Transat: Unfall mit Frachter – Trotz bester Sicht Kollisionsgeger übersehen

"Immer so gestresst"

Davor haben alle Einhandsegler Angst. Maxime Sorel ist mit einem Containerschiff kollidiert und muss das Transat-Rennen aufgeben. Der Vorfall ist ein Rätsel.

"VandB" beim Start. Nun ist der Bugspriet bei einer Kollision abgebrochen. © Lloyd Images

“VandB” beim Start. Nun ist der Bugspriet bei einer Kollision abgebrochen. © Lloyd Images

Der Franzose Maxime Sorel hat am zweiten Tag bei der Transatlantik-Regatta The Transat bakerly von Plymouth nach New York ein Frachtschiff gerammt. Der Klassen-Kollege von Anna-Maria Renken in der Class 40 gehörte zum Zeitpunkt des Unfalls zu den Führenden der zehn-Boote-Flotte.

The Transat Bakerly Race Start

Der abgebrochene Bugspriet nach der Kollision. © Sorel

Er befand sich mit seiner “VandB” auf einem Vorwindkurs in der nördlichen Biskaya etwa 90 Meilen westlich von Lorient, als es in einem viel befahrenen Seegebiet zu der Kollision kam. Dabei war die Sichtweite sehr gut am Morgen und Sorel sagt, er hätte Ausguck gehalten. Aber das Frachtschiff sah er nicht.

Er segelte unter dem großen Gennaker und sei nicht besonders schnell gewesen. Aber als er das Schiff auf Kollisionskurs sah, war es schon zu spät. Er habe nur noch die Optionen gesehen, den Aufprall in einem solchen Winkel erfolgen zu lassen, der ihn nicht das Rigg kostet. So konnte er den Schaden auf den Verlust des Bugspriets begrenzen.

Maxime Sorel als es ihm noch besser ging. © Lloyd Images

Maxime Sorel als es ihm noch besser ging. © Lloyd Images

Genau das passierte, und Sorel ist nun auf dem Rückweg zum Hafen von Trinite sur Mer. Er sei unverletzt, und das Rigg stehe stabil, aber er sei sehr enttäuscht, so früh im Rennen aufgeben zu müssen.

Warum er den Frachter nicht sah, ist ein Rätsel. Er sagt dazu: “Ich bin immer gestresst, wenn diese vielen Schiffe der Berufschifffahrt um mich herum sehe.” Er habe dieses Bild von einer möglichen Kollision im Kopf, und das belaste ihn sehr. “Ich bin besonders enttäuscht, weil mich die Wettfahrtleitung am Morgen noch davon informiert hatte, dass ich in Führung liege. Kurz danach reden wir über meine Aufgabe.”

Jury Strafe erwartet

Auch der führende britische Klassenkollege Phil Sharp hat Kontakt mit den Organisatoren. Bei ihm geht es allerdings um eine Verletzung der Regeln eines Verkehrstrennungsgebietes. Er hat wohl eine Strafe der Jury zu erwarten.

Anna Maria Renken befindet sich bei ihrer Transatlantik-Einhand-Premiere mit einem Rückstand von 45 Meilen auf Rang sieben in der Class 40 Flotte.

An der Spitze ist der Zweikampf zwischen Francois Gabart auf “Macif” und Thomas Coville mit “Sodebo” in vollem Gange. Der Vendée Globe Sieger behauptet einen Vorsprung von 10 Meilen.

In der IMOCA 60 Klasse kommt es erneut zum Wettkampf der neuen Foiler mit dem klassisch ausgerüsteten “PRB” von Vincent Riou, der glaubt, auch ohne Tragflächen die Vendée Globe gewinnen zu können. Der momentane Stand der Dinge gibt ihm Recht. Er ist auf dem harten Vorwind-Kurs an “Rothschild” und “Banque Populaire” vorbei gezogen.

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