Rettung: 84-jähriger TP52-Eigner trieb mehr als vier Stunden im Wasser

Von der Schippe gesprungen

Jacinto Rodríguez (84) ist bei der Überführung seiner TP52 “Duende” zur Copa del Rey Regatta nach Palma in der Nacht von Bord gestürzt. Er schwamm vier Stunden ohne Rettungsweste.

TP 52 Eigner gerettet

Die Frau von Jacinto Rodríguez erreicht die Nachricht, dass ihr Mann gerettet wurde. © MartínezStudio

Die spanische Kult-Regatta Copa del Rey, deren erste Rennen heute beginnen, hat am Wochenende einen heftigen Schockmoment erlebt. In der Nacht von Freitag auf Sonntag bangten viele Segelfreunde um das Leben von JacintoRodríguez, Eigner der TP52 “Duende”.

Der 84-Jährige war acht Meilen neben der im Westen Mallorcas vorgelagerten Insel Dragonera von Bord gestürzt und von der Yacht getrennt worden. Bei mehr als 35 Knoten Wind hatte Rodríguez auf einem Vorwindkurs ein Reff-Manöver gestartet und das Lösen des Großfalls befohlen als die Yacht eine Patenthalse ausführte.

Am Kopf getroffen

Der Skipper wurde vom Baum am Kopf getroffen und dabei über Bord geschleudert. Das sofort eingeleitete Mann über Bord Manöver brachte keine Ergebnisse. Rodríguez wurde in der Dunkelheit von seiner Crew nicht gefunden.

Das spanische Rettungsorganisation in Palma leitete nach dem Mayday Ruf die Suche ein und schickte zwei Schiffe sowie einen Hubschrauber zum Gebiet. Drei weitere Yachten wie auch “Duende” beteiligten sich an der Suche.

Aber es vergingen mehr als vier Stunden, in denen kein Lebenszeichen des erfahrenen Seglers entdeckt wurde. Ohne Rettungsweste trieb er im Meer. Seine Frau Inés Mansilla bangte im Hafen des Real Club Nautico um das Leben ihres Mannes.

Sichtung im letzten Moment

Der Hubschrauber “Helimer 213” musste schließlich die Suche wegen Spritmangels abbrechen. Aber im letzten Moment des Abdrehens übermittelte die Heli-Crew eine Positionsangabe über eine mögliche Sichtung.

Der Helikopter, der die Ablösung übernahm, fand schließlich an der gemeldeten Position den verunglückten Segler und führte die britische Yacht “Sea Hawk” zu der Stelle, die sie mit einem Rauchsignal und einer Rettungsinsel markierte. Rodríguez wurde vom SAR Hubschrauber nach insgesamt vier Stunden und zwanzig Minuten im Wasser aufgenommen und in ein Krankenhaus gebracht.

Der Skipper war in gutem Zustand. Der Schlag des Baums hat einen tiefen Schnitt in der Augenbraue hinterlassen und beim Sturz verletzte er sich mit der Wade an einer Relingsstütze. Er berichtet, dass der Auftrieb seiner gepolsterte Segelhose dabei geholfen hätte, ihn über Wasser zu halten.

Er habe sich auf dem Rücken treiben lassen und die Scheinwerfer der Sucher beobachten können. So konnte habe er seine Hoffnung auf Rettung behalten können. Und tatsächlich sprang er im letzten Moment noch von der Schippe.

Eine große Beeinträchtigung seiner Segel-Leidenschaft sieht Rodríguez durch die dramatische Rettungsaktion nicht gegeben. Er will auf jeden Fall zum heutigen Start an der Linie sein, wo er in der IRC 1 Klasse unter anderem gegen die deutsche GP42 “Silva Neo” von Dennis Gehrlein antritt.

TP 52 Eigner gerettet

Jacinto Rodríguez steuert seiner TP52 “Duende” auch im vergangenen Jahr vor Palma. © Maria Muina

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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