Faszination Starboot bei der IJsselmeer-EM: Heuwinkel/Spehr müssen sich nur der Legende geschlagen geben

Duell der Generationen

Bei der Starboot-Europameisterschaft im niederländischen Medemblik haben Nick Heuwinkel (Kieler Yacht-Club) und Jesper Spehr (Seglervereinigung Malente-Gremsmühlen) den Vize-Europameistertitel gewonnen. Das junge deutsche Team segelte sensationell stark im Kreise der Legenden. Faszinierende Bilder.

Der Brasilianer Robert Scheidt mit Austin Sperry (USA) im Duell mit Nick Heuwinkel und Jesper Spehr © Matias Gapizzano

Europameister wurden der fünffache Olympiamedaillengewinner Robert Scheidt (Brasilien) und sein US-amerikanischer Vorschoter Austin Sperry, Olympiateilnehmer 2008, der nach rund zwei Jahrzehnten Star-Pause 2024 mit John Kostecki Weltmeister wurde. Bronze ging an den dreimaligen Olympiateilnehmer und zweimaligen Starboot-Weltmeister Diego Negri (Italien) mit Sergio Lambertenghi. Neben der Silbermedaille sicherte sich das Team, das erst seit zwei Jahren zusammen im Starboot segelt, auch den U30-Europameistertitel.

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Spannendes Finale in Medemblik

Nach fünf Wettfahrten war die Entscheidung um den EM-Titel am Finaltag noch völlig offen. Heuwinkel/Spehr führten die Gesamtwertung mit einem Punkt Vorsprung an, als die sechste Wettfahrt bei ablandigem Südwest mit rund 13 Knoten gestartet wurde. Mehrere Regenfronten zogen über das Regattafeld und schränkten die Sicht zeitweise so stark ein, dass die führenden Teams, darunter Nick Heuwinkel und Jesper Spehr, Probleme hatten, die Ziellinie zu erkennen.

Routinier Robert Scheidt konnte auch mit diesen Bedingungen souverän umgehen, sodass er sich mit einem ersten Platz vorzeitig den EM-Titel sicherte. Das Team Heuwinkel/Spehr belegte Rang sechs und ging damit als Zweite der Gesamtwertung in die letzte Wettfahrt.

Sieger-Interview:

Die letzte Wettfahrt wurde unmittelbar nach dem Zieleinlauf angeschossen. Die Regenwolken verschwanden, der Himmel wurde wieder blau und der Wind nahm weiter zu. Böen bis 20 Knoten machten vor allem den Vorwindkurs für einige Teams zur Herausforderung. Scheidt/Sperry segelten erneut souverän zum Sieg, gefolgt von Negri/Lambertenghi. Heuwinkel/Spehr kamen als Dritte ins Ziel und sicherten sich damit den zweiten Platz in der Gesamtwertung.

Das Podium der Starboot EM 2026: Auf Platz 1 Robert Scheidt und Austin Sperry, auf dem zweiten Rang Nick Heuwinkel und Jesper Spehr, auf dem dritten Platz Diego Negri und Sergio Lambertenghi. © Matias Gapizzano

„Wir haben den ersten Platz nicht verloren, sondern den zweiten Platz gewonnen“, zieht Nick Heuwinkel eine positive Bilanz. „Zwischen den Olympioniken Robert Scheidt und Diego Negri auf dem Podest zu stehen, ist ein besonderer Moment.“

Drei deutsche Teams in den Top Ten

Zweitbestes deutsches Team waren Max Kohlhoff (Norddeutscher Regatta Verein) und Ole Burzinski (Flensburger Segel-Club) auf Rang acht. Die Starboot-Weltmeister von 2023 feierten auf dem IJsselmeer einen Tagessieg, mussten im letzten Rennen jedoch eine Disqualifikation hinnehmen (Protest Entscheidung). Direkt dahinter auf Rang neun folgten die amtierenden deutschen Meister Hubert Merkelbach (Bodensee-Yacht-Club Überlingen) und Markus Koy (Norddeutscher Regatta Verein).

Die komplizierte Protest-Situation, nach der Kohlhoff Burzinski (8489) disqualifiziert wurden:

Nick Heuwinkel und Jesper Spehr gewannen bereits 2024 die Internationale Deutsche Meisterschaft im Starboot vor Travemünde und 2025 die U30-Wertung der Weltmeisterschaft. Der Vize-Europameistertitel ist nun ihr erster großer internationaler Erfolg in der Gesamtwertung. Zusammengefunden haben die beiden über die Star-Trainingsgemeinschaft des Heinz Nixdorf Vereins.

Scheidt/Sperry haben ihre liebe Mühe, die jungen Herausforderer in Schach zuhalten. © Matias Gapizzano

„Ich bin zuvor sehr intensiv ILCA gesegelt und danach Finn Dinghy. Als der Finn aus dem olympischen Programm gestrichen wurde, habe ich einige Jahre beim KYC Dickschiff gesegelt“, berichtet der 28-jährige Nick Heuwinkel. „Dann lockte das Starboot, das noch immer die weltbesten Segler anzieht und am ehesten an den Leistungsanspruch der olympischen Klassen herankommt. Über das HNV-Training (Heinz Nixdorf Verein) habe ich dann Jesper kennengelernt.“

Max Kohlhoff über die Klasse:

Vorschoter Jesper Spehr (30) ist seit seiner Kindheit mit der Starboot-Klasse vertraut. Zuvor segelte er gemeinsam mit seinem Vater das sportliche Kielboot, das traditionell generationsübergreifend gesegelt wird.

Nächstes Ziel: Weltmeisterschaft in Miami

Das nächste Ziel von Nick Heuwinkel und Jesper Spehr ist die Weltmeisterschaft im November in Miami, zu der rund 100 Teams erwartet werden. Ihr Boot ist bereits in Rotterdam in einem Container verladen.

Insgesamt nahmen 21 deutsche Teams an der Europameisterschaft teil. 75 Teams aus 17 Nationen waren in Medemblik gemeldet, 65 gingen an den Start.

Ergebnisse Starboot EM 2026 Medemblik

Quelle: DSV

Faszination Starboot: 

Joachim Hellmich wiedervereint mit Martin Nixdorf.
Races Day 4. 2026 Star European Championship, Medemblik, The Netherlands / ISCYRA – Matias Capizzano
Der dänische Altmeister Jørgen Schönherr (69) segelt mit dem ehemaligen britischen Finn-Weltmeister Ed Wright auf Platz vier. ©  ISCYRA – Matias Capizzano

 

Scheidt/Sperry. © ISCYRA – Matias Capizzano

 

Dunkle Wolken über dem IJsselmeer am 4. Renntag. © ISCYRA – Matias Capizzano

 

 © ISCYRA – Matias Capizzano

 

Robert Scheidt bei der Leetonnenrundung: Steuern mit dem Fuß, um mit beiden Händen die lange Großschot dichtzuhalten. Sperry reißt das Luvbackstag dicht. © ISCYRA – Matias Capizzano

 

Das gleiche Manöver ausgeführt vom Bronze-Gewinner Diego Negri. © ISCYRA – Matias Capizzano

 

 © ISCYRA – Matias Capizzano

 

Harte Bedingungen auf dem IJsselmeer.  © ISCYRA – Matias Capizzano

 

Scheidt/Sperry mit viel Licht und wenig Schatten. © ISCYRA – Matias Capizzano

 

 Typische IJsselmeer-Bedingungen.© ISCYRA – Matias Capizzano

 

Scheidt/Sperry freuen sich über den Titel. © ISCYRA – Matias Capizzano

 

 © ISCYRA – Matias Capizzano

 

Der Norweger Eivind Melleby auf Platz 7. © ISCYRA – Matias Capizzano

 

 Contender-Weltmeister Pim van Vugt wurde aus der Wertung genommen, weil er bei seiner Stip-Visite in der Klasse nicht die erforderliche Legitimation hatte. Die Organisatoren waren stinksauer, dass er nicht segeln durfte. © ISCYRA – Matias Capizzano

 

 Hubert Merkelbach und Markus Koy © ISCYRA – Matias Capizzano

 

 © ISCYRA – Matias Capizzano

 

Die Bronze-Gewinner an der Kreuz.  © ISCYRA – Matias Capizzano

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