Star Sailing League Finals: Jochen Schümann im Starboot

Der Beste gegen die Besten

Jochen Schümann, SSL FInals 2015First thoughts of Jochen Schümann after training in Bahamas for the #SSLFinals. #ItsBetterInTheBahamas Posted by Star Sailors League on Montag, 30. November 2015

Jochen Schümann (61) hat eigentlich nur zu verlieren, wenn er sich auf seine alten Tage noch einmal auf ein Starboot setzt. Aber gerade das macht ihn zu einem Gewinner.

Es ist eine Überraschung, dass sich Jochen Schümann, der erfolgreichste deutsche Segler aller Zeiten auf einen Vergleich in der Starboot-Klasse einlässt. Der dreifache Olympiasieger geht bei dem morgen beginnenden Star Sailors League Finale auf den Bahamas an den Start und könnte mit dem ungewohnten Boot durchaus Schwierigkeiten bekommen, auf gewohntem Niveau zu segeln.

Schümann Starboot

Jochen Schümann segelt vor den Bahamas. © SSL

Das machen Profi-Segler normalerweise nicht. Sie begeben sich nicht auf ungewohntes Terrain, auf dem sie möglicherweise nicht glänzen können. Das beschädigt ihren Marktwert.

Jochen Schümann ist das aber längst egal. So wie er mit uneingespielten Teams, oder seinen Freunden mit hohem Crew-Gewicht für seinen Club unter suboptimalen Bedingungen bei der Bundesliga antritt, geht er nun auch im Starboot an den Start. Er muss niemandem mehr etwas beweisen. Und es sollte schlechtere Segelreviere geben als vor den Bahamas.

Vorschoter Borkowski segelte bei Olympia

Das Starboot ist für den Berliner Neuland. Zwar hatte er nach dem Olympia-Aus der Soling 2000 kurz mit dem Einstieg in die letzte verbliebene Kielboot-Klasse geliebäugelt, aber dann kam das America’s Cup Angebot von Ernesto Bertarelli, mit dessen Alinghi Team er als Sportdirektor 2003 die Kanne holte.

Dafür  sammelte sein Soling Vorschoter Ingo Borkowski, mit dem er in Sydney Silber gewann, jede Menge Starboot-Erfahrung bei der Olympiakampagne mit Mark Pickel für 2008. In Qingdao wurde das Duo siebter.

Die Konkurrenz ist im Starboot zwar längst nicht mehr so stark wie noch zu Olympia-Zeiten. Deshalb könnte für das neuformierte Duo vielleicht doch etwas gehen beim mit 200.000 Dollar dotierten Saison-Finale. Besonders bei leichterem, drehendem Wind könnte Schümann seine Fähigkeiten ausspielen, so wie beim Senatspreis in Berlin, als er die Weltmeister Stanjek/Kleen deutlich auf Rang zwei verwies. So ganz ohne Vorbereitung mochte der Meister dann doch nicht auf den Bahamas starten.

Hartes Ausreiten erforderlich

Aber die Entwicklung im Starboot spricht eher dafür, dass jüngere athletische Steuerleute bevorteilt werden, die maximal ausreiten können. Besonders bei den harten eher konstanten Bedingungen auf dem Revier kommt es auf den Am-Wind-Speed an, und er wird durch hartes Ausreiten erreicht.

Schümann Starboot

In der Vorschoter Hängeweste hockt Ingo Borkowski. © SSL

Dazu hat die Öffnung der Pumpregel für die Star Sailors League dazu geführt, dass besonders die starken Finn-Dinghy Segler bei härteren Bedingungen Vorteile haben. So konnte der aktuelle kroatische Finn-Weltklassesegler Ivan Kljakovic Gaspic schon überzeugend punkten. Und auch der eingeladene brasilianische Finn-Youngster Jorge Zarif beeindruckte auf Anhieb.

Ganz vorne werden aber wieder die verbliebenen Star-Olympioniken Diego Negri (ITA), Mateusz Kusznierewicz (POL) Xavier Rohart (FRA) und auch Robert Stanjek mit Frithjof Kleen erwartet. Dazu haben auch Johannes Polgar und Markus Koy ihre Chance, aber ganz besonders ex Weltmeister Hamish Pepper(NZL) mit Olympiasieger-Vorschoter Bruno Prada (BRA).

Match Race Weltmeister versucht sich im Star

Gleich neun geladene VIP Gäste machen den Wettkampf spannend, von denen sich die meisten aus der Laser-Weltspitze rekrutieren.  Besonders spannend ist aber der Auftritt vom Match Race Weltmeister Ian Williams, der sich bisher eher schwer tat, wenn er seinen gewohnten Duell Modus verlassen musste.

Das Feld hat nicht mehr ganz die Strahlkraft der Premiere, als Robert Scheidt und Frederik Loof ihre Olympia-Revanchen bestritten. Aber auch so segeln 9 Olympiamedaillen-Gewinner gegeneinander und 13 Weltmeister.

Die Regatten werden wieder live übertragen. Drei Tage dauert die Qualifikation, nach der bestimmt wird, welche 1o Teams den Finaltag noch bestreiten dürfen.

Übertragung

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Star Sailing League Finals: Jochen Schümann im Starboot“

  1. avatar Anwalt sagt:

    Race 1 – Schümi z.Zt. auf Pl. 7 vor Polgar/Koy und Stanjek/Kleen

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