Volvo Ocean Race: Mapfre zwei Strafpunkte aufgebrummt

Exempel statuiert

Einen Tag vor dem Start zum Inport Race in Itajai hat die Volvo Ocean Race Jury  das spanischen Mapfre Team mit zwei Zusatzpunkten wegen nicht genehmigter Modifikationen bestraft.

Mapfre verstärkt den Rumpf mit Segellatten© Francisco Vignale / MAPFRE / Volvo Ocean Race

Mapfre verstärkt den Rumpf mit Segellatten© Francisco Vignale / MAPFRE / Volvo Ocean Race

Die Jury moniert, dass die Spanier Reparaturen und Veränderungen am Rumpf und Outrigger vorgenommen haben, die sie nicht der Volvo Ocean Race Rennleitung meldeten.

So reparierten sie einen gebrochenen Outrigger und brachten eine ein Meter lange Schiene an. Den Rumpf verstärkten sie mit sechs Segellatten, die sie festklebten und verbolzten. Die Latten seien in Auckland für diesen Zweck vorbereitet worden.

Die Jury bestätigt, dass die Veränderungen nicht für eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit vorgenommen wurden. Trotzdem könne die Verstärkung des Outriggers seine Funktion erweitern und weitere Schäden nach sich ziehen.

Mapfre

Reparaturarbeiten bei Mapfre. © Francisco Vignale / MAPFRE / Volvo Ocean Race

Jury Chef Bernard Bonneau macht klar, dass es sich um eine klare Regelverletzung handelt, weil eine Information über die technischen Veränderungen nicht stattgefunden hat. Dabei sagte Skipper Martinez, dass er Angst gehabt hätte Boot und Crew würden Schaden nehmen, wenn er nicht reagiert hätte wie getan.

Er habe die Rennleitung zwar nicht ausdrücklich informiert aber ein Video übermittelt, das offen die Reparatur-Arbeiten zeige.

Unverhältnismäßige Strafe?

Mapfre werden zwei Punkte aufgeschlagen. Eine harte fast unverhältnismäßige Strafe in einem Feld von nur noch sechs segelnden Booten. Die Spanier fallen nach ihrem rasanten Aufstieg während der vergangenen beiden Etappen wieder auf Rang fünf zurück. Aber die Jury wollte offenbar ein Exempel statuieren.

Wenn die Profis in der noch junge Einheitsklasse VO65 mitbekommen, dass auch die kleinsten Veränderungen nicht bestraft werden, ist dem Betrug Tür und Tor geöffnet. Selbst die kleinsten Grauzonen könnten ausgenutzt werden und Teams würden versuchen, sich Vorteile zu schaffen. Deshalb ist die Strafe wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl, bloß keine heimlichen Modifikationen vorzunehmen.

Hart blieb die Jury auch bei den Eingaben des SCA Teams, das ein beschädigtes Vorsegel ersetzten wollte. Es sei zwar repariert aber, könne aber jederzeit wieder reißen, führte Skipperin Sam Davies an. Die Jury lehnte den Tausch ebenso ab wie beim Vestas Team, das ab Lissabon ein neues Vorsegel ersetzen wollte.

Dongfeng dagegen darf sein Großsegel tauschen, nachdem Skipper Caudrelier es wegen des Mastbruchs durchschneiden ließ, um weiteren Schaden zu vermeiden.

Jury-Entscheidung

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Carsten Kemmling

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