Die ILCA-7-Besten des German Sailing Teams haben bei der Weltmeisterschaft im irischen Revier von Dun Laoghaire die Top Ten knapp verpasst. Aber insbesondere der erst 21 Jahre alte Ole Schweckendiek (Kieler Yacht-Club) sorgte für einige glanzvolle Momente.

Ole Schweckendiek hatte in den fünf Qualifikationsrennen mit den Rängen 6, 3, 1, 8, 2 – die Gesamtflotte wurde jeweils gedrittelt – nur zwölf Punkte gesammelt und war unter 141 ILCA-7-Seglern aus 43 Nationen mit dem blauen Trikot des Gesamtzweiten in die Hauptrunde eingezogen. „Die Bedingungen haben mir am Anfang gut gelegen. Es herrschten Onshore-Bedingungen mit solidem Wind bei acht bis zehn Knoten. Das war relativ kontrollierbar, da konnte ich gut vorne reinfahren“, sagte der Segler aus dem Perspektivkader des German Sailing Teams.
Im weiteren Verlauf aber wurden die Winde im irischen Revier von Dun Laoghaire unberechenbarer. Selbst Doppel-Olympiasieger Matt Wearn fing sich hohe Punktzahlen ein, musste zwischenzeitlich um den Einzug ins Finale der Top Ten bangen. „Da wurde es unkalkulierbar“, berichtet Ole Schweckendiek. Er hatte sich für sein erstes volles Seniorenjahr im ILCA 7 für möglichst jede Regatta eine Platzierung in den Top 20 vorgenommen. Das Ziel ist mehr als erreicht. Bei der WM unterstrich der junge Kieler mit Platz elf seine Weltklassezugehörigkeit.
Der Jüngste überzeugt im ersten vollen Seniorenjahr
„Ich kann zufrieden sein mit der Saison und der WM. Mein Plan für das Jahr war ziemlich ambitioniert. Aber das muss auch so sein, wenn LA28 möglich sein soll“, sagte Ole Schweckendiek. Gleichzeitig hatte Philipp Buhl (Norddeutscher Regatta Verein/Segelclub Alpsee-Immenstadt) im WM-Revier mehr zu kämpfen, als ihm lieb sein konnte.
Zu viele hohe Punktzahlen ließen den 36-jährigen Weltmeister von 2020 nicht ins angestrebte Medaillenrennen der Top Ten vordringen. Er beendete die WM als 17 . Ihm folgten der wie Ole Schweckendiek in Regie von Bundestrainer Alexander Schlonski segelnde Nik Aaron Willim (Norddeutscher Regatta Verein) auf Platz 19 und Julian Hoffmann (Verein Seglerhaus am Wannsee/Segelclub Alpsee-Immenstadt) auf Rang 26.
Bundestrainer Alexander Schlonski sagte in Dun Laoghaire: „Ole hat das ganz stark gemacht. Platz elf bei einer Weltmeisterschaft ist ein herausragendes Ergebnis. Ole ist fit im athletischen Bereich und auch technisch sehr gut geworden. Mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden.“
Buhl-Respekt für Ole Schweckendiek
Auch Philipp Buhl war von Ole Schweckendieks Leistung beeindruckt, sagte: „Der elfte Platz ist generell schon einmal stark. Noch viel stärker war sein Auftakt. Da haben die Leute schon gewusst, dass da einer dabei ist, der sehr gut segeln kann. Der hat losgelegt wie die Feuerwehr. Die meisten Leute schaffen es in ihrer Karriere nie, auch nur mal zeitweise bei einer solchen WM Top-Drei zu sein. Ole hat es über mehrere Tage geschafft.“

Mit der eigenen Platzierung war Philipp Buhl als 17. nicht zufrieden, sagte: „Es tut mir aber immer extrem weh zu sagen, dass es nicht meine Bedingungen waren. Wenn ich mit solchen Bedingungen rechne, bereite ich mich darauf vor. Doch hier ist es normalerweise sehr anders. Im Training – so auch die Statistik – hatten wir eher leichtere ablandige Bedingungen, bei der WM waren es fast die ganze Zeit auflandige Winde mit komischer Welle.“ Diese Einschätzung teilten viele Top-Segler mit ihm.
Eine „teilweise scheußliche Welle“ und der „magere auflandige leichte bis mittlere Wind“ forderten den viermaligen WM-Medaillengewinner in genau der Ecke, die ihm am wenigsten liegt. Sein Fazit: „Es war nicht gut, aber es entmutigt mich nicht allzu sehr, ich weiß es einzuordnen.“
Philipps WM-Coach Marc Pickel war sich in Dun Laoghaire mit dem Allgäuer einig, sagte: „Wir waren für die Bedingungen nicht gut genug. Deswegen sind wir nicht in die Top-Zehn gefahren, was natürlich eine Enttäuschung ist. Aber es war ein Augenöffner zu sehen, wie man auch in solchen Bedingungen performt. Da muss man sich jetzt in Ruhe hinsetzen und überlegen, wie man in solchen Bedingungen besser werden kann. Das geht.“
Nik Willim mit guter Saison nach langer Pause
Eine starke Vorrunde hatte auch Nik Aaron Willim hingelegt. Alexander Schlonski sagte: „Für Nik war es ein bisschen schade: Er ist als sehr guter Achter ins Finale gegangen, war dann am vorletzten Tag ziemlich ‚unlucky‘: Zweimal hat er seine Seite gewonnen, doch der Wind ging gegen alle Prognosen. Das Rennen heute hat er gewonnen. Nik ist auf einem guten Leistungsniveau. Er ist nach fast zweijähriger Pause erst im Dezember wieder eingestiegen und war in Palma schon überraschend ins Medaillenrennen gefahren.“

Weltmeister wurde in Dun Laoghaire erstmals Jonatán Vadnai aus Ungarn vor Matt Wearn (Australien) und dem Briten Michael Beckett. Die Bilanz von DSV-Cheftrainer Dom Tidey: „Es war eine Woche gemischter Gefühle. Zu sehen, dass Ole die WM so stark eröffnet hat und Elfter wurde, reflektiert seine harte Arbeit und sein Talent. Für andere war es vielleicht nicht ganz das Ergebnis, was sie sich erhofft hatten. Aber das ist Teil der Reise. Wir werden uns alles genau ansehen, daraus lernen und stärker zurückkommen.“
Quelle: German Sailing Team

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