Volvo Ocean Race: Die harte Startphase der zweiten Etappe – Mapfre wieder eingefangen

Wet and wild

Die zweite Etappe beim Volvo Ocean Race hat beeindruckende Bilder von der Nachstartphase geliefert. Danach zog Favorit Mapfre davon, aber so einfach ist es dann auch nicht…

Volvo Ocean Race

Das Mapfre Team gibt alles. © Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Nach einer Anlieger-Parade vor der Küste von Lissabon, die kaum mehr als einen Straßenbahnkurs ermöglichte, haben die sieben Crews beim Volvo Ocean Race von Null auf Hundert in die lange Königsetappe nach Kapstadt gestartet. Bei starkem Wind von teilweise deutlich über 30 Knoten zeigten sich schon früh im Rennen deutliche Speed-Unterschiede, die Langeweile befürchten ließen.

Mapfre zog scheinbar unaufhaltsam davon, nachdem die Spanier noch Bord an Bord mit der stark gestarteten Brunel gelegen hatte. Schließlich konnte aber auch Dongfeng einen solchen Speed-Boost bei dem extremen Wetter verbuchen und schließlich schaffte es auch Vestas teilweise einen Knoten schneller als der Rest der Flotte zu glitschen.

Scallywag Spin Out:

Die Abstände wuchsen kontinuierlich, und Mapfre zog bis auf 20 Meilen weg. Dann halsten die Spanier zuerst nach Süden und verloren dabei viele Meter. Als Fernandez die nächste Halse einleitete, passierten sie nur noch in Sichtweite von Vestas und liegen nun hinter Dongfeng. Die Franzosen haben mit einem Schlag nach Westen die Führung übernommen.

Viele Augen richten sich auf AkzoNobel, wo nach dem unschönen Crew-Hickhack nun der Erfolgskipper Chris Nicholson an Bord gekommen ist und auch der ursprünglich eingeplante Navigator Jules Salter wieder vor dem Bildschirm Platz genommen hat. Die erste Etappe hat er nicht gesegelt, nachdem Simeon Tienpont wieder als Skipper eingesetzt worden war. Aber nun ist wieder alles gut? Das blaue Boot scheint mit einer explosiven Crew-Kombination unterwegs zu sein. Dafür hält es sich bis jetzt ganz gut in der Spitzengruppe.

Ausbruchversuch

Auf dem Weg gen Süden hat nun Scallywag den nächsten taktischen Ausbruchversuch bei wildem Wetter (Video) im Osten gestartet. Die nächste Nacht wird zeigen, ob sich der nächste Ausflug lohnt. Der Split mag andeuten, welche Taktik die Australier bei diesem Volvo Ocean Race verfolgen. Bei einem reinen Bootspeed-Vergleich haben sie keine Chance, deshalb könnte es schlau sein, größere taktische Risiken einzugehen. Für den Betrachter bringt eine solche Sichtweise Würze in dieses Rennen.

Mit Spannung war auch die Betrachtung der Leistungsfähigkeit von Brunel erwartet worden nach der enttäuschenden ersten Etappe. Der Sieg beim Inport-Race und auch der beste Start bei der zweiten Etappe dürfte einen Motal-Boost gebracht und den Willen gezeigt haben, wieder vorne mitzuspielen. Beim Speed gab es zwischenzeitlich erneut Probleme, aber Bekking ist immer noch dran.

Das Feld liegt eng beisammen, nur Scallywag hat einen Ausbruch-Versuch unternommen.

Tracker Volvo Ocean Race

 

Wenn die Rettungsweste im Cockpit aufgeht:

Start und Replay der ersten Rennphase vor Lissabon:

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Carsten Kemmling

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