Laura Pukropski war im 470er Mixed auf dem Weg Richtung olympische Welt, bis Finanzierung, Realität und Zukunftsplanung nicht mehr denselben Kurs segelten. Jetzt hat die 24-Jährige die Segelschule Plau am See übernommen – und ist vielleicht genau dort Segelprofi geworden, wo dieser Sport am dringendsten gute Leute benötigt.

Es gibt bei Regatten diesen Moment, in dem man spürt, dass man einen Schlag segelt, sich nicht mehr richtig anfühlt. Der Wind wird wohl noch drehen, der Strom setzt quer, das Feld sortiert sich neu und irgendwo zwischen Erfahrung und Ehrgeiz bleibt nur noch eine Entscheidung: wenden. Weg vom Pulk, was anderes wagen. Und das nicht nur, weil gerade der Wind dreht. Die Pinne Richtung Lee drücken kann man auch im übertragenen Sinne.
Laura Pukropski hat diese Wende gemacht. Nicht die Ruckzuckwende im 470er, sondern eine Lebenswende. Eben noch Kaderseglerin im Sailing Team Germany, olympische Bootsklasse, internationale Regatten, Junioren-WM und -EM (dazu später Genaueres). Jetzt: Segelschule Plau am See. Eigene Firma, Verantwortung, ein paar Sorgen auch. Und ganz sicher: Eine Menge Spaß am Leben.
Wenn das System nicht mehr trägt
Die 24-Jährige hat sich aus dem Leistungssport zurückgezogen. Nicht mit großem Gedöns, nicht mit Türknallen. Sondern mit dem gewissen Schulterzucken, das Regattasegler lernen, wenn Wind, Geld, Zeit und Realität nicht mehr zusammenpassen. Der Deutsche Segler Verband sah (nach Pukropskis Darstellung) keine Möglichkeit mehr, ihr Team weiter zu finanzieren. Und die Weltmeisterschaft im August in Japan aus eigenen Mitteln bestreiten? Für die junge Seglerin war das nicht möglich. Also setzte Laura Pukropski Prioritäten.
Seien wir mal ehrlich: Wer Leistungssport sagt, meint eigentlich trainieren, verzichten, kentern, wieder aufrichten, besser, immer besser werden. Und die oder der Beste bleiben. Wieder aufstehen, weitermachen, belastbar sein, professionell agieren, hungrig sein und bleiben. Und irgendwann kommt dann doch der Punkt, an dem nicht die Frage im Raum steht, ob frau gut genug segeln kann. Sondern ob das System einen lange genug tragen wird.
Laura Pukropski kann segeln, das steht schon mal fest. Im 470er Mixed war sie mit Thorben Schlüter unterwegs, Steuerfrau, Perspektivkader, international platziert. 2025 wurde das Duo jeweils Sechste bei der Junioren-WM und EM. Im März 2026 folgte bei der offenen Europameisterschaft Platz 35. Ein normaler Start für ein Nachwuchsteam in der Olympia-Klasse. Aber der Weg führt in eine andere Richtung.

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