Star Sailors League: Polgar/Koy knapp geschlagen – Strafen führen zur Entscheidung

Verlauf der Finals

Johannes Polgar und Markus Koy haben 19.000 US Dollar für Platz vier beim Star Sailors League Finale in Nassau gewonnen. Ein ärgerlicher Penalty kostete den Sieg. Schümann/Borkowski auf Rang 11.

Viertelfinale:

Die ersten sechs von zehn Teams kamen in die nächste Runde. Der Sieger der Qualifikation Rohart/Ponset konnten direkt in das Viertelfinale einziehen. Jochen Schümann und Ingo Borkowski erwischten einen perfekten Start in der Mitte der Linie wählten dann aber die rechte Seite der Startkreuz, die sich bei dem leichten Wind als nachteilig herausstellte.

Als Vorletzte rundeten sie die Luvtonne während Polgar/Koy nach einem mittelmäßigen Start über die linke Seite viel Boden gut machten und sich auf Rang drei platzierten. Schümann kämpfte sich auf dem Vorwindkurs wieder heran und lag am Leetor wieder in Schlagweite zum auf dem rettenden sechsten Platz mit dem Bug am Heck von Paul Cayard.

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Die Top Drei des Finals. Beim Amerikaner Szabo spannt das Hemdchen etwas. © SSL

Aber er touchierte bei der Rundung leicht die Tonne und das schien das Aus zu sein. Doch die Jury sah es nicht. Stattdessen kam es zu einer positiven Wendung der Dinge, als der französische Lasersegler Bernaz sich verschätzte und  zwischen Schümann und Tonne drängte, eine Kollision verursachte und nach dem Protest des Deutschen einen Strafkreis drehte.

Jetzt hatte Schümann Luft nach hinten und musste nur noch ein Boot einholen, um den Cut zu schaffen. Aber die folgende Kreuz ging vollkommen daneben. Nach dem Angriff über die rechte Seite blieb nur der letzte Platz. Bernaz dagegen segelte über links klar unter die Top sechs, und der am Leetor gleichauf liegende Cayard war in Luv Zweiter.

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George Szabo und Edoardo Natucci gewinnen das Grand Slam Final. © SSL

So erfolgte das Aus für Schümann/Borkowski nach einer starken Vorstellung, die der Großmeister als Starboot-Neuling so nicht erwartet hatte. Es dürfte ihm Geschmack auf mehr gemacht haben. Möglicherweise wiederholt er seinen Auftritt beim ersten City Grand Slam der Starboote auf der Hamburger Alster. Gesamtplatz 11 wurde immerhin mit 6000 Dollar Preisgeld belohnt.

Johannes Polgar und Markus Koy qualifizierten sich souverän als Vierte für das Viertelfinale, zu dem auch die Qualifikationssieger Rohart/Ponset stießen. Überraschend verpassten die Mitfavoriten Negri/Lambertenghi knapp den Cut und beschwerten sich lautstark beim Zieldurchgang. Möglicherweise gefiel ihnen der sehr leichte Wind nicht.

Halbfinale:

Das einzige im Finale verbliebene deutsche Team Polgar/Koy startete gut mit Speed in der Mitte, absolvierte eine überlegte Startkreuz über die linke Seite, ging als führendes Boot um die Luvtonne und sicherte in der Folge überlegt den vierten Platz ab.

Pepper/Prada untermauern als Sieger ihre Favoritenrolle im Kampf um den 40.000 Dollar Siegpreis.

Finale:

Polgar/Koy kämpfen um einen Pin End Start. Rohart kommt mit Speed von hinten, schafft die Überlappung und quetscht sich um die Starttonne. Die Franzosen scheinen dabei vom Kiwi Pepper überlaufen zu werden, der hartnäckig Bord an Bord um die Position in Luv kämpft. Dabei muss er offenbar den Gegner berührt haben.

Jedenfalls spricht die Jury sehr spät eine Strafe aus. Möglicherweise, weil es eine Kollision aber keinen Protest gab. Jedenfalls muss auch der Franzose einen Penalty drehen. Die Konkurrenz fällt zurück. Alles läuft perfekt für die Deutschen.

Sie greifen sogar den führenden Amerikaner Szabo an. Nach der Wende mit einer schönen Linkskippe liegen Polgar/Koy virtuell vorne. Passt der Cross vor dem Bug? Er passt nicht. Verschätzt. Jochen Schümann schimpft am Kommentar-Mikrofon: “Fuck…” (04:06:41 in der Übertragung).

Das deutsche Duo dreht sofort den fälligen Strafkreis und fällt hinter den Führenden zurück. Danach ist noch viel möglich. Der zurück liegende Pepper übernimmt plötzlich die Führung. Aber bei Polgar/Koy reißt der Faden. Polgar macht auch fehlenden Vorwind-Speed für die zum Schluss fehlenden Meter verantwortlich. Aber schließlich überwiegt die Freude über den unerwarteten vierten Platz im hochkarätigen Starboot-Feld.

An der Spitze liegt am Ende Leichtwind-Spezialist George Szabo mit dem italienischen Vorschoter Edoardo Natucci. Er hat schon den Lake Grand Slam in der Schweiz bei ähnlichen Bedingungen gewonnen.

Ergebnisse Star Sailors League Final 2015
Replay des Finaltages

Das haben sie gesagt:

XAVIER ROHART
“Ich habe gemischte Gefühle. Wir hatten alles, was man zum Sieg bei diesem Event braucht: Speed, Selbstvertrauen und alle Möglichkeiten. Wir hatten ein gutes Gefühl für den Wind. Wir waren voll da. Dann haben wir einen Fehler beim Start gemacht. Ich war zu aggressiv. Ich bin verantwortlich. Es gab eine leichte Kollision zwischen uns und Hamish (Red.: Pepper). Wir haben uns nicht beschwert, aber der Schiedrichter zeigte uns beiden die rote Flagge.”

“Als SSL Präsident glaube ich, dass es ein großartiges Event war. Ein Erfolg. Wir hätten vielleicht ein bisschen mehr Wind brauchen können. Insbesondere im Viertelfinale. Wir hoffen, dass wir diese Erfolgsgeschichte fortsetzen und langsam immer größer und besser werden können.”

GEORGE SZABO
“Ich mag leichte Winde schon immer lieber als starke. Ich war also vor der Regatta beunruhigt von der Perspektive, hier in der Regel in 15 bis 20 Knoten Wind segeln zu müssen. Dann stimmte es mich sehr glücklich, dass es dieses Mal nicht so war.

Ich fühle mich gerade fantastisch. Diese Regatta hat so viel Spaß gemacht! Die Leute sind alle so gut, niemand schenkt Dir auch nur einen Zentimeter. Sogar diejenigen, die noch nie Starboot gesegelt haben, sind so exzellent. Sie finden die Dreher. Und die Jungs, die auch sonst Starboote segeln, verfügen über eine großartige Bootsgeschwindigkeit und segeln so sauber. Alle halten sich an die Regeln. Es macht einfach so viel Spaß in dieser Flotte zu segeln.”

HAMISH PEPPER
“Wir hatten einen kleinen Kampf mit Xavier an der Startlinie. Ich bin nicht einmal ganz sicher, worum es dabei überhaupt ging. Doch glücklicherweise waren ja nur vier Boote im Spiel. Wir hatten also immer noch freie Bahn, nachdem wir den Strafkringel absolviert hatten. Wir segelten auf die rechte Seite des Kurses und bekamen einen kleinen Rechtsdreher. Damit waren wir wieder ziemlich gut im Spiel. Doch von da an entwickelte sich eine Achterbahnfahrt mit Szabo, der vor dem Wind sehr gut in Fahrt war. Es war so eng! Ich habe keine Fingernägel mehr!”

Gerorge Szabo erzählt über seine Karriere anhand von alten Bildern:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Star Sailors League: Polgar/Koy knapp geschlagen – Strafen führen zur Entscheidung“

  1. avatar Anwalt sagt:

    Gewundert hat mich vor allem die fehlende Konstanz wie z.B auch bei
    POLGAR / KOY 14 11 9 1 11 17 7, die mal vorn und mal hinten lagen.

    Woran lag es ?

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