Untersuchung: Andrew Simpsons Tod auf Artemis war ein Unfall

"Ungewollt und unerwartet..."

Der Tod des britischen Olympiasiegers vor gut einem Jahr an Bord des America’s Cup Katamarans Artemis ist ein Unfall gewesen. Das ist das Ergebnis der abgeschlossenen Untersuchungen des Coroners Court in England.

Die Feierlichkeiten zur Einweihung des Andrew Simpson Sailing Centers am Todestag des britischen Seglers sind kaum verklungen, da meldet sich das Gericht Bournemouth Coroner’s Court  mit der Nachricht, die Untersuchungen zum Tod seien abgeschlossen.

Andrew Simpson und der zerbrochene Artemis Kat in San Francisco. © Simpson foundation

Andrew Simpson und der zerbrochene Artemis Kat in San Francisco. © Simpson foundation

Er kam zu dem Schluss, dass es sich bei der Kenterung des AC72 Katamarans Artemis um einen Unfall handelte und niemand zur Rechenschaft gezogen werden muss. Der Vorfall sei die Konsequenz einer wohl durchdachten menschlichen Handlung gewesen, die sich ungewollt und unerwartet so entwickelt habe, dass sie zum Tod von Simpson führte.

Fehlkonstruktion

Die Untersuchung war wohl die letzte von vier verschiedenen Recherchen zu der Kenterung. Alle hatten sich ähnlich zum Ablauf geäußert. Zuvor war spekuliert worden, ob den Bootsbauern und Designern von Artemis  eine Schuld zugesprochen werden könnte. Denn die Kenterung war durch den Bruch des vorderen Beams beim Abfallmanöver erfolgt.

Der Katamaran hatte sich längst als Fehlkonstruktion erwiesen, weil Designer Juan Kouyoumdjian nicht konsequent auf die Tragflächentechnik gesetzt hatte. Die Crew segelte ihren letzten Trainingstag, bevor der Neubau zum Einsatz kommen sollte. Zuvor war schon ein Schaden am Beam festgestellt worden. Ob der Unfall damit in Zusammenhang gebracht werden kann bleibt aber nach wie vor im Dunkeln.

Simpson hatte im vorderen Bereich des Luv-Rumpfes gearbeitet und war eingeklemmt als bei der Kenterung der Beam brach. Die Konstruktion klappte über ihm zusammen. Die Crew versuchte noch, ihn zu retten und tauchte, um ihn mit ihren Mini Sauerstoff-Flaschen zu versorgen. Aber die Untersuchung machte klar, dass der Vater von zwei Kindern wohl schon bewusstlos war.

Aufprallverletzungen

Der Report besagt, dass Simpson Aufprallverletzungen an Kopf, Nacken und Brust erlitt und in der Folge ertrank. Er war zehn Minuten unter Wasser, bevor er geborgen werden konnte. Auch der Einsatz eines Defibrillators an Land blieb erfolglos.

Es wird vermutet, dass besonders Artemis Teamchef Torbjörn Tornquist nicht darauf drängte, unbedingt einen Schuldigen für den Vorfall zu suchen. Der Milliardär soll ausreichend Mittel für die Hinterbliebenen bereitgestellt haben. Anders wäre es auch nicht zu erklären, dass Simpsons bester Freund und Partner Ian Percy erneut eine America’s Kampagne für den Schweden bestreiten will.

Der ehemalige Teamchef Paul Cayard ist allerdings längst aussortiert. Er soll jetzt dem neuen jungen US Team Alvimedica bei der Vorbereitung für das Volvo Ocean Race zur Seite stehen. Cayard (54) hat selber das Rennen um die Welt 1998 gewonnen.

 

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Carsten Kemmling

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