Volvo Ocean Race: Falschfahrer im Verkehrstrennungsgebiet – Abu Dhabi fordert Strafe

Gegenverkehr

Während bei der siebten Etappe des Volvo Ocean Races Brunel die Führung übernommen hat, gibt es Diskussionen um die mögliche Missbeachtung einer Verbotszone von drei Teams. Die Jury ermittelt.

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Die ursprünglichen Kurslinien im Trennungsgebiet.

Wie beim Fußball ist es auch beim Segeln etwas verpönt, auf den Fehler eines anderen hinzuweisen und quasi die gelbe Karte zu fordern. Andererseits gehört das Protestieren aber auch zum Sport. Abu Dhabi wählt eine andere Art der Beschwerde.

Ian Walker ließ seinen Medienmann im Blog darauf hinweisen, dass möglicherweise Mapfre, Dongfeng und SCA eine Verbotszone durchsegelt haben. Prompt schreibt die Jury: “Wir werden die Kurse der Flotte zwischen den verschiedenen Verkehrstrennungsgebieten bei Newport überprüfen.”

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Auf dem aktuellen Tracker führen die Linien am Gebiet vorbei.

Von der Wettfahrtleitung sei zuvor darauf hingewiesen worden, dass die Verkehrsgebiete entweder gemäß der ausgewiesenen Fahrtrichtungen benutzt werden dürfen oder sie müssten gemieden werden, schreibt Ab Dhabis Matt Knighton.

Die drei Yachten hätten allerdings die auf dem Bildschirm rot ausgewiesene Box im Gegenverkehr befahren. “Wir haben mehrere Wenden gefahren, um die Zone zu vermeiden.” Die Gegner seien mitten durch.

Komischerweise ist das Vergehen auf dem aktuellen Tracker nicht mehr zu sehen, das auf den aktuellen Bildern deutlich festzustellen war. “Wird es eine Strafe geben?” fragt Knighton betont unschuldig. “Wir wissen es nicht. Wir müssen sie einholen. Das ist alles was wir tun können.”

Strafe könnte schmerzhaft sein

Sollte die Jury wirklich eine Strafe aussprechen, so könnte sie sich so kurz vor dem Ende des Volvo Ocean Races als Zünglein an der Waage auswirken. Die Rennen sind so knapp und werden teilweise mit Minuten-Abständen entschieden, so dass sich ein möglicher Zeit-Penalty zum Verlust wichtiger Punkte führen kann.
Dass die Jury sehr hart sein kann hat bereits Mapfre erfahren. Den Spaniern wurden zwei Punkte aufgeschlagen, weil sie ungenehmigte Veränderungen am Boot vorgenommen hatten.

Derweil ist der Kampf um den Sieg bei der siebten Etappe in vollem Gange. Außer Alvimedica lag schon jedes Team einmal in Führung. Zurzeit hat sich Brunel einen kleinen Vorsprung erarbeitet, nachdem die Holländer mit einer verkorksten Wende Anfangs viel Boden verloren hatten.

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Match Race Weltmeister Adam Minoprio verstärkt das Brunel Team und liegt in Führung. © Stefan Coppers / Team Brunel / Volvo Ocean Race

Aber vielleicht macht der für diese Etappe engagierte Match Race Weltmeister Adam Minoprio den Unterschied aus, der den schwächelnden Mitfavoriten wieder in Fahrt bringt. Der Neuseeländer war mit Camper bei seiner vergangenen Volvo Ocean Race Premiere auf Platz zwei gelandet. Zuletzt hatte er beim aufgelösten America’s Cup Team Luna Rossa gearbeitet.

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Dongfeng kämpft sich im Golfstrom durch eine heftige See. © Yann Riou / Dongfeng Race Team / Volvo Ocean Race

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Alvimedica segelt zurzeit hinterher. © Amory Ross / Team Alvimedica / Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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