Die ILCA 7 WM 2026, bei der deutsche Segler diesmal nicht die Top Ten erreichten, soll zeigen, wie sich der Sport den IOC-Vorgaben anpassen kann. Ausgerechnet der bisherige Dominator war Nutznießer eines neuen Formats, das man normalerweise im Segelsport als unfair bezeichnen würde.

Der Doppelolympiasieger Matthew Wearn war schon geschlagen. Wer sich in der Gold Fleet bei einer WM die Plätze 40/18/5/28/3/15 leistet, kann die Medaille normalerweise abschreiben. Aber der 30-jährige Australier erreichte knapp das Top-Ten-Finale – als Neunter punktgleich mit Rang 10 – und rückte dann nach den beiden Medalraces auf Rang zwei nach vorne.
An der letzten Luvtonne befand er sich sogar auf dem Weg, seinen dritten WM-Titel im ILCA 7 zu gewinnen. Am Ende schob sich der Ungar Jonatán Vadnai aber auf dem letzten Vorwindkurs von Platz 5 auf Platz 1 nach vorne und sicherte sich den Titel mit einem Punkt Vorsprung. Er war auf Rang 5 in das Finale gegangen.
ILCA 7 WM 2026 Ergebnisse Top Ten
Beide Segler profitierten von dem neuen Format der Klasse, das die zwei 15-minütigen Finalsprints noch stärker gewichtet als zuletzt bei den Sailing Grand Slams, etwa bei der Kieler Woche oder bei der WM der 49er, wo die aktuell neuen Systeme probiert wurden. Auf der anderen Seite fiel der nach 11 Rennen führende Brite Elliott Hanson auf Platz 5 zurück und der zweitplatzierte Ryan Lo aus Singapur auf Rang 7. Auf Wearn hatten sie in der Woche 27 bzw. 25 Punkte Vorsprung vor dem Finale herausgesegelt.
Übertragung der Finalrennen:
Die hätte der Australier nach dem alten, noch 2024 zählenden Modell mit dem doppelt gewerteten Medalrace, bei dem der Führende als Letzter maximal 20 Punkte sammeln konnte, nicht aufholen können. Aber diesmal wurde einfach die ersegelte Punktzahl der zehn Finalisten halbiert. Damit ging Wearn nur noch mit 14 Punkten Rückstand zu Hanson in das Finale und lag in der Schlusstabelle schließlich einen Punkt vorne – und zwei vor Lo.

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