Rolex Middle Sea Race: “EMMA” gewinnt die ORC Wertung

Perfekte Momente

Die Swan 60 EMMA von Johann Killinger feiert den Sieg beim Rolex Middle Sea Race in der ORC Wertung auch wenn viele Schiffe noch unterwegs sind. Über alles hat Hasso Plattners Tochter Kristine mit der Z86 “Morning Glory” gewonnen.

Rolex Middle Sea Race

Schattenspiele der `Morning Glory´-Crew beim nächtlichen Zieleinlauf © Rolex / Kurt Arrigo

“Wir sind durch, das können die Kleinen nicht mehr schaffen”. Thomas Jungblut freut sich am Telefon über den ORC Sieg beim Rolex Middle Sea Race. Er hat den 606 Meilen langen Kurs von Malta rund Sizilien mit der 17-köpfigen Crew von Johann Killinger (NRV) in drei Tagen und sechseinhalb Stunden absolviert.

Das brachte in der ORC Wertung einen berechneten Vorsprung von fast einer Stunde vor der Cookson 50 “Cantankerous” und der modifizierten TP52 “B2” mit dem ex America’s Cup Skipper Francesco de Angelis.

Für den offiziellen Gesamtsieg der “EMMA” reichte das aber nicht, da dieser nach der Handicap Wertung IRC berechnet wird. Dabei lag wiederum die “B2” berechnet um fast drei Stunden vorne. Die deutsche Swan 60 schaffte es aber auch hier auf einen ausgezeichneten dritten Platz.

Nicht gerade ein Leichtwind-Renner

“Dieser Erfolg ist unglaublich”, sagt Taktiker Jungblut, der mit der Emma Crew zum ersten Mal beim Rolex Middle Sea Race teilnahm. “Wir konnten auf dem Tracker sehen, dass wir gut im Rennen lagen. Aber dass es bei dem oft leichtem Wind so gut ausgehen würde, konnte man nicht vorhersehen. Schließlich sind wir mit 22 Tonnen nicht gerade ein Leichtwind-Renner.”

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Eine Kanone feuert zum Start des Rolex Middle Sea Races. © Rolex / Kurt Arrigo

Der Wind wehte aber auch schon mal mit 16 Knoten und überraschte mit einer 21 Knoten Böe, die an Bord ein wenig Hektik aufkommen ließ. Aber die immer populärer werdende Regatta mit Start un Ziel in Malta, die diesmal eine Rekordzahl von 99 Schiffen an die Startlinie brachte, verschaffte der deutschen Crew perfekte Momente.

“Die Passage der Straße von Messina war ein Höhepunkt aber wir hatten auch bei der Rundung des Strombolis eine tolle Aussicht und einigermaßen Wind”, so Jungblut, der seit vier Jahren das Management der “EMMA” übernommen hat.

Segelsack für Navigator

Besonders gut habe das Wachsystem funktioniert. Zwei Wachen hätten sich jeweils die acht Schlafplätze geteilt. Nur der Navigator hatte allein einen Segelsack als Ruhestätte zur Verfügung. Nachts dauerten die Wachen drei Stunden, tagsüber vier Stunden. So mussten nicht immer die gleichen Leute die harten Nachtsequenzen übernehmen.

Kritisch war die Passage von Lampedusa angesichts der aktuellen Flüchtlings-Problematik. “Wir hatten vorher besprochen, dass wir natürlich helfen würden, wenn wir ein Schiff in Seenot beobachten würden.” Aber so weit kam es dann nicht.

Die “EMMA” kam insgesamt als neuntes Boot ins Ziel knapp 20 Minuten hinter dem Volvo 70 “Monster Project” dem ehemaligen russischen Volvo Ocean Race Teilnehmer. “Wir haben sie ein paar mal überholt, am Ende rutschten sie dann doch voraus.”

Kristina Plattner skippert für Profi Crew

Ganz vorne zog allerdings erwartungsgemäß die Z86 “Morning Glory” von Hasso Plattner ihre Kreise, die nach der Absage des 100 Fußers “Esimit Europa 2” wegen eines Mastbruchs, das größte Schiff im Feld war. Plattner selber segelte nicht mit. Seine Tochter Kristina übernahm die Skipper-Rolle, nachdem sie schon beim Maxi Cup Gefallen an dem Boot gefunden hatte.

Plattner hatte das Schiff nach vielen Jahren wieder aus seinem Fuhrpark geholt, einer neuen Garderobe aufgerüstet und eine Profi-Crew engagiert um Team New Zealand Volvo Ocean Race Skipper Chris Nicholson, Puma Taktiker Calvin Harrap und den vierfachen America’s Cup Gewinner Warwick Fleury.

Nach dem Zieldurchgang als erstes Boot der Flotte sagt Kristina Plattner: “Dieser Sieg bedeutet mir viel. Es ist das erste Mal, dass ich ohne meinen Vater an Bord war. Ich hatte deshalb vorher etwas Angst, aber ich kenne diese Jungs seit vielen Jahren, und sie haben gut auf mich aufgepasst. Es war wirklich überwältigend.”

Berechnet landete die “Morning Glory” in der IRC Wertung auf Rang neun knapp vor der Marten 49 “Speedy” von Hans-Jürgen Riegel, der im vergangenen Jahr stark auf Platz zwei gelandet war.

Ergebnisse Rolex Middle Sea Race

Eventseite Rolex Middle Sea Race

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Rolex Middle Sea Race: “EMMA” gewinnt die ORC Wertung“

  1. avatar Ingo sagt:

    Gratulation an Thomas und die EMMA-Crew! Reife Leistung in DEM Feld.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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