Vendée Globe: Erster Vergleich nach der Welt-Regatta – “Safran” rast mit 21,7 Knoten

Schaulaufen

Vor zehn Jahren war Morgan Lagravière noch 7. bei der 49er WM, nun ist der 29-Jährige eine der heißesten Nummern der Hochsee-Einhand-Szene. Nach seinem Vendée-Ausfall braucht er aber einen neuen Sponsor.

Der Grand Prix Guyader mag für die Kollegen der IMOCA-Klasse ein netter bedeutungsloser Vergleich gewesen sein. Nur fünf 60 Fußer waren am Start, und das Ergebnis hat eigentlich keine große Aussagekraft. Aber für Morgan Lagravière ist es wichtig. Der junge Franzose muss um seine Karriere bangen.

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Die IMOCA-Flotte beim Grand Prix Guyader. SMA erstmals mit Foil. © J. Vapillon / Grand Prix Guyader

Bei seiner Vendée Globe Premiere hatte er mit “Safran” gute Chancen, ganz vorne mitzuspielen. Und er konnte auch einige Akzente setzen. Aber schon nach drei Wochen war das Abenteuer für ihn zuende. Nach einer Kollision riss das Ruder ab. Zu diesem Zeitpunkt lag er auf Rang vier.

Nach dieser herben Enttäuschung folgte vor wenigen Wochen die nächste. Sponsor Safran will den Vertrag, der bis Juni 2017 unterschrieben ist, nicht weiterführen und aus dem Segelsport aussteigen. Lagravière hatte auf eine andere Entscheidung gehofft, nun steht er ohne Geldgeber da.

3,1 Millionen Euro für “Safran”

Er hat aber angekündigt, weitermachen zu wollen. Am liebsten mit seinem Foiler “Safran”, der zu einem der schnellsten der IMOCA-Flotte gehört. Aber dafür benötigt er neue Partner, die 3,1 Millionen Euro für das zu Verkauf stehende Boot bezahlen.

Deshalb ist der Grand Prix Guyader für ihn ein Schaufenster, um sich neuen potenziellen Sponsoren zu zeigen. Umso besser, dass er gegen die vier Kollegen gewann und sich auch beim Speed-Run bestens in Szene setzen konnte. Das Video vom Foiler, der 21,7 Knoten erreicht, ist zum viralen Hit in der Szene geworden. “Safran” war klar das schnellste Schiff.

Unter anderem verwies er in der Regatta Jean Pierre Dick mit seiner “St. Michel Virbac” auf Rang drei und Paul Meilhat auf Platz zwei. Der SMA-Skipper, der kurz vor Weihnachten die Segel bei der Vendée Globe streichen musste,  zeigte erstmals nachgerüstete Foils, die im Unterschied zur Konkurrenz von oben statt seitlich in den Rumpf gesteckt werden. Vor dem Vendée-Start hatte er die Aufrüstung des 60-Fußers wegen einer vorherigen schweren Havarie mit der 2013 ex Siegeryacht von Francois Gabart verpasst.

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Das SMA-Foil anders als bei der Konkurrenz von oben in den Rumpf gesteckt. © J. Vapillon / Grand Prix Guyader

Neues gibt es auch von Vincent Riou, dem wohl schnellsten Nicht-Foiler und ex Sieger der Vendée Globe. Nachdem das Rennen 25 Jahre sein Leben bestimmt hat, will er keine weitere Kampagne starten. Sponsor PRB macht zwar weiter, aber Rio wendet sich wie viele seiner namhaften Kollegen den riesigen Trimaranen zu.

Er übernimmt den 100 Fußer “Sodebo” von Thomas Coville, der damit den Einhand-um-die-Welt-Rekord gebrochen hat. Ziel ist das ultimative Einhand-Rennen 2019, für das Coville gerade einen neuen Tri bauen lässt.

Ergebnisse Grand Prix Guyader

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Carsten Kemmling

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