Top-Ten-Debüt für Tom Wehde bei der Mini Atlantique

„Es war ein Massenrennen, riesig“

Nach acht Tagen und rund 1.300 Seemeilen hat Tom Wehde die erste Etappe der Mini Atlantique mit einem starken neunten Platz beendet. Der deutsche Serienboot-Segler behauptete sich bei seinem Debüt im 53 Boote starken Feld über weite Strecken in der Spitzengruppe und brachte sein Boot ohne Schäden nach Horta auf den Azoren.

Starkes Debüt von Tom Wehde © Alexis Courcoux/Mini Atlantique

Wehde erwischte einen gelungenen Start und etablierte sich bereits in den ersten 24 Stunden unter den besten 15 Booten. In den folgenden Tagen bewegte er sich konstant zwischen Rang zehn und 15, ehe er sich zur Rennhälfte bis auf Platz acht nach vorne arbeitete.

Entschieden wurde die Etappe jedoch erst kurz vor dem Ziel. Vor den Azoren geriet das Feld in eine ausgedehnte Leichtwindzone, in der der Wind teilweise auf nur zwei bis fünf Knoten zusammenbrach. Einige Teilnehmer wurden von der Strömung sogar rückwärts versetzt. Wehde entschied sich für eine Route durch die Mitte des Flautenfeldes – eine Wahl, die sich zunächst als schwierig erwies.

Nördliche Passage der Vulkaninseln goldrichtig

Zusätzliche Herausforderungen brachten die hohen Vulkaninseln der Azoren mit ihren ausgeprägten Windschatten. Erst die Entscheidung, die Inselgruppe vor Horta nördlich zu passieren, brachte den Deutschen wieder in eine gute Position. Zwischen den Top Ten und Rang 15 lagen in der Schlussphase nur wenige Seemeilen.

„Ich bin auf den Azoren angekommen. Es war ein Massenrennen, riesig. Ich habe in den letzten acht Tagen so viel gesehen und erlebt wie noch nie zuvor. Man wird wirklich Teil des gesamten Geschehens, Teil des Wetters und taucht unglaublich tief in die Materie ein“, sagte Wehde nach seiner Ankunft.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Regattasegler von den Bedingungen auf dem Atlantik: „Die letzten Tage waren besonders spannend. Wir wurden von einem Tiefdruckgebiet in Schach gehalten und mussten ständig auf das Wetter reagieren. Das Boot ist echt anspruchsvoll zu segeln, aber wenn alles zusammenpasst, macht es unglaublich viel Spaß.“

Neben der sportlichen Herausforderung blieb auch Zeit für besondere Naturerlebnisse. Während der Überfahrt begegnete Wehde unter anderem mehreren Walen, Delfinen und Schildkröten.

Platzierung erst am Steg klar

Im Ziel wartete eine kleine deutsche Fangemeinde auf den Segler. Erst am Steg erfuhr Wehde, dass er die Etappe auf Rang neun beendet hatte. Während des Rennens hatte er seine genaue Platzierung nicht gekannt und lediglich auf einen Platz unter den ersten 15 gehofft.

Auch das Boot erreichte Horta ohne nennenswerte Schäden. Viel Zeit zum Erholen bleibt allerdings nicht: Bereits am 5. August startet die zweite Etappe der Mini Atlantique über erneut rund 1.300 Seemeilen zurück nach Les Sables-d’Olonne.

„Insgesamt war es eine richtig starke erste Etappe. Gerade die ersten drei Viertel haben unglaublich viel Spaß gemacht. Das Boot ist in einem Top-Zustand, und ich freue mich jetzt auf die zweite Etappe nächste Woche.“

Melwin Fink, Tom Wehde, Lennart Burke © Next Generation Boating

Tom Wehde startet für das Next Generation Boating Team, den von den IMOCA-Seglern Lennart Burke und Melwin Fink aufgebauten Nachwuchs-Rennstall. Das Team begleitet junge Offshore-Segler auf dem Weg in den internationalen Hochseesport und unterstützt sie bei Regatten der Mini-6.50-Klasse als Sprungbrett für größere Offshore-Kampagnen.

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