Riechers Analyse: Desjoyeaux bald wieder 500 Meilen vorne

Der Comeback-Meister

Michel Desjoyeaux dürfte bald wieder die Führung übernehmen. © FNOB

Der Titel „Meister des Comebacks“ scheint Michel Desjoyeaux sicher. Wie schon beim Vendée Globe 2008 hat ihn auch diesmal der Zwangsstopp nicht wirklich aus dem Konzept gebracht.

Fünf Tage nach seinem Besuch in Recife schickt er sich wieder an, die Führung im Barcelona World Race zu übernehmen. Knapp 60 Meilen hinter ihm in seinem Kielwasser befindet sich sein ärgster Konkurrent  „Paprec Virbac“, der genauso wie „Foncia“ einen Reparaturstopp in Recife einlegen musste.

Es muss ein wenig frustrierend für die anderen Team sein, mit anzusehen, mit welcher Leichtigkeit und taktischer Genialität diese beiden Teams wieder ins Rennen gefunden haben. Zu allem Überfluss (aus Sicht der anderen Teams) macht ihnen Petrus auch noch ein schönes Geschenk: eine ergiebige Front mit 25 – 30kn Wind aus Nord. Ordentlich Wind mit dem perfekten Windeinfallswinkel, um zu ersten Safety Gate dieser Regatta zu gelangen.

Da sie sich die beiden wohl einige Zeit in dieser Front halten können, werden sie wohl mit einem ordentlichen Vorsprung beim ersten Gate südlich des Kaps der Guten Hoffnung ankommen.

Es scheint, als ob „Mapfre“ mit ein wenig Glück auch noch mit auf den Zug springen kann. Für alle anderen – und das ist das gesamte restliche Feld des Barcelona World Races – ist diese Front nicht mehr zu erreichen.

Denn ab Freitag/Samstag etabliert sich östlich von Uruguay eine neue Hochdruckzelle, die sich schnell ausdehnt, mit dem St. Helena Hoch verbindet, den gesamten Südatlantik erfasst und sich bis  40° südlicher Breite ausdehnt. Das Hoch wird somit wieder alle Boote in seinem Einflussbereich mit leichten drehenden Winden quälen .

Für die Yachten, die von dem Hoch eingefangen werden, gilt: Wer sich am weitesten südlich befindet, wird glimpflich davonkommen. Je weiter nördlich, desto dramatischer werden die Verluste.

Ich glaube, dass dies hier die erste Schlüsselstelle des Rennens werden kann. Schafft die Spitzengruppe es, sich mit der Front in den Southern Ocean zu retten, noch bevor das Hochdruckgebiet aus dem Gesamten Südatlantik einen Parkplatz macht, dann könnte sie sich mit Leichtigkeit vor dem Verfolgern  positionieren und einen Vorsprung von bis zu 500 Meilen herausarbeiten.

"Mare.de" Skipper Jörg Riechers. © J. Riechers

Zum Autor: Der Hamburger Einhand-Offshore-Segler Jörg Riechers hat zuletzt bei seiner Class40 Premiere mit “Mare.de” einehervorragende Leistung mit Platz sechs bei der Route du Rhum abgeliefert. Davor segelte er in der Mini-Klasse sensationell stark. Mit Platz zwei beim Einhand-Rennen Les Sables – Azoren – Les Sables bestätigte er seine internationale Spitzenposition in dieser Klasse.

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