Palma Week: Wie Heil/Plößel die Tonne berühren – Disqualifikation für Kohlhoff/Werner

Steilvorlage ungenutzt

Am dritten Tag der Princesa Sofia Regatta spitzt sich das spannende Duell bei den 49er Männern zu. Ein Vorfall an der Luvtonne sorgte für Aufsehen (Video).

Es ist eine Situation, wie sie ständig an den Luvtonnen dieser Welt passiert. Erik Heil und Thomas Plößel kommen von links der Startkreuz ohne Wegerecht an die Marke. Sie müssen den gegnerischen Booten ausweichen, verpassen dadurch die Anliegelinie zur Luvtonne, berühren sie und müssen einen Strafkreis drehen.

Heil/Plößel

Die Annäherung an die Luvtonne von Heil/Plößel (8) und Schmitdt(Böhme (59). © Marina Könitzer

Heil/Plößel

Beim Ausweichen gerät die Wende zur Anliegelinie etwas knapp. © Marina Könitzer

Heil/Plößel

An der Luvtonne wird es mächtig eng. Die australischen Olympiasieger liegen genau achteraus. © Marina Könitzer

Heil/Plößel

Das deutsche Boot bleibt an der Tonne hängen. © Marina Könitzer

Solche Fehler passieren im Eifer des Gefechtes auch den Besten. Zumal es um die Olympiaqualifikation geht. Den Lohn für vier Jahre harter Arbeit. Da laufen die Dinge nicht immer wie sie sollen, weil auch die Gegner vollkommen am Limit segeln.

Das zeigt auch das Manöver der Olympiasieger Outteridge/Jensen (AUS2) direkt hinter den Deutschen. Auch sie erwischen die Anliegelinie nicht, weil sie vielleicht von den Deutschen irritiert oder behindert werden. Sie drehen eine Halse vor der Luvtonne und verlieren viele Plätze.

Justus Schmidt und Max Böhme profitieren sofort. Die in der Gesamtwertung der Quali nur vier Punkte (=Plätze in der Gesamtwertung) hinter den deutschen Freunden liegenden Kieler, ziehen in diesem Rennen in Luv vorbei.

Heil/Plößel

Heil/Plößel. © Marina Könitzer

Aber Heil/Plößel bewahren in der Situation die Nerven. Sie drehen sofort den fälligen Strafkreis für eine Bojenberührung und zeigen perfekte Bootsbeherrschung bei dem starken Wind. So können ihre Kontrahenten die Steilvorlage nicht entsprechend verwandeln.

Schmidt/Böhme. © Marina Könitzer

Schmidt/Böhme. © Marina Könitzer

Sie schaffen es in diesem ersten Goldfleet-Rennen nur auf Rang 14 und verzeichnen sie wie Heil/Plößel (16.) ihr Streichergebnis. In der Gesamtwertung liegen sie als siebte nun schon vier Ränge hinter den drittplatzierten Kumpeln.

Aber das Ereignis an der Luvtonne mag alle Beteiligten an diesem spannendsten Duell um die deutsche Olympia-Fahrkarte daran erinnern, dass bei der Regatta der Besten noch viel passieren kann. Gerade in der begonnenen Goldfleet-Phase gibt es noch jede Menge Punkte zu verteilen.

Lutz/Beucke auf Augenhöhe

So befinden sich auch Tina Lutz und Susann Beucke im Aufholmodus bei den 49er FX. Es ist fast aussichtslos, die Gegnerinnen Jurczok/Lorenz in der Gesamtwertung der Qualifikation zu überholen. Aber die Gegnerinnen liegen nach einem etwas schwächeren Tag nur noch einen Punkt voraus auf Rang vier. Und Lutz/Beucke zeigen, dass sie absolut auf Augenhöhe segeln können.

Einen Rückschlag hat es für Paul Kohlhoff und Carolina Werner bei den Nacra 17 gegeben, die im siebten Rennen eine Disqualifikation erlitten. Der Olympia Dritte im 49er und Vize-Weltmeister im Nacra 17 Alan Norregaard aus Dänemark protestierte wegen einer Backbord-Steuerbord-Regelverlerletzung und bekam Recht.

Das deutsche Duo fiel auf Rang fünf zurück. Die Flensburger Herausforderer Erichsen/Spitzmann schoben sich auf Platz acht nach vorne und liegen nur noch sechs Punkte zurück.

Nach wie vor sehr solide surft Altmeister Toni Wilhelm auf seinem Weg zurück an die Weltspitze. Ohne Streichresultat wäre er schon Dritter. So liegt er noch auf Platz sechs.

Die bisherigen Top-Ten-Platzierungen:

3. Paul Kohlhoff/Carolina Werner, Nacra17
3. Lasse Klötzing, 2.4mR
3. Erik Heil/Thomas Plößel, 49er
4. Victoria Jurczok/Anika Lorenz, 49erFX
5. Tina Lutz/Susann Beucke, 49erFX
6. Heiko Kröger, 2.4mR
6. Toni Wilhelm, RS:X Surfboard
7. Justus Schmidt/Max Boehme, 49er
8. Annika Bochmann/Marlene Steinherr, 470er Frauen
8. Jan Hauke Erichsen/Lea Spitzmann, Nacra17
9. Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski, 470er Männer

Ergebnisse Princesa Sofia 2016

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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