit einem Tagessieg und verpasst das Medalrace nur um wenige Punkte. © Marina Könitzer

Die kann man bei den übrigen Olympiaklassen nur noch bei Finn Dinghy Recke Jan Kurfeld erkennen. Er ist dran an der Spitze und meldete seine Ansprüche mit einem Tagessieg im letzten Lauf an. Aber ein 29. Platz und ein Frühstart kostete ihn eine mögliche Platzierung unter den Top Ten. Mit Platz 15 fehlten ihm nur wenige Punkte zum ersehnten 10.

In ähnlichen Bereichen surft Moana Delle (16.) die bei Starkwind Weltspitze ist und einen Sieg erreichte, aber bei wenig Wind auch zwanziger Platzierungen einfährt.

Enttäuschend ist die Leistung der hoch gewetteten deutschen 49er Flotte. Sie schaffte es zwar mit fünf Booten in die Goldflotte der besten 25. belegte dort aber die letzten Plätze. Das ehemals beste Team Briesenick-Pudenz/Massmann landete gar auf Rang 31.

Ähnlich erstaunlich ist der Abfall der 470er Frauen, denen im Vorfeld mehr zugetraut worden war. Allenfalls die Junioren Weltmeisterinnen Jurzczock/Bach können mit Rang 18 Potenzial zeigen. Für die erfahrenen Männer Zellmer/Seelig dürfte Platz 19 nach gutem Beginn nicht zufriedenstellend sein.

Noch gar nicht in Fahrt kommt Surfer Toni Wilhelm, der nach Platz vier bei der WM 2010 so viel Hoffnung gemacht hatte. Er musste sich nach einem Frühstart im letzten Rennen mit Rang 25 zufrieden geben.

Kurfeld hat hart gearbeitet und ist jetzt auch bei Starkwind dran an der Weltspitze. © Marina Könitzer

Das Match Race Team um Silke Hahlbrock verpasste den direkten Einzug in das Viertelfinale knapp, konnte dann aber mit dem letzten Rang im Hoffnungslauf von sechs Teams nicht zufrieden sein.

Auch in den paralympischen Bootslklassen lief es für Heiko Kröger nicht wie erhofft. Er fing sich einen DNE ein (disqualification not excludable), eine Disqualifikation, die nicht gestrichen werden kann, und landete auf Rang sechs. Platz sieben für den jungen Lasse Klötzig (19) ist im 21-Boote Feld eine hervorragende Leistung.

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Medalraces im Replay

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Olympia Weltcup Hyères: Grotelüschen mit größtem Erfolg für Audi Sailing Team Germany“

  1. avatar Observer sagt:

    “die traditionell beim DSV eher ungeliebte Laserklasse”???
    Worin drückt sich denn die Liebe oder Unliebe aus? Leidet hier vielleicht ein ehemaliger Laserrecke unter Verfolgungswahn?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 5

    • avatar Carsten sagt:

      gutes gefühl, einen “observer” zu haben. da kann man sicher sein, dass hier nichts schief läuft…

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      • avatar Observer sagt:

        habe ich da etwa unbotmäßige Kritik geäußert? Dann möchte ich Abbitte leisten, ich wusste nicht, dass man nicht so gerne beobachtet wird sondern lieber andere beobachten und kritisieren möchte. Ich gelobe Besserung und möchte das auch inhaltlich gar nicht mehr geklärt wissen, ist ja auch irgendwie wurscht was geschrieben oder behauptet wird, Hauptsache es liest sich flockig!

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    • avatar Astronomy sagt:

      In Zeiten von Willi Kuhweide hätte es solche Aussagen nicht gegeben 🙂

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  2. avatar Matti sagt:

    Das “Replay”-Video ist sehr interessant: Simon hat sich gleich beim ersten Vormwindkurs etwa 50 – 60 m abnehmen lassen – warum eigentlich? Er war zuerst dicht beim Neuseeländer …

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