Volvo Ocean Race: Vestas und der “grüne Blitz” – Flotte segelt auf einer Linie

Magisches Leuchten

Spannende Phase beim Volvo Ocean Race. Das Feld liegt wieder auf einer Linie und Vestas knapp an der Spitze. Dee Caffari hat immer noch gute Karten und erklärt ihren Coup.

Gibt es ihn wirklich, den “grünen Blitz”? Der alte Vestas-Haudegen Tony Mutter ist überzeugt, ihn gesehen zu haben. Stacey Jackson ärgert sich, und das Gros der Crew glaubt ihm nicht. Was sich anhört, wie die Figur aus einem Marvel Comic, ist tatsächlich ein reales Naturphänomen.

Der “grüne Blitz” an der Spitze der aufgehenden Sonne. © wiki comon

Es ist zu sehen, wenn die Sonne auf oder untergeht und ist für einen kurzen Moment grünlich am oberen Rand des Feuerballs zu erkennen. Dabei muss allerdings weite und klare Sicht herrschen. Die Lichtbrechung in der Erdatmosphäre liegt dem zugrunde.

Ob Mutter den Blitz tatsächlich gesehen hat, oder er die Crew-Kollegin vorführen wollte, wird sein Geheimnis bleiben. Das Erspähen des seltenen magischen Leuchtens dürfte aber die Vestas-Crew in der Ansicht bestärken, dass auf dieser Etappe möglicherweise das Glück zurückgekehrt ist.

Denn das Boot unter dänischer Flagge hat nach schwierigem Beginn auf dem Weg zum Heimathafen der US-Skipper in Newport nun tatsächlich die Führung übernommen. Der Coup durch die Positionierung im Osten des Feldes und auf der rechten Seite einer großen Wolke Seite an Seite mit Turn The Tide, hatte viel Spaß gemacht zu einem großen Vorsprung geführt. Der ist zwar wieder verbraucht, aber Vestas hat nun die Führung übernommen auf dem Weg vorbei an der Ostspitze von Brasilien.

Turn The Tide auf dem Weg nach Osten © James Blake/Volvo Ocean Race

Dee Caffari hat noch einmal erklärt, wie sich der überraschende Vorsprung ergeben hat: “Wir segelten 24 Stunden in Sichtweite zu Vestas und haben den Kontakt zu den anderen verloren, als wir alle bei den Drehern an einer großen Wolke wendeten. Es regnete extrem stark und wir dachten, unter der extremen Last des Wassers zu schrumpfen oder zu wachsen.”

Danach drehte der Wind weiter nach rechts, als für den Rest des Feldes. Das hatte mit einer unvorteilhaften Strömung zu kämpfen und musste dann auch noch an einer Verbotszone wenden, als die Winddrehung überhaupt nicht passte.

Aber das ist schon wieder alles Schnee von gestern. Die Boote befinden sich wieder auf einer Linie. Und nun kommt es darauf an, ob Caffari in der östlichsten Position tatsächlich den stärkeren Wind abbekommt.

Vestas mit Code Zero hoch am Wind. Das ist seit Tagen der Modus für die Volvo Ocean Racer. © Martin Keruzore/Volvo Ocean Race

“Wir segeln jetzt schon so lange hoch am Wind”, sagt die Skipperin. “Und ich bin jetzt schon so oft gefragt worden, wann wir endlich die Schoten fieren können. Ich befürchte, das wird noch etwas dauern, wenn der Wind das tut was die Grib Files vorhersagen.”

Turn The Tide sollte dann die besten Karten in der Luvposition haben. Aber dann kommt es wieder darauf an, ob das Jugend- und Frauenteam tatsächlich inzwischen in der Lage ist, die Geschwindigkeit der Konkurrenz zu halten. Schon die vergangene Etappe hat gezeigt, dass sich die Underdogs stark weiterentwickelt haben.

Turn The Tide und Vestas lagen schon deutlich voraus…

…aber nach der Wende Richtung Osten hat sich das Feld bei leichtem Wind wieder zusammen geschoben. Scallywag geht wieder eigene Wege.

…Danach hat sich das Feld aufgefächert und TTT liegt im Osten näher am frischen Wind…

…Wer hat die Anliegelinie vorbei an Brasilien am besten erwischt?

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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