Ich bin Segler. Nun hat sich herausgestellt, dass tatsächlich ein Segler oder anderer Sportbootfahrer auf den Orca Toñi geschossen hat. Ich schäme mich dafür. Und es wird Folgen für alle Segler haben.

Toñi, auch „Abuela Toñi“, also Großmutter Toñi genannt, ist das älteste bekannte Weibchen der Iberischen Orcas. Etwa 60 Jahre alt. Seit 60 Jahren lebt das Tier im Meer vor der spanischen Küste. Vor wenigen Tagen wurde sie mit frischen Verletzungen an der Rückenflosse entdeckt. Die Iberian Orca Guardians und WeWhale sprechen inzwischen von rund zehn Einschlägen, die nach Schrotmunition aussehen. Zwei oder drei Geschosse könnten die Flosse sogar durchschlagen haben. Wer geschossen hat, ist bislang nicht bekannt. Ich hoffe, er wird gefunden.
Natürlich kann ich verstehen, dass Segler Angst vor diesen Tieren haben. Ich hätte sie auch. Denn wenn mehrere Tonnen Orca anfangen, sich mit meinem Ruderblatt zu beschäftigen, während ich mit meiner Familie auf einem Segelboot sitze, finde ich Orcas vermutlich auch nicht mehr besonders faszinierend. Seit 2020 gibt es Hunderte solcher Interaktionen. Die Tiere interessieren sich vor allem für die Ruder kleinerer und mittlerer Segelyachten, besonders für frei stehende Spatenruder. Ruder wurden beschädigt oder abgebrochen, Yachten mussten abgeschleppt werden, einige sind gesunken. Dann ist das Ganze keine Naturbeobachtung mehr, sondern eine echte Seenotsituation. Eine teilweise lebensgefährliche. Aber daraus folgt nicht, dass wir anfangen dürfen, auf die Tiere zu schießen. Das ist völlig inakzeptabel. Und ziemlich dumm.

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