Mit Hochdruck arbeitet das Team um Boris Herrmann am Neubau von „Malizia IV“. Im Interview mit dem NDR hat er nun Details über das neue Schiff verraten. Vieles werde sich auf den ersten Blick kaum unterscheiden – doch im Detail stecken entscheidende Veränderungen.

Große Leistungssprünge erwartet Hermann nicht. „Heutzutage kann man bei so einem Neubau keinen revolutionären riesigen Schritt erwarten. Wenn es im Zehntel-Knoten-Bereich Verbesserungen gibt, sind wir schon absolut zufrieden“, sagt er im NDR-Interview.
Der Neubau profitiere vor allem von den Erfahrungen der vergangenen Jahre. So schreibt das aktuelle Klassenreglement einen noch stabileren Mast vor. Dieser sei zwar schwerer als bisher, dafür aber deutlich robuster. Gleichzeitig setzt das Team auf eine schlankere Rumpfform mit geringerem Wasserwiderstand sowie Foils, die bereits bei niedrigeren Wind- und Bootsgeschwindigkeiten effizient arbeiten sollen. Ziel sei es, den IMOCA schon bei weniger Wind auf die Foils zu bringen als mit der bisherigen Malizia III.
Entscheidend sei am Ende aber vor allem natürlich der Speed. „Es gibt einfach nichts Härteres und Frustrierenderes, als da draußen mit einem Regattaschiff zu sein und sagen zu müssen: Die anderen sind jetzt einfach einen halben Knoten schneller.“ Schon nach wenigen Tagen könne ein solcher Rückstand dazu führen, dass die Konkurrenz ein anderes Wettersystem erreiche und nicht mehr einzuholen sei. Deshalb bringt Herrmann seine Priorität auf einen einfachen Satz: „Das Boot muss einfach das Schnellste sein.“
Trotz des kompromisslosen Fokus auf Performance habe das Team auch an die Bedingungen an Bord gedacht. Die Ergonomie soll gegenüber der aktuellen Malizia III nochmals verbessert werden. Außerdem soll die schlankere Rumpfform dafür sorgen, dass das Boot in der Welle weniger hart aufschlägt und sanfter durch die See läuft.
Gleichzeitig beschreibt Herrmann die technische Entwicklung der IMOCA-Klasse als enorme Herausforderung. Die Boote entwickelten sich immer mehr zu einer „Formel 1 der Meere“. Besonders die Foils seien heute hochkomplexe Bauteile. Nach einer Beschädigung reiche längst nicht mehr etwas Spachtelmasse. Stattdessen seien aufwendige Ultraschalluntersuchungen notwendig. Ein neuer Foil-Satz benötige rund sieben Monate Bauzeit und koste inzwischen so viel wie vor zehn Jahren ein komplettes IMOCA-Boot. Das mache den Einstieg neuer Teams in die Klasse zunehmend schwieriger.
Das vollständige Interview mit Boris Herrmann wurde vom NDR veröffentlicht und ist dort als Video abrufbar.
Am kommenden Montag wird die neue Malizia der Öffentlichkeit vorgestellt. Segelreporter ist vor Ort.

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