Ein neues Handicap-System sollte die Newport Bermuda Race gerechter machen. Doch fehlerhaft eingelesene Wetterdaten und ein Softwareproblem sorgten 2026 für falsche Korrekturfaktoren und geänderte Ergebnisse. Der Fall heizt die Diskussion um das innovative F-TCF-Verfahren neu an.

Die Idee klang vielversprechend: Bei einer Hochseeregatta sollen unterschiedliche Yachten nicht nach statistisch angenommenen Durchschnittsbedingungen miteinander verglichen werden, sondern möglichst nach den Bedingungen, die sie während des Rennens tatsächlich erwarten. Die Newport Bermuda Race führte dafür 2024 als erste große Hochsee-Langstreckenregatta ein neues Verfahren ein. Beim sogenannten Forecast Time Correction Factor, kurz F-TCF, fließen Wettervorhersagen, Strömungsmodelle und die individuellen Leistungsdaten der Yachten in die Berechnung des Handicaps ein.
Bei der Ausgabe 2026 ist dieses System allerdings erheblich aus dem Takt geraten. Die am Morgen vor dem Start veröffentlichten Handicapfaktoren für mehr als 140 Yachten waren teilweise falsch. Erst vier Tage später fiel der Fehler auf. Ergebnisse mussten neu berechnet werden, mehrere Teilnehmer beantragten Wiedergutmachung, eine internationale Jury beschäftigte sich mit dem Fall. Nun haben das Bermuda Race Organizing Committee und US Sailing einen 14-seitigen Untersuchungsbericht veröffentlicht. Die Hauptursache war demnach ein Bedienungsfehler bei den Wetterdaten. Zusätzlich wurde ein bislang unbekannter Fehler in der Routingsoftware Expedition entdeckt.

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