Boris Herrmanns neuer IMOCA ist im Wasser. Nicht mit großem La Base-Gedöns, sondern im Fischereihafen von Lorient, auf kleiner Flamme und unter sichtbarem Zeitdruck. Dabei geht es jetzt erst richtig los: Ocean Race Atlantic, Route du Rhum, vier Atlantik-Schläge auf einem Boot, das schnell ganz viel lernen muss.

Es gibt im Hochseeregattasport Momente, die auf dem Papier größer klingen, als sie sich dann morgens um halb acht im Fischereihafen anfühlen. Ein neuer IMOCA, Boris Herrmann, Malizia 4, Stapellauf. in Lorient. Man könnte also Trommelwirbel erwarten, Schampus, große Worte, vielleicht ein paar bedeutungsschwere Blicke Richtung Atlantik. Stattdessen: ein Kran, ein paar konzentrierte Gesichter, Teamkleidung, Sponsoren, einige Journalisten – und erstaunlich viel Normalität. Der neue Malizia-IMOCA wurde nicht in der großen La-Base-Kulisse gewassert, sondern im Fischereihafen von Lorient. Aus praktischen Gründen: In La Base wird gebaut, das Boot kam auf dem Bock nicht gefahrlos durch die schmalen Passagen im Gelände. Also wurde der große Zukunftsentwurf der deutschen Offshore-Hoffnung dort ins Wasser gesetzt, wo sonst eher hart gearbeitet als inszeniert wird. Das passte, auf eine ziemlich sympathische Weise.

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