Sailing Team Germany: Nationalmannschaft mit Schadewaldt/Baumann und Gäbler

Echte Nationalmannschaft

Die Nationalmannschaft vom Sailing Team Germany ist komplett. Schadewaldt/Bauman sind von BMW zu STG mit Audi gewechselt und Gäbler/Gäbler haben ebenfalls unterschrieben.

Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann in Perth © Ocean Images

Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann in Perth © Ocean Images

Im vergangenen Olympia Zyklus war es ein permanentes Ärgernis für die Sailing Team Germany Macher, dass in der Segel-Nationalmannschaft nicht drin war, was draufstand.

Drei der besten deutschen Segelteams waren zwar im DSV Kader, hatten den Vertrag mit STG aber nicht unterschrieben und waren deshalb nicht Mitglied in der offiziellen Nationalmannschaft. Sie konnten sich auf eigenen Sponsoren verlassen und wollten sich nicht an Audi binden.

Die 49er Segler Lennart Briesenik Pudenz/Morten Massmann vertrauten auf einen Sponsoren Pool aus Flensburg, die Klassenkollegen Schadewaldt/Baumann und die 470er Olympioniken Kadelbach/Belcher wurden von BMW gefördert. Es war unschön für STG dass letztere zwei von acht deutschen Olympia-Plätzen besetzten. Die Außendarstellung des Teams geriet schwierig. In einigen Pressemitteilungen fehlten die BMW Teams.

Aber dieses Problem scheint nun geklärt. BMW funkt offenbar nicht mehr dazwischen. Briesenik/Pudenz und Kadelbach/Belcher haben aufgehört und nun Schadewaldt/Baumann haben jetzt ebenso bei STG unterschrieben, wie auch die Görge Zwillinge, die ebenfalls einen Vertrag mit BMW hatten und jetzt im 49er FX segeln.

Nahid und Roland Gäbler noch auf ihrem Tornado. © Martina Barnetova

Nahid und Roland Gäbler noch auf ihrem Tornado. © Martina Barnetova

Auch das Ehepaar Gäbler hat laut Pressemitteilung unten bei STG unterschrieben. Das ist insofern bemerkenswert, weil Gäbler durch seinen Promi-Status durchaus gute Chancen hatte, seine siebte Olympiakampagne mit den eigenen Sponsor Kontakten zu bestreiten. Aber das STG Angebot hat offenbar überzeugt.

Für Gäbler ist die Herausforderung ohnehin eine andere. Wenige Szene Kenner können glauben, dass er das Idealgewicht für den Nacra 17 erreichen kann, das deutlich unter dem für den Tornado liegt. Aber der gebürtige Bremer, der mit seiner dänischen Frau Nahid in Dänemark lebt hat in seiner erfolgreichen Karriere inlusive Olympia Bronze in Sydney schon ganz andere Prüfungen bestanden. Bei der Princess Sophia Regatta in Palma will sich das Mixed Team erstmals mit der internationalen Konkurrenz messen.

Pressemitteilung des Sailing Team Germany:
Deutsche Segel-Nationalmannschaft komplett

Pünktlich zum Start der Regattasaison in Europa ist die Segel-Nationalmannschaft vollständig: Die Olympiaanwärter für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro Tobias Schadewaldt & Hannes Baumann im 49er sowie Roland & Nahid Gäbler im Katamaran-Mixed haben beim Audi Sailing Team Germany (ASTG) unterschrieben.

Mit verändertem Förderkonzept für die rund 100 Mitglieder des Audi Sailing Team Germany geht es in die neue Olympiade: die Spitzenförderung im Hochleistungssegelsport wird verstärkt, um 2016 in Rio de Janeiro die angekündigten Medaillen zu gewinnen.

Dazu begrüßte die Nationalmannschaft zum Jahreswechsel in den eigenen Reihen auch zwei etablierte Spitzenteams und Hoffnungsträger für Rio: die Weltranglistenersten im 49er, Tobias Schadewaldt (Oldenburg) und Hannes Baumann (Kiel), sowie Roland und Nahid Gäbler (Tinglev/Dänemark), mehrfache Mixed-Weltmeister im Tornado, sind jetzt in der olympischen, gemischten Katamaran-Klasse unterwegs.

Die Olympiateilnehmer im 49er von London, Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann wollen sich im neuen Umfeld den Traum einer olympischen Medaille verwirklichen: „Das Audi Sailing Team Germany bietet uns mit einer starken Teamzugehörigkeit, dem Wissensaustausch und der Technologienutzung optimale Förderbedingungen. Insbesondere durch die Zusammenarbeit mit SAP erhoffen wir uns technologische Impulse für unser Segeln“, so der 28-jährige Steuermann Schadewaldt.

Das Ehepaar Gäbler, das in der Tornado-Klasse zur Weltspitze zählt, will vor Rio de Janeiro die Titelsammlung komplettieren. „Dieses neue Projekt ist für uns der logische Schritt und eine fantastische Herausforderung. Im Tornado haben wir von Weltmeisterschaft bis Deutsche Meisterschaft alles gewonnen. Jetzt wollen wir eine Olympiamedaille“, erklärt der 48-jährige Steuermann Roland Gäbler das Ziel der kommenden Jahre.

Gemeinsam mit seiner Frau Nahid und dem ASTG möchte er sich seinen Traum verwirklichen: „In diesen Zeiten muss man einen Zahn zulegen, wenn man international eine Chance haben will. Das Sailing Team Germany hat die Power den deutschen Segelsport ganz nach oben zu bringen. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dabei sind.“

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Sailing Team Germany: Nationalmannschaft mit Schadewaldt/Baumann und Gäbler“

  1. avatar Ballbreaker sagt:

    Na das ist doch super, dann können wir ja gleich auf eine Olympia-Quali und Ausscheidung für Rio 2016 verzichten…..

    Echte Nationalmannschaft? Jetzt lasst doch mal bitte die Kirche im Dorf. Natürlich sind alle Teammitglieder des STG sehr vielversprechende Segler aber mal eben alle anderen möglichen Mitbewerber um ein Olympiaticket mit einem Satz sprichwörtlich in die 2. Liga zu verbannen, finde ich mehr als bedenklich!

    Die Sponsorensuche für eine Olympiakampagne ist in Deutschland ohnehin schon schwierig genug. Ich möchte keinem potentiellen Sponsorpartner erklären müssen, warum man obwohl man nicht Mitglied in der STG-“Nationalmannschaft” ist , trotzdem mindestens die gleichen Chancen auf ein Olympiaticket hat.

    Versteht mich nicht falsch, mir ist durchaus bewusst, dass um international konkurrenzfähig zu sein, zukunftsweisende Konzepte her müssen und das STG hat sicherlich eine ganze Menge Positives erreicht. Aber dieses “Friss-den-Audi-oder-Stirb”-Getue geht mir auf den Sack! Es hat vor Euch gute Segler gegeben und es gibt auch jetzt mehr als ein Team was den STG-Mitgliedern das Leben bei den nationalen Ausscheidungen schwer machen wird!

    Der irreführenden Gebrauch des Terminus “Nationalmannschaft” oder solche Pressemitteilung wie oben zitiert – erinnern eher an Stefan Raab’s Wok-Weltmeisterschaft und werfen nicht unbedingt ein positives Licht auf Euren Verein!

    Bleibt fair!

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  2. avatar Karsten sagt:

    Dem kann ich mich nur anschliessen!
    Wok WM.. “leider” ein sehr treffender vergleich!

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  3. avatar Christian sagt:

    Nuja, die Briten z.B. haben auch ihr Skandia British Sailing Team… scheint irgendwie dem Zeitgeist geschuldet zu sein, dass seit einigen Jahren vermehrt Nationalmannschaften ausgerufen werden.

    Noch viel fragwürdiger ist allerdings, dass das STG den (kommerzialisierten) Nationalmannschaftsgedanken in den Jugend- und sogar Jüngstenbereich trägt. Da wird es einem dann richtig schlecht, wenn man schon die Optikids mit vor Stolz geschwellter Brust ihre Audi-Aufkleber und deutsche Nationalfahnen im Segel und auf der Schwimmweste spazieren fahren sieht. Diese enge Verquickung von Sport, Unternehmensinteressen und Nationalgedöns ist jedenfalls weitaus mehr zu hinterfragen als es derzeit der Fall ist.

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  4. avatar Hinterherfahrer sagt:

    Es ist ja schön, dass sich Firmen finden, die den Segelsport unterstützen (das ist nicht ironisch gemeint), wenn man sich allerdings die Sponsoren und kooperierende Verein anschaut, dann geht das an der breiten Masse der Segler vorbei (dazu gab es schon eine interessante Diskussion bei Digger). Spitzensport lebt nun mal von der breiten Masses (siehe Fußball), aus der dann die wenigen Talente für die großen Ereignisse hervor gehen. Eine Förderung wie beim STG zieht einen großen Teil der Mittel ab, die für alle Verein zur Verfügung stehen könnten, die beschriebenen Opt-Kids mit Audi-Logo sind da nur eine Folge dieser Entwicklung.

    Wenn ich mir die Kriterien anschaue, die für heute viele Förderungen erreicht werden müssen, dann ist das für kleine Verein einfach nicht (mehr) zu machen. Die Vereine, die im STG kooperieren haben da eher keine Problem,das sind ja hauptsächlich die Großen und Förderung brauchen die eher nicht.

    Langer Rede kurzer Sinn, Aktionen wie der BMW SalingCup haben vermutlich für die Bekanntheit des Segeln deutlich mehr erreicht als das STG jemals erreichen wird. Nationalmannschaften hat es in der einen oder anderen Form immer gegeben, das STG mag deutlich professioneller und erfolgreicher sein als die Vorgänger, Breitenwirkung wird das so nicht haben, Medien-Reichweite und mehr Geld fürs IOC wird’s wohl geben.

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  5. avatar Oh, nass is. sagt:

    Mann,

    was bin ich froh, daß das hoffnungsvolle Nachwuchstalent Gäbler noch schnell vor seinem Fünfzigsten beim STG unterschrieben hat und Teil der echten Nationalmannschaft geworden ist.

    Da wird die Nation aufatmen und ne Menge anderer Sponsoren wohl bitterlich weinen. *g

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